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SaraLee: Damnation To Salvation

Eine von vielen finnischen Gothic-Metal-Bands - leider nicht viel mehr
Wertung: 6/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 46:22
Release: 20.02.2009
Label: Firebox Records / SPV

Anno 1997 gab es eine damals noch völlig unbekannte Band aus Helsinki namens HIM, die ein gewisses Album mit dem Titel „Greatest Lovesongs Vol. 666“ aufnahm und zwei Jahre später mit „Razorblade Romance“ und dem Megahit „Join Me“ den internationalen Durchbruch schaffte. Man spielte melancholischen, depressiven, meist recht getragenen, mit Gothic-Elementen angereicherten Metal. 
Der Erfolg von Ville Valo und seinen Mitstreitern ließ gerade in Finnland eine ganze Menge Bands aus dem Boden schießen, die einen ähnlichen Sound spielten, in der Hoffnung, eine ebensolche Karriere zu erlangen und jungen Mädels ekstatische Schreie zu entlocken.

SaraLee, die mit „Damnation To Salvation“ ihr zweites Album nach dem 2006 erschienenen „Darkness Between“ vorlegen, sind eine weitere dieser Bands. Wirklich viel Neues gibt es hier nicht zu hören, es handelt sich um typisch finnischen Gothic Metal, mit zuckersüßen Keyboards und melancholischen Melodien garniert. 

Im Prinzip kann man gar nicht mal so großartig meckern, das Ganze ist auf seine Weise gut gemacht, die Produktion ist amtlich, fährt fett sägende Gitarrenwände auf und der Mann am Mikro – seine Stimme erinnert ein wenig an Ville Laihiala, ohne allerdings deren Ausstrahlung zu erreichen – kann durchaus singen. Nur originell ist die Mucke eben kein bisschen, das einzige, was vielleicht auffällt, sind die sporadisch verwendeten Growls bei „Forsaken“, „Catch The Moon“ und „Last Day Alive“, die man allerdings besser mal weggelassen hätte.
Zwar wurde dadurch der Versuch unternommen, etwas härter zu klingen, aber leider hört sich das Resultat ziemlich schwachbrüstig an, etwa wie ein in die Jahre gekommener Hardcore-Shouter.

Ansonsten ist leider kaum Eigenständigkeit erkennbar und aus diesem Grund wirkt alles irgendwie konstruiert und wie der Versuch, auf den Erfolgszug der finnischen Gothic-Metal-Welle aufzuspringen. HIM selbst bringen in letzter Zeit zwar nichts Vernünftiges mehr zustande (ihr Debütalbum haben sie ohnehin nie erreichen können), aber vielleicht wäre gerade dies ja mal ein Anlass, wieder zu versuchen, einen etwas anderen Sound zu spielen, anstatt drölfzig Kopien ins Leben zu rufen, die in deren Fahrwasser schwimmen.

Zumindest gibt es auf „Damnation To Salvation“ immerhin ein paar gute Songs, es ist wenigstens nicht so, dass SaraLee völlig außerstande wären, sich ein paar eingängige Melodien auszudenken. Der Opener „Scars“ beispielsweise hat einen sehr hübschen Refrain zu bieten, der sich bestens mitsummen lässt, das Main-Riff bei „Remains Of Carmen“ drückt einigermaßen und sogar „Rescue Me“ und „Last Day Alive“ – obwohl zwei schwelgerische Ober-Schmachtfetzen – gefallen mir ganz gut, wie ich gestehen muss. 

Allerdings könnte die Band hin und wieder etwas mehr aufs Gaspedal treten, um noch mehr Abwechslung in den Läden zu bringen und täte außerdem gut daran, nächstes Mal etwas weniger pathetisch zu agieren, um sich mehr von der Masse abzuheben. Des weiteren ist das Songwriting insgesamt trotz allem einfach noch zu bieder und voraussehbar (zu häufig werden zum Beispiel Standardmittel benutzt wie den Refrain am Ende einen Ganzton höher zu schrauben).

Wie erwähnt: Keineswegs schlecht gemacht, aber zu unausgereift und zu wenig eigenständig, um vollends zu überzeugen. Leute, die mich kennen, werden jetzt vielleicht anmerken, dass Airbourne zwar auch nichts Neues machen, denen jedoch sei gesagt, dass die Australier einfach mehr Charisma besitzen und durch ihre erdige, zeitlose Musik viel authentischer wirken.

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