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Sanity’s Eclipse: Demise Of Mankind

Geiler Schwedentod aus dem Pott
Wertung: 9/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 42:59
Release: 09.07.2011
Label: Eigenregie

Seit etwas mehr als drei Jahren sind nun die Recklinghauser Sanity’s Eclipse am Start, und auf dem diesjährigen Mercenaries Metal Meeting war es dann endlich soweit: Das eingespielte Debut konnte unter die Leute gebracht werden. Live hatte das sich dem schwedischen Elchtod verschriebene Quintett schon einen mehr als ordentlichen Eindruck hinterlassen, umso größer also spannt sich die Erwartung wie ein Flitzebogen, ob die Jungs denn auch den Stahl auf digitale Spuren bannen können.

Schon beim ersten Durchlauf ertappt man sich bei einem erstaunten „Mein lieber Scholli“, denn das, was die Puhrpott-Mucker da aus den Saiten riffen, ist beileibe nicht von schlechten Eltern – druckvolle Gitarren, Drums mit dem notwendigen Wums, und besonders Matzes Vocals kommen so trocken daher, dass die schwitzigen Arschwasserrinnsale gleich als Geysire verpuffen – Menschen mit permanenter Dehydratation sollten also eher Abstand gewinnen – alle anderen, die dem Schwedentod etwas abringen können, sind mit „Demise Of Mankind“ genau richtig bedient.

Wer denkt bei der oben genannten Stilrichtung nicht unweigerlich an Stockholm oder Göteborg? So weit muss der Fan nicht tingeln, denn überraschend eigenständig prügeln sich Sanity’s Eclipse durch ihre zehn Songs, ohne aber den Arsch tretenden Groove außen vor zu lassen. „The Clone Army“ kann zwar nicht ganz einige Amon Amarth-Reminiszenzen verbergen, groovt aber wie Hölle, das Tempo wird ständig verschleppt, die Gitarren riffen sich brutal ins Gedächtnis…“you can not hide“ heißt es da, und dass braucht auch niemand – Anspieltipp Nummer eins.

Schon allein der Opener ist eine wahre Glanzleistung, Groove mit Punch, auf dem Punkt agierende Gitarren, starke Soli und eine völlig überraschende akustischen Einlage, die dezent mit im Hintergrund schwirrenden Keys stimmig ins Gesamtkonzept eingebaut keinesfalls den Schwedenhammer aus dem Takt bringt. In „Behind Enemy Lines“ sorgt Matze mit cleanen Vocals sogar für eine weitere Überraschung, der Track hämmert sich wiederholt mit starker Twingitarrenarbeit ins Oberstübchen – Sanity’s Eclipse haben definitiv tief im Groove-Garten gegraben.

Dabei kann die Melodic-Death-Truppe auch aufs Gaspedal treten – mit „The Dark Fortress“ liefern sie schon früh den Nachweis, aber auch hier verlassen sie gerne den Pfad der Geschwindigkeit, zocken brutal schleppend, nicht doomig, wie auf staubigen Landstraßen, um dann doch noch die Überholspur vorzuziehen. Auch „Bloodshred“ beginnt etwas zügiger, wird immer wieder sachte zurückgefahren, ohne an Brutalität und gleichzeitig Melodie zu verlieren, groovt satt und kommt dann doch wieder einen Tacken geschwinder um die Ecke.

Die At The Gates-Scheiben sind schon durchgenudelt? Ihr habt alle Amon Amarth-Touren mitgenommen? Melodischer Schwedentod steht eh täglich auf dem musikalischen Speiseplan? Sanity’s Eclipse aus Recklinghausen bedienen genau dieses Klientel, haben genug Eigenständigkeit in den Adern und sind dabei authentisch wie Sau – „Demise Of Mankind“ gehört nicht in jeden CD-Schrank, sondern in den Player, zur Dauerrotation freigeben – der groovige Ritt aus dem Pott kann beginnen. Für 10 Euro plus Porto und Verpackung bekommt ihr hier das volle Brett.

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