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Saviours: Palace Of Vision

Innovativ, aber nicht gut durchdacht
Wertung: 6/10
Genre: Stoner Metal / NWOBHM
Spielzeit: 42:32
Release: 30.10.2015
Label: Listenable Records / Edel

Doomlastige Musik aus dem Sonnenstaat Kalifornien. Das ist zwar keine so große Besonderheit, aber man könnte sich trotzdem immer wieder wundern, wie das zusammengeht. Wenn, wie im vorliegenden Fall, die Band auch noch Doom mit fast gleich vielen Anteilen New Wave Of British Heavy Metal mischt, dann ist die Schnittmenge mit anderen Gruppen auf einmal schon sehr dünn. Die Truppe, um die es geht trägt den Namen  Saviours, kommt eben aus dem genannten Staat der Westküste der USA und die vier Jungs fabrizieren eben genau den Stilmix aus Doom und NWOBHM.

Während des ersten Hördurchgangs stellt sich unweigerlich die Frage, Ob das nun Doom mit NWOBHM ist, oder umgekehrt. Im Endeffekt ist es schnurzegal. Saviours haben hier etwas am Start, das durchaus als innovativ durchgehen kann. Im Jahr 2005 veröffentlichte das Quartett die Debüt-EP „Warship“. Seitdem kommt man (inklusive der hier besprochenen CD) auf fünf Alben und zwei EPs.

Das aktuelle Werk startet mit dem Stück „The Mountain“. Der Name dürfte kein Zufall sein, denn genau wie ein Berg türmt sich der Song vor dem Hörer auf. Riesige Gitarrenwände werden schon während der ersten Anschläge errichtet und gefestigt. Bis zum letzten Ton der Platte halten Saviours diese gewaltigen Gitarren aufrecht und weichen keinen Millimeter mit ihnen zurück. Soviel kann man vorweg nehmen.

Nicht vorweg, sondern eher ein bisschen hinten dran klingt das Album im ersten Moment. Man könnte es auch als leicht angestaubt formulieren. Hier trügt allerdings der Schein. Tatsächlich hat sich ein Tontechniker sehr viel Mühe gegeben um den richtigen Sound für diese musikalische Symbiose aus NWOBHM und Doom Metal zu finden. Das Ergebnis kann durchaus überzeugen. Als Hörer ist man hin- und hergerissen zwischen einem reell klingenden Retrosound und ganz modernen Klangmerkmalen. Hier ist eine Gratwanderung wirklich gelungen.

Nicht ganz so gut geglückt ist die Musik, die sich fast 45 Minuten lang aus den Boxen schiebt. Die Erklärung zu dieser Behauptung ist nicht schwer zu finden. Im Prinzip bleiben die stilistisch vom ersten bis zum letzten Ton im gleichen Schema. Das ist vor allem deswegen so schade, weil die Musiker viel mehr Potential haben. Die Kompositionen werden mal etwas schneller, mal etwas langsamer. So wirklich unterschiedlich klingen die Lieder im aber praktisch nie. Wenn man schon zwei Stile so konsequent mischt, dann könnte man doch wenigstens einmal damit experimentieren, das Mischungsverhältnis zu variieren. Selbst diese einfache Variationsmöglichkeit lassen die Kalifornier aber ungenutzt.

Wer Interesse hat an der durchaus reizvollen stilistische Ausrichtung der Band, der sollte sich vorab zwei Lieder einmal anhören. Damit ist dann auch alles gesagt. Wirklich empfehlenswert ist die Scheibe nur für Menschen, die kein Problem damit haben, 45 Minuten lang im Endeffekt mit ein und demselben Lied beschallt zu werden.

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