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Samael: Antigod

Düsterer Metal aus der Schweiz
Wertung: 7.5/10
Genre: Industrial, Black Metal
Spielzeit: 25:18
Release: 19.11.2010
Label: Nuclear Blast

In den neunziger Jahren kam man an Samael als Metaller praktisch nicht vorbei. Mit ihrem eiskalten Sound und ihrem offenen Bekenntnis zu Drumcomputer und Synthesizer erschufen sie eine völlig eigene Interpretation des Metal irgendwo zwischen Dark Wave, Industrial, Black und Death Metal. Nach ihren bis dato größten Erfolgen „Passage“ und „Eternal“ wurde es für fünf Jahre recht ruhig um die Schweizer. Auch die folgenden Alben „Reign Of Light“ und „Solar Soul“ konnten nicht an die Erfolge der Vorgänger anknüpfen. Erst das 2009 erschienene Album „Above“ schaffte es wieder in die deutschen Albumcharts. Nun warten Samael mit ihrer neuesten Kreation auf: Die Single „Antigod“ beinhaltet sechs Tracks, zwei davon sind Liveaufnahmen.

Der erste und gleichzeitige Titeltrack „Antigod“ zeigt unverkennbar, dass es sich um Samael handelt. Alleine der Anfang erinnert schon sehr stark an das Album „Passage“. Die Band verzichtet bei diesem Stück vollends auf Experimente und arbeitet lieber mit funktionierenden, bewährten Strukturen. Daran gibt es auch nichts zu bemängeln, solange man den Titel alleine für sich stehend betrachtet. Im Vergleich mit vorangegangenen Kompositionen der Schweizer liegt er im Mittelfeld.

Eine Neuauflage des Klassikers „Into The Pentagram“ liefern Samael mit „Into The Pentagram 2010“. Das Original, das sich auf dem Longplayer „Worship Him“ aus dem Jahre 1991 befindet, klingt noch wesentlich mehr nach ursprünglichem Black Metal. Jedoch hat auch die Autocoverversion ihren Reiz und der geneigte Hörer wird auch durchaus das Original wiedererkennen.

„Reign Of Light (Live)“ ist das erste von zwei Livestücken. Der Sound ist gut, wenn auch nicht brillant. Jedenfalls bringt das Stück sehr gut die Energie zur Geltung, die Samael live vermitteln.

Ähnlich verhält es sich mit „Slavocracy (Live)“ vom Album „Solar Soul“. Der mächtige Song kann aber nur einen Bruchteil der Emotionen beschreiben, die Samael live hervorrufen. Dennoch ist er es wert, angehört zu werden. Er macht auf jeden Fall Lust, die Band live zu erleben.

Die nun folgende Remixversion von „Antigod“ kann in Clubs durchaus funktionieren, aus der Heimstereo klingt sie etwas zu abgespaced. Electro- und Gothicfans dürften sich aber durchaus angesprochen fühlen.

Das letzte Stück wirft zwei Fragen auf: Soll „Ten Thousand Years“ als Outro fungieren? Dann ist es eindeutig zu lang. Soll das Stück ein eigenständiger Song sein? Wenn hier die Antwort ja lautet, muss man sagen, dass es einfach zu langweilig ist, um als vollwertiges Lied durchzugehen. Der Titel stört nicht und er passt zu Samael, aber wenn er nicht auf der Scheibe wäre, würde er auch nicht fehlen.

Mit „Antigod“ verkürzen Samael die Wartezeit auf das neue Album und machen Lust, die Band live zu sehen. Für eingefleischte Fans ein Muss, alleine wegen der geilen neuen Version von „Into The Pentagram“. Auch alle anderen machen nichts falsch, wenn sie sich die CD anschaffen. Bei nicht so großen Fans bleibt aber zu überlegen, ob man nicht lieber auf das neue Album wartet.

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