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Savatage: Fight For The Rock (Re-Release 2011)

Nicht gerade ein Höhepunkt in der Savatage-Discographie
Wertung: 7/10
Genre: Heavy Metal, Power Metal
Spielzeit: 48:08
Release: 22.07.2011
Label: Ear Music/Edel

Beim Nachfolger zu „Power Of The Night“, dem vierten Savatage-Album „Fight For The Rock“, fällt zunächst einmal das grausame Cover negativ auf – was haben die Amis bloß immer mit ihrer bescheuerten Flagge? Es wird sich nie ändern, dass mir die großkotzige amerikanische Protzigkeit von wegen „wir sind so toll, wir dürfen alles“ auf den Keks geht. Mit pathetisch-schmalzigem Patriotismus werde ich nie etwas anfangen können, aber egal, lassen wir dieses leidige Thema links liegen und widmen uns stattdessen lieber der Musik.

Diese kommt im Vergleich zum Vorgänger schon deutlich geschliffener und Balladen-lastiger daher. Der Bombast späterer Album ist hier noch nicht zu finden, aber erste Anzeichen einer Veränderung des Sounds sind definitiv bemerkbar, so ist der Keyboardanteil schon höher als zuvor. Und eine Schnulze wie „Day After Day“ lässt die Vermutung des Liebäugelns mit dem Mainstream zu; der Song besitzt zugegebenermaßen allerdings eine sehr hübsche, von der Gitarre dargebotene Hookline und von den musikalischen Fähigkeiten her kann man den Jungs natürlich ohnehin nichts vorwerfen. Auch „Out On The Streets“ gehört zu den eher balladeskeren Nummern, die Akustikgitarre in der Strophe ist allerdings wunderschön und wie im Refrain dann Tempo und Härtegrad angezogen werden, ist schon klasse gemacht. Auf jeden Fall hat der Song „Day After Day“ gegenüber eindeutig die Nase vorn.

Mit dem Titelsong, der wie schon bei „Power Of The Night“ (und einigen weiteren Sava-Alben) direkt am Anfang steht, und dem großartigen „The Edge Of Midnight“ mit seinen schaurig-schönen Keyboards, die bei diesem Track unglaublich viel zur düsteren Atmosphäre beitragen, hat man aber auch zwei sehr gut rockende Stücke im Gepäck. Insgesamt muss man leider dennoch konstatieren, dass das Songmaterial gerade ab der Mitte des Albums qualitativ schon deutlich abnimmt und daher nicht im Mindesten an das vorige Werk oder spätere Geniestreiche à la „Hall Of The Mountain King“, „Gutter Ballet“ oder „Streets“ heranreicht. „Hyde“, „Lady In Disguise“, „Wishing Well“ oder „Red Light Paradise“ besitzen zwar durchaus solide Riffs und Refrains, denen zwar eine gewisse Eingängigkeit nicht abzusprechen ist, die letztlich aber typische Fälle der Sorte „ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus“ darstellen. Schlussendlich ist dies für Savatage-Verhältnisse nicht mehr als Mittelmaß. Genauso „She’s Only Rock ’N’ Roll“ – eigentlich ein ganz cooles Mainriff, das aber irgendwann beinahe zu nerven beginnt, da es permanent wiederholt wird.

Nett hingegen sind die Bonustracks, eine sehr hörenswerte Akustikversion der göttlichen Ballade „This Is The Time“ vom „Dead Winter Dead“-Album, sowie „This Is Where You Should Be“, einem Outtake aus den „Hall Of The Mountain King“-Sessions. Es unterstreicht einmal mehr die Klasse jener Scheibe, wenn es eine gelungene Nummer wie diese nicht auf die Platte geschafft hat. Wie bei den anderen Savatage-Re-Releases gilt allerdings auch hier, dass da bestimmt noch mehr Bonusmaterial drin gewesen wäre. Gerade wenn man sich mal anguckt, was bei den ebenfalls gerade in neuen Editionen auf den Markt gekommenen Queen-Alben alles dabei ist, muss man zu diesem Schluss kommen. Dafür jedoch ist das Booklet ausführlicher als bei der Neuauflage von „Power Of The Night“ und es sind diesmal auch die Texte dabei – keine Ahnung, warum das hier der Fall ist und bei dem anderen Longplayer nicht. 

Fazit: „Fight For The Rock“ kann in keinster Weise mit den vielen Highlights der Sava-Karriere mithalten und klingt über weite Strecken etwas uninspiriert – daran ändert auch diese Wiederveröffentlichung nichts. Jon Oliva hat zwar nicht unrecht, wenn er zu der Scheibe anmerkt, sie zeige die Vielseitigkeit und Flexibilität der Band, da sie sich doch klar von den Vorgängern und auch dem späteren Wirken unterscheidet, aber so richtig zünden will vieles hier nicht. Trotzdem sind sieben Punkte gerade noch gerechtfertigt, da das Ganze wenigstens ein paar richtig gute und ansonsten immerhin solide Tracks bietet.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann