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Savatage: Gutter Ballet (Re-Release 2011)

Perfekter Soundtrack für das Wechselbad der Gefühle
Wertung: 10/10
Genre: Symphonic Metal
Spielzeit: 62:42
Release: 01.04.2011
Label: earMusic

Hach, wie schwer ist es doch, ein Jahrhundertwerk zu besprechen, denn nichts anderes stellt „Gutter Ballet“ der genialen Savatage dar. Mehr als zwanzig Jahre hat das Album nun auf dem Rücken, doch an Dramatik, Poesie, Symphonik und Gänsehaut-Feeling hat es nicht ein einziges Gramm verloren – jederzeit monumental, zerbrechlich, ergreifend und mächtig zugleich. Nicht umsonst konnte sich „Gutter Ballet“ länger als viele andere Savatage-Alben sogar in den Charts einrichten, was allerdings auch nicht immer ein Qualitätsmerkmal darstellt, aber in diesem Falle dann endlich auch einmal als Nachweis dafür taugt, dass viele Fans die Qualität vorliegender Scheibe schon damals erkannt haben.

Dass im ganzen Re-Release-Wahn diese Scheibe nicht wenigstens ein wenig den heutigen, wesentlich druckvolleren Produktionen angepasst wurde, ist ein wenig ärgerlich. Als Bonus sind immerhin die beiden Akustik-Versionen von „Alone You Breathe“ (eine der besten Balladen überhaupt auf diesem Planeten, hier lediglich durch das Piano und den Gesang getragen; da wird doch glatt die Erinnerung an Olivas Show im Dortmunder Garageland einen Abend vor dem Auftritt auf dem Rock Hard Festival wieder lebendig, als sich knapp einhundertfünfzig Fans ins Gefühlserlebnis eines Akustik-Gigs stürzten), sowie „Handful Of Rain“ in einer unglaublich intensiven, sehr gefühlvollen Version beigefügt. Doch hier müssen sich die Macher auch gerne mal fragen lassen: Gab es denn keine adäquat guten Aufnahmen der damaligen Tour, wobei man gerne auch eine komplette Show als Bonus in durchaus schlechterer Qualität hätte beiliegen können?

Na egal, denn das eigentliche Album hat es auch so mehr als in sich; alleine schon der Opener steckt den Großteil der ganzen symphonischen Szene in die Tasche. Nicht nur, dass „Of Rage And War“ auch heute noch thematisch mehr als aktuell ist, so haben Savatage damals die Energie der vorherigen Alben gefiltert und nur noch die Stärken verwendet – vom Basspart mit hohem Wiedererkennungswert, die Vocals, die sich wie ein Bunsenbrenner mühelos ins Gedächtnis fackeln, die messerscharfen Riffs, die präzise und scharf dem Gesang in nichts nachstehen.

Oder aber der Titeltrack „Gutter Ballet, an dem sich wohl mindestens 95 Prozent der musizierenden Konkurrenten für immer die Zähne ausbeißen würden. Zarte Pianoklänge, wie sie heutzutage tausende Konsumenten zu Til-Schweiger-Filmen in die Lichtspielhäuser treiben, enorm druckvolle Gitarren (auch wenn da noch etwas mehr auf Produktionsseite möglich gewesen wäre), der treibende Rhythmus, die Kombination von schierer Zerbrechlichkeit und aggressivem Nachdruck im Gesang, das gehaltvolle Wechselspiel aus Piano und Gitarre – jawohl, hier ist Schwärmen auf höchstem Niveau angesagt, denn damals wie heute ist der Song (und auch das Album) „Gutter Ballet“ der Maßstab für gefühlvolle Heavy-Musik.

Wo soll man anfangen? Man nehme „When The Crowds Are Gone“, welches glatt als tiefe Verbeugung für symphonische Frühphasen wie die Rocky Horror Picture Show durchgeht, der destruktiv startende, schnelle Heavy-Rocker „She’s In Love“ mit gleich einem ganzen Füllhorn an metallischen Riffs, das emotional beladene „Hounds“, welches spielend vom entrückt gesungenen Intro zu purer Stromgitarrenfront wechselt, das mit orientalischen Einflüssen spielende, damals nur auf der CD verwendete „Thorazine Shuffle“ - nein, es verbietet sich quasi von selbst, „Gutter Ballet“ in alle Einzelheiten zu zerbröseln, denn es ist einfach gut, so wie es ist.

Zerbrechlichkeit und Energie, wohl selten sind diese beiden Elemente, die so fundamental auf uns einwirken, so stark von einer Band umgesetzt worden. Für Savatage war es damals der Wendepunkt hin zu komplexen Strukturen, hin zum Wechselbad der Gefühle, und genau diese Florida-Boys schafften es damals und schaffen es auch heute, mit „Gutter Ballet“ genau diese Saiten der Seele anzuzupfen, die für dieses wohlige „Ach, wie geil“ zuständig sind. Wer dieses Werk noch nicht hat, sollte also auf jeden Fall zugreifen, ansonsten wird man mit einer zehnwöchigen „Lulu“-Dauerbeschallung bestraft.

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