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Saxon: Into The Labyrinth

Mehr, Abwechslung, besserer Sound: Daumen hoch
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal Rock
Spielzeit: 50:15
Release: 09.01.2009
Label: SPV / Steamhammer

Eigentlich kann man sich als Saxon-Fan sicher sein, dass es mindestens jedes zweite Jahr eine neue Veröffentlichung gibt. Insofern verwundert es auch nicht, dass die Band nun ihren 19. Output herausbringt. Nachdem man den Fans mit „The Inner Sanctum“ anno 2007 ein gutes, wenn auch nicht überragendes Werk vorsetzte, geht es in diesem Jahr ins Labyrinth. Dass es wohl eher nicht wirkliche Überraschungen geben wird, davon kann man aus Erfahrung sicher sein. Also rein in den Player und die Lautstärkeregler aufgerissen.

„Battalions Of Steel” weiß nun aber genau für die Überraschung zu sorgen, die man nicht erwartet hätte. Das recht lange Intro ist jetzt nicht gerade das Neue, aber das, was dann kommt. Ist das Saxon oder sind da Nightwish am Werk? Klar verwechselt man die Bands nicht, aber dieser recht symphonisch geratene Song enthält einige sehr Nightwish-nahe Passagen. Starker, unerwarteter Beginn, ob das jetzt aber die alten Fans verschreckt oder entzückt, bleibt abzuwarten. Mir gefällt's.

„Live To Rock“ zeigt dann aber, dass die Band sich treu geblieben ist und man wird ab Song Nummer zwei keine weiteren derart großen Überraschungen erleben. Irgendwie schade, aber irgendwie auch für den Gewohnheitsmenschen gut. Ein echter Rocker in bester Saxon-Tradition. Paul Quinns und Doug Scarratts Gitarren sorgen für das richtige Heavy Metal Feeling und der fast schon ein wenig auf große Stadien ausgelegte Song sorgt für viel Freude beim Hörer.

„Demon Sweeney Todd“ geht da deutlich weniger eingängig vor. Mit angezogenem Tempo treibt man sich kräftig an. Eine kleine Abgehnummer über den Feinschmecker, den Barbier Sweeney Todd. Wirklich nicht schlecht, aber nach dem Auftakt fast ein wenig untergehend.

„The Letter“ ist eigentlich nur ein zu kurz geratenes Intro für den folgenden Song, wo Biff Byford seine schöne Stimme nur mit akustischer Gitarrenbegleitung schön zur Geltung bringen kann. 
„Valley Of The Kings“ weiß auch zu überzeugen, vermag es aber nicht, den Qualitätslevel der ersten beiden Songs wieder herauf zu beschwören. Eine Hymne, welche mir leider nicht genug ins Ohr geht, um wirklich zu einem Highlight zu geraten.

„Slow Lane Blues“ ist eigentlich gar nicht so blueslastig, wie es der Titel vielleicht erwarten ließe. Nicht optimal auf dem Album platziert, denn nach „Valley Of The Kings“ erwartete man nicht einen derart reduzierten Titel. Gefällt wirklich gut, kommt aber durch die Titelanordnung nur relativ schlecht rüber. So gibt es das sonst meistens nur auf „Best Of“-Alben.

„Crime Of Passion“ geht dann auch wiederum recht straight forward rockend zugange. Kein wirkliches Highlight, aber ein guter Rocker, der das Album füllt, ohne zu glänzen. Den Saxon-Fan wird es freuen, denn er steht in der alten Songtradition der Band.
„Premonition In D Minor” ist wiederum eher ein kleines Intro mit leichtem Solocharakter für Gitarre. Das anschließende „Voice“ hat dann kräftigen Powerballaden-Charakter und weiß sich auch für einige Zeit im Gedächtniszentrum festzusetzen. 

„Protect Yourself“ wirkt mir irgendwie zu ausgelaugt, auch wenn man sich mal wieder ohne große Ablenkung an Biffs Stimme ergötzen kann; eher ein Lowlight als ein Highlight, fast schon ein Lückenfüller. Kräftiger, aber ein wenig zu langsam geraten, kann die Band hier nicht wirklich überzeugen.

Dafür tritt dann „Hellcat” noch mal kräftig ins Hinterteil. Drummer Nigel Glockler gibt den schnelleren Takt an und schon schreitet die Band flotter voran. Schade, dass man im Refrain das Ganze ein wenig ausbremst. Nibbs Carters Bass sorgt im Verbund mit dem Schlagzeug für wohliges Metal-Feeling. Schade, dass es nicht mehr solcher Stücke auf dem Album gibt.

„Come Rock Of Ages (The Circle Is Complete)” setzt dann die Qualitätsstufe wieder schön hoch. Irgendwie zwar ein wenig altbacken wirkend, aber trotzdem richtig stark. Das erinnert an die alten, starken Zeiten, als Saxon noch den Heavy Metal mitgeformt haben.

Den Abschluss bildet dann das etwas countrylastige „Coming Home (Bottleneck Version)“ und langsam bekomme ich Angst, ins Country-Gefilde abzudriften, konnten mich doch auch Whitesnake mit ihrem ähnlich ausgerichteten „Til The End Of Time“ vom aktuellen Album mehr als nur überzeugen. Etwas weniger stampfend treibend geht Saxon zwar vor, aber Biff nur mit Slidegitarrenklängen hört sich richtig stark an. Fast so eine Überraschung wie der Opener, aber auch hier eine Sache, die man gerne noch mal mit einem oder mehreren anderen Songs hören würde.

Fazit: Das Album gefällt besser als „The Inner Sanctum“. Man hat es geschafft, abwechslungsreicher zu sein und vor allem der Sound ist deutlich besser geraten. Nicht zu sehr glatt geschliffen mit harten Akzenten, so wie es jedem Headbanger munden sollte. Deshalb gibt es auch mehr Punkte als für das Vorgängeralbum. Und der Hörer bleibt gespannt zurück und erwartet fast schon wieder ein kleines Meisterwerk zum 20. CD-Jubiläum.

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