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Sarke: Vorunah

Old School Black Metal at its best
Wertung: 8/10
Genre: Old School Black Metal
Spielzeit: 37:33
Release: 24.04.2009
Label: Indie Recordings

Schon der Name und die Tracklist schreien: „Old School!“. Zu Recht, denn genau damit haben wir es hier zu tun. Was außer Old School Black Metal kann auch dabei herauskommen, wenn sich Drummer Sarke (Khold, Tulus, Old Man’s Child, Sensa Anima) mit Darkthrone-Mastermind Nocturno Culto zusammenrauft, um ein Album aufzunehmen?

Trotz der zwei Bandmitglieder ist Sarke jedoch eher ein Ein-Mann-Projekt als eine Band. Alle Instrumente wurden von Sarke eingespielt, alle Texte stammen aus seiner Feder. Nocturno Culto steuerte lediglich die Stimme bei. Dennoch wird man in Zukunft mit Session-Musikern auch live zu bewundern sein. Schon jetzt sollte man die Tourdates der Band ganz genau im Auge behalten, denn „Vorunah“ macht definitiv Lust auf mehr.

Im Grund ist die Genre-Bezeichnung Old School Black Metal noch viel schwammiger als die modernen Stilbeschreibungen – so auch bei Sarke. Der Opener „Primitive Killing“ etwa ist eine traditionelle Mid-Tempo-Nummer irgendwo zwischen Motörhead und neueren Darkthrone. Vielmehr  als Nocturno Cultos Stimme trägt zu der Einordnung die erdige, rotzige und leicht punkige Grundmentalität bei, die zwar weniger stark als bei Darkthrone ausgeprägt, aber zu jeder Zeit spürbar ist. Dazu knarzen die Gitarren stilecht simpel gehalten im 70er-Jahre-Style. Die doomigen Riffs in der Mitte des Songs sollen nicht die einzigen der CD bleiben.

Anders als der Opener warten die folgenden Songs sogar mit weiteren Instrumenten auf. Immer wieder kommen in den Refrains Keyboards zum Einsatz, die der CD nicht nur eine düstere Grundatmosphäre verleihen, sondern ihr auch den ein oder anderen modernen Anstrich verpassen. Der geniale Titeltrack etwa wird durch die simple Synthiemelodie eindeutig bereichert und klingt somit letztendlich noch eine Spur finsterer.  Im doomigen Track „13 Candles“ kommt neben einem Chor sogar ein Klavier zum Einsatz, das in „Cult Ritual“ einen weiteren Auftritt zelebriert, um mit tiefen Tönen eindrucksvoll die fiesen Riffs zu betonen.

In „The Drunken Priest“ dominieren kraftvolle Riffs und ein Drumming, das die eine oder andere Parallele zu Tulus aufweist. Die durch sie ausgestrahlte Kraft und der Einsatz der Orgel im Refrain verleiht dem Track die böse Atmosphäre, die ihn letztendlich zum Highlight der CD macht. Die im Gegensatz zu vergleichbaren Acts weitaus differenziertere Produktion macht sich wirklich gut.

Trotz aller melodischer Momente überwiegt aber klar das, was Sarke und Nocturno Culto seid fast zwei Jahrzehnten am liebsten machen: (Old School) Black Metal. „Old“ etwa überzeugt durch seine Einfachheit, während „Frost Junkie“ durch die kalten Gitarrenmelodien Gänsehaut hervorruft. Wirkliche Ausbrüche in Raserei gibt es nur im letzten Song „Dead Universe“, der mit gerade einmal zwei Minuten Spielzeit fast schneller zu Ende ist als er angefangen hat. Der Rest bewegt sich im Mid-Tempo.

Letztendlich bleibt ein Album, das trotz Ausrichtung an der ganz alten Schule doch überraschend zeitgemäß wirkt. Gerade der Klaviereinsatz ist ein Treffer mitten ins Schwarze. Zu kritisieren ist höchstens die Spieldauer von unter 38 Minuten sowie die etwas zu heterogen ausgefallene Songauswahl, die dazu führt, dass man die Songs an sich, nicht aber das Album als Gesamtwerk, betrachtet. Dennoch: „Vorunah“ wird Old School Black Metallern ohnehin gefallen, doch auch Fans von Candlemass, Celtic Frost oder auch Black Sabbath sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren.

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