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Sassy Society: Lipstick Love Affair

Wenig Glamour, viel biederer Durchschnitt
Wertung: 5/10
Genre: Glam Rock/ Glam Metal/ Sleaze
Spielzeit: 52:16
Release: 29.05.2015
Label: K-Klangträger/Cargo Records

Demnächst gehen die Nordlichter Sassy Society aus Hamburg zusammen mit Snakebite aus dem Pott auf Tour, und die „Lipstick Love Affair“-CD liegt hier noch immer unbearbeitet herum – Zeit, dem Altlastenspuk ein Ende zu setzen und die Digitalscheibe einer näheren Scheinwerferqualitätskontrolle zu unterziehen. Leider zeichnet sich dann aber nach ein paar Durchläufen ab: Mit dem Tourmitstreitern aus dem Ruhrgebiet können sie nicht mithalten, da reichen die wenigen Highlights dann nicht aus, was dann vielleicht auch den (voreiligen) Schluss zulässt: Hamburg wird nicht zur Glam-Metropole.

Größter Knackpunkt wird für jeden Sassy Society-Unerfahrenen Frontmann Mark LeBosch sein, der so manches Mal auch außerhalb seiner Leistungsfähigkeit rangiert und schnell muss man bei den hohen Tönen dann immer wieder an eine Mischung aus schiefem Axl Rose und einem kräftig in die Eier gekniffenen Tom Keifer denken – keine wirklich gute Referenz. Dabei hat Mark auch sein guten Momente, wie z.B. in dem schmissigen Hard Rocker „Sassy Time“, da er hier die hohen Screams beiseite lässt und in tieferen Tonlagen durchaus überzeugend agiert. Klar, Mark erinnert  immer wieder durch seine Timbre an alte Guns 'N Roses, doch der Glamour der US-Westküste wird leider nur bedingt eingefangen, da will man an das siebziger-Jahre-Briten-Original kaum denken.

So sind es dann leider immer wieder nur ein paar gekonnte Schachzüge, ein paar einzelne Passagen, die sich geschickt dem klebrigen Haarspray-Esprit entziehen können. In „Broken Baby“ mischt sich ein bisschen altes The Cult-Feeling unter, der Song wechselt allerdings zum wenig spektakulären Balladenrocker. Richtig gelungen dagegen ist der Pre-Chorus, aber auch die Melodie des Refrain weiß zu überzeugen – unterm Strich bliebt die Nummer aber zu bieder. Lassen in der erneut  balladesken Nummer „Prelude“ die reichlich vordergründigen Blueseinflüsse aufhorchen und kann man Mark über weite Teile sogar passenden Gesang attestieren, so gehen einmal mehr die hohen Screams gar nicht und verleiden den eigentlich guten Eindruck. Genau diese Feststellung darf man dann auch auf „True Love“ anwenden: Ein schön treibender Hard Rocker, eingängig und sicherlich allein auch durch die Gitarrenarbeit ein potenzieller Anspielkandidat, doch die fürchterlichen Vocals sorgen für einen Rekordsprint zur Skiptaste.

Viel angenehmer ist da die erneut gefällige Hard-Rock-Nummer „Lipstick Love Affair“, bei der Mark sich ganz gut in seinem knapp bemessenen Gesangsspielraum aufhält, der Refrain schnell im Ohr hängen bleibt und durch die Background-Chöre deutlich saftiger wirken, wobei das große Moment des Songs allein dadurch transportiert wird, als dass ein wenig jugendlicher Übermut immer wieder zu verspüren ist und die Lust am Spielen dann auch endlich mal in den Vordergrund zu treten scheint. Im Gegensatz aber dazu gehört „Down The Road“ zu den schon zig Mal gehörten Balladen im besten Guns 'N Roses-Rangefield, - alles ganz nett, kommt aber eben auch nicht aus den Puschen und leidet zusätzlich an Marks gesanglichen Defiziten.

Wenig Glamour, viel biederer Durchschnitt, mehr bleibt dann leider vom Sassy Society-Debüt „Lipstick Love Affair“ nicht übrig. Viel Luft nach oben, so dann wohl auch die gebräuchlichste Floskel, um nicht ganz zu hart zu erscheinen. Die guten Ideen werden häufig durch den sehr kontroversen Gesang untergebuttert – bleibt abzuwarten, wie sich die Hanseaten live so schlagen.

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