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Savagery: Welcome To Savagery

Neu ist hier nichts, aber um gut gemachten Death Metal handelt es sich allemal
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 16:31
Release: 11.04.2009
Label: Eigenproduktion

Savagery aus dem schönen Münster spielen Old-School-Death-Metal. Und wenn ich sage Old School, dann meine ich wirklich Old School as fuck. Schon das Cover auf der ersten, in Eigenproduktion eingetrümmerten, vorliegenden EP „Welcome To Savagery“, auf dem ein nett anzusehendes Monster mit weit aufgerissenem Maul, spitzen Zähnen und scharfen Krallen abgebildet ist, lässt diese Vermutung zu, und wenn dann die Platte dann eingelegt hat, erhält man die Bestätigung: Hier wird Todesmetall der Marke Cannibal Corpse in den schnelleren und Obituary in den langsameren Passagen zelebriert, die auf der Bandhomepage beide auch wenig überraschend als Vorbilder genannt werden.

Klar, innovativ ist das alles nicht, was hier geboten wird, Savagery weisen allerdings auch selbst darauf hin, dass Innovation nicht ihr Ziel ist, sondern man in erster Linie den alten Helden des Death Metal Tribut zollen will. Außerdem kann niemand bestreiten, dass das Quintett seine Sache versteht und zu jeder Sekunde weiß, was es tut. Das Ganze ist technisch astrein vorgetragen, songschreiberisch gut und die sehr tiefen, an George Fisher erinnernden Growls laufen nicht Gefahr, zu eintönig zu klingen, da hier und da auch mal ein paar höhere Schreie eingebaut wurden. Ebenso ist die Produktion für ein erstes Tondokument, das in Eigenregie entstand, durchaus bemerkenswert.

Der Opener und Titeltrack weiß durch ein thrashig angehauchtes, treibendes catchy Mainriff zu überzeugen, das zwischendurch immer wieder von groovigen Passagen und kurzen Blastbeatsequenzen durchbrochen wird – hier zeigen sich bereits deutlich die songschreiberischen Qualitäten der Band.

Bei „Born In A Casket“ geht es aufgrund der deutlich höheren Anzahl an Blastbeats wesentlich härter zur Sache als beim vorigen Track, gleichzeitig sind aber ein paar kurze melodischere Passagen auszumachen, die nachvollziehbar in das Stück integriert wurden. Trotzdem wird man gerade bei den Uptempo-Passagen immer wieder an Cannibal Corpse erinnert – offenbar wurde der Titel des Songs also mit Bedacht gewählt. So manch einer hat nach einem Blick auf die Tracklist ja bestimmt ohnehin gedacht, es handle sich um ein Cover von Alex Webster und seinen Spießgesellen, dies ist jedoch nicht der Fall.

In „Warpath“ wiederum setzen die Münsteraner konsequent auf Groove und der Refrain eignet sich sogar durchaus zum Mitgrölen – schon so etwas wie ein kleiner Hit, bei dem man sich demnach gut vorstellen kann, wie auf einem Konzert dazu die Matten kreisen und kräftig gebangt wird, während „Errantry In Misery“ dagegen den deutlich gemäßigsten und melodischsten Song der Scheibe darstellt, mit fünf Minuten außerdem den längsten. Die Nummer fällt daher ein wenig aus dem Rahmen, schafft aber willkommene Abwechslung.

Mit dem wieder um einiges härteren „Invigoration“ wird die EP dann auch schon beschlossen. Eine gute Viertelstunde, die zumindest schon mal einen ersten Eindruck von der Band verschafft. Objektiv betrachtet ist das alles tadellos, auch wenn man sich die Frage stellen darf, ob die Welt eine weitere Kapelle unbedingt gebraucht hat, die Retro-Mucke fabriziert und nichts Neues bietet. Andererseits: Jeder darf ja spielen, was er will und Airbourne zum Beispiel bringen auch nichts Neues und werden allerorts gefeiert. So oder so werden zumindest Freunde von Death Metal alter Schule sicherlich ihre Freude an dem Teil haben.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann