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Sarah Jezebel Deva: The Corruption Of Mercy

Volle Power voraus
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 43:48
Release: 24.06.2011
Label: Listenable Records

Sarah Jane Ferridge alias Sarah Jezebel Deva dürfte Fans von Cradle Of Filth bekannt sein. Mit eben jenen Metallern nämlich hat sie einst zusammen gearbeitet, ebenso aber mit der Metal Band Therion. Dass ihre Stimme vielseitig ist, hat sie 1998 jedoch auch in der Zusammenarbeit mit der schwedischen Band Covenant bewiesen. Seit 2010 ist die Dame aus England aber auch alleine unterwegs - „The Corruption Of Mercy“ ist bereits ihr zweites Solo Album.

Zehn Songs sind auf der Scheibe, die auf den Unheil verkündenden Namen „The Corruption Of Mercy“ getauft wurde. Dabei fällt direkt der fünfte Titel des Albums „Zombie“ auf - ob das ein Cover der bekannten irischen Band Cranberries ist? Angespielt wird direkt klar, dass dem tatsächlich so ist. Nun birgt die Originalversion derart tiefe Emotionen, die irische Geschichte, die Gewalt der IRA wird so ansteckend transportiert und Dolores läuft gesanglich zur Höchstform auf, dass der Atem angehalten wird, bis Sarah singt. Ja, sie ist definitiv in der Lage, diesen Klassiker so herüber zu bringen, wie er es verdient hat, denn ihre Stimme trifft das Besungene perfekt. Doch was machen ihre Musiker? Sie spielen derart harsch und aggressiv, dass das Gefühl aufkommt, die IRA stünde an den Instrumenten und würde die gesamte Ungerechtigkeit, die den Iren angetan wurde mit nur diesem einen Song darstellen. Von der Kraft her kann das hinkommen, passt aber irgendwie nicht in den Kontext. Achtung, sei an dieser Stelle gesagt, „Zombie“ ist der fünfte, nicht der sechste Song auf der CD. (Die Tracklist hier stimmt mit der auf der CD gehörten Songs überein.)

Nun ist ein guter Cover Song ein Anfang, aber kein Hinweis auf eine gute Scheibe. Drehen wir also auf Anfang und beginnen mit dem ersten Song „No Paragon Of Virtue“. Hier erklingen elektronische Klänge, ein treibendes Schlagzeug und das Bearbeiten der Bassdrum macht den Anschein, dass jemand im Hintergrund den Takt mit dem Taktstock vorgibt. Klingt irgendwie chaotisch und treibend. Dann beginnt Sarah und das Chaos scheint perfekt, auf eine positive Art und Weise. In diesem ersten Song wird alles an Kraft und Power hineingelegt, was vorhanden ist und öffnet die Tür sehr weit für ein kraftvolles Album. Exakt so geht es weiter, auch wenn Sarah Jezebel Deva die erste Sekunde des zweiten Stücks „A World Won’t Hold Your Hand“ nutzt, um den Hörer in die Irre zu führen, denn zu hören ist ein nahezu balladesker Beginn. Doch nichts da, das Schlagzeug und die treibenden Gitarren sind noch nicht zur Ruhe zu bekommen. Sarahs Stimme ist wie zu Beginn des Albums stark und glasklar.

Etwas ruhiger geht es bei „A Matter Of Convenience“ zu, aber auch dieser Song ist hervorragend um abzutanzen, aber auch um inne zu halten, das kühle Bier die Kehle runter rinnen zu lassen und sich ganz auf die Stimme zu konzentrieren. Wirklich ruhig wird es aber nur an einer Stelle auf dem Album mit „Pretty With Effects“. Hier wird Sarah lediglich durch ein Klavier begleitet. Eine schöne, sehnsuchtsvolle Ballade, die direkt ins Ohr geht und immer wieder gehört werden kann. Allerdings wird an dieser Stelle des Albums die Qualität der Aufnahme auffallend. Wirklich laut kann man das Stück nicht hören, da die CD ein Surren enthält, welches bei den ohnehin lauten Stücken zunächst nicht so deutlich zum Vorschein kam. An dieser Stelle sei gehofft, dass dies nur bei der vorliegenden Promo-CD der Fall ist. Der ruhigen Ballade folgt nicht etwa wieder ein brachiales Power-Stück, sondern ein instrumentales Intermezzo, welches wunderschön als Filmmusik durchgehen kann.

Dann aber führt Sarah den Hörer wieder in Songs, wie sie vom Beginn des Albums bekannt sind. Interessant ist da dann der vorletzte Song „The Eyes That Lie“. Hier steht ganz klar ihre Stimme im Vordergrund, die aber irgendwie extrem mit Hall versehen wurde, als gäbe es etwas zu verstecken. Diese Sängerin muss allerdings nichts verstecken, ihre Stimme ist grandios und sie hat sie komplett unter Kontrolle.

Das Werk endet mit dem Titelsong „The Corruption Of Mercy“. Dies war definitiv nicht die beste Wahl, denn gerade Songs wie der Opener „No Paragon Of Virtue“, „A Matter Of Convenience“ oder die Ballade „Pretty With Effects“ sind interessanter und stärker als der Titelsong und laufen diesem bei weitem den Rang ab.

Generell ist hier ein Album mit Power entstanden, mit einer klasse Stimme und tollen Texten. Leider aber bleiben davon zu wenige im Kopf hängen; gut ist da zumindest, dass man auch beim erneuten Hören die Songs nicht leid wird.

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