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SAM: Brainwasher

Uninspiriert und eintönig
Wertung: 4.5/10
Genre: Industrial, Rhythmic Noise
Spielzeit: 51:54
Release: 09.07.2010
Label: ProNoize

Industrial gehört schon im Normalfall nicht unbedingt zu den Musikstilen, die man mal so lässig nebenbei hören kann. Richtig anstrengend wird das Ganze dann aber, wenn auch noch Noise, oder in diesem Fall Rhythmic Noise dazugemischt wird. Das Endprodukt klingt im Optimalfall wie die Tanzfantasien eines Geistesgestörten, im schlimmsten Fall allerdings, als hätte man die komplette Electro-Instrumentefraktion einmal durch den Mixer gedreht.

SAM schaffen irgendwie die Gratwanderung zwischen diesen beiden Extremen, straucheln aber des öfteren mal auf die „Mixer“-Seite – Noise wird hier tatsächlich groß geschrieben, lärmig werden Electro-Beats und flirrende Instrumentalparts zusammengestückelt, das Spektakel auf 13 Songs gestreckt und auf die Menschheit losgelassen. Das Industrialprojekt um Daniel und Joel Meyer matscht bereits seit 2004 fröhlich durch den Underground und hat seitdem immerhin zwei Alben mit den schönen Namen „Synthetic Adrenaline Music“ (womit auch geklärt wäre, wofür der Bandname steht) und „Destruction Unit“ auf den Markt gebracht. Der dritte Output „Brainwasher“ steht nun in den Startlöchern und der Name ist hier tatsächlich Programm: Hört man das Album ein oder mehrere Male am Stück, hat man wirklich irgendwie das Gefühl, dass das Gehirn sich allmählich zu einer pampigen Grütze verflüssigt und sich durch Ohren und Nase davonmachen will. 

Nervenaufreibend ist der Stil des Duos also allemal, wirklich Spaß machen die Songs höchstens einzeln, als Paket gerät man aber in Turbulenzen, will man nur annährend versuchen, sich verschiedene Stücke herauszupicken. Alles verschmilzt zu einer einheitlichen Lärm-Orgie, bei der man die Lautstärke unwillkürlich ein wenig runterdreht. Da hilft auch die scherzhaft gemeinte, zu Beginn der Platte ausgesprochene Warnung, dass die folgenden Tracks irreperable Gehirnschädigungen verursachen können. Dabei gestaltet sich das dazugehörige Stück „Warning“ bis auf einen markerschütternden Schrei gar nicht mal übel; tanzbar ist der Song allemal, aggressive Beats und dominante Bassläufe stampfen ganz ordentlich vorwärts – ein guter Einstand, könnte man meinen. 

Die im Voraus groß als Hit angekündigte Single „Bull Fucking Shit“ entpuppt sich als wenig einfallsreich, wird doch minutenlang nur der Titel gesampelt und wiederholt und gesampelt und… man verliert sich in einer Endlosschleife aus heftigst verzerrten Samples, die irgendwann nur noch nerven. Etwas spezieller kommt da schon „Murder Inc.“ daher, dominieren hier doch sphärisch-verrückte Samples, die dem ganzen einen Future Pop/Electro-mäßigen Anstrich geben und irgendwie nach Drogenkonsum klingen… aber schön ist’s und obendrein eine gelungene Abwechslung. Die ist aber auch ganz schnell wieder Vergangenheit, denn weder „Psychic Driving“ noch „Corporate Violate“ können auch nur annährend mithalten – beide Stücke klingen recht ähnlich, stützten sich auf sirrende Samples und recht monoton angelegte Beats. Zu schade, aber darauf würde ich nicht mal tanzen, wenn mein Leben davon abhinge.

Wesentlich mehr reißen kann der Rest der Scheibe leider auch nicht – „MKSEARCH“ fungiert als Rausschmeißer und macht seine Sache einigermaßen gut, ein Quell an Innvation ist der Song aber nicht unbedingt.

Damit verbleibt ein recht schaler Geschmack; man hätte durchaus mehr erwartet, zumal SAM als eine der führenden Industrial/Rhythmic Noise-Bands gelten. Für Electro-Fans, die eher ein wenig in die Techno-Ecke tendieren, könnte „Brainwasher“ durchaus einen Versuch wert sein, Industrial-Fans entdecken hier vermutlich nichts Neues mehr. 

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