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Sapiency: Mercy

Gutes Debüt, aber noch deutlich Luft nach oben
Wertung: 6/10
Genre: Progressive Melodic Death
Spielzeit: 20:52
Release: 12.04.2010
Label: Eigenproduktion

Mit „Mercy“ erreichte uns das erste Lebenszeichen der Frankfurter Band Sapiency. Stiltechnisch lässt sich die Musik der sechsköpfigen Truppe relativ gut als Melodic Death Metal einordnen. Glücklicherweise sind Sapiency aber nicht die x-te In Flames- oder Dark Tranquillity-Kopie, sonder sind durch Arrangements und den Einsatz zweier Sänger eigenständiger als viele andere Newcomer.

Wo wir gerade bei den Sängern sind: Es läuft erwartungsgemäß auf das Wechselspiel zwischen aggressiven Screams und melodischem Gesang hinaus. Das funktioniert ganz gut, jedoch ist keiner der beiden Sänger mit einer Stimme gesegnet, die hohen Wiedererkennungswert hat. Lars Bittner (clean Vocals) erinnert teilweise aber zumindest etwas an Soilwork-Frontmann Bjørn Strid.

Die wahre Stärke der Band sind aber die abwechslungsreichen Songs, die den Spagat zwischen Anspruch und Eingängigkeit gut meistern. Langeweile kommt kaum auf, auch wenn noch die ganz großen Melodien fehlen. Aber alles ist besser, als die bekannten Melodien der Genregrößen nachzuspielen. Die vier Songs „Believe“, „Trapped“, „Mercy“ und „Wake Up“ sind allesamt mehr im Midtempo gehalten und tönen recht modern.

Das ist auch das Problem an „Mercy“, denn hängen bleiben tut nichts, wenn man ehrlich ist. Technisch gesehen sind die Frankfurter wirklich gut, aber packen können sie einen noch nicht. Das mag auch am Gesang liegen, der stets nach demselben Schema abläuft. Der ständige Wechsel der Sänger lässt an diverse Screamo-Kapellen denken, die ich persönlich ja nahezu unerträglich finde. So schlimm gestaltet sich die Sache bei Sapiency nicht, aber austauschbar klingen die Gesangslinien schon.

Für ein Debüt ist „Mercy“ aber dennoch gut gelungen, vor allem, wenn man bedenkt, dass sich die Band erst im letzten Jahr gegründet hat. Darüber hinaus ist es noch erstaunlicher, dass „Mercy“ mit einer so guten Produktion aufwarten kann. Bei Demobands drückt man als Rezensent ja immer mal ein Auge zu, da niemand mit einem Sound rechnet, der höchsten Ansprüchen genügt. Vielleicht kann man den Gesang als etwas zu laut bezeichnen, aber es gibt wirklich nur Kleinigkeiten am Klang von „Mercy“ auszusetzen. Dafür erstmal ein großes Lob.

Fazit: Sapiency sind sicherlich eine der vielversprechenderen Newcomer in der letzten Zeit. Wenn man es nun noch schafft, packende Songs zu schreiben, kann man sich auf den nächsten Release freuen. Mit dem Gesang werde ich zwar nicht so ganz glücklich, aber das ist nur eine sehr subjektive Meinung, da ich generell kein Fan dieses „Aggressiv-Clean“-Wechsels bin. Schlecht sind die Stimmen nämlich nicht. Sapiency kann man guten Gewissens mal ein Ohr leihen.

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