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Saltatio Mortis: Zirkus Zeitgeist

Der Kompass zeigt geradeaus
Wertung: 8,5/10
Genre: MIttelalter Rock
Spielzeit: 54:32
Release: 14.08.2015
Label: Universal Music

Die Spielmänner von Saltatio Mortis schlagen wieder zu. Nachdem die letzte Platte schon einen deutlich stärkeren sozialkritischen Einschlag hatte als zuvor und sich die Musik auch schon vom Mittelalterrock entfernte, gehen die Musiker diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiter und addieren zur Sozialkritik noch eine ordentliche Schippe Gesellschaftskritik und obendrein einen leicht verzweifelteren Ton.

Doch langsam, auf die Texte kommen wir später noch zu sprechen. Da muss man mehr dazu schreiben, als es in eine kleine Einleitung passen würde. Nehmen wir uns erst einmal die Musik vor.

Tatsächlich haben die Spielleute auch auf dem neuen Album noch mal eine kleine Prise an Härte zugelegt. Nicht wirklich viel, aber doch spürbar. Musikalisch auffällig ist vor allem ein deutlich Moll-lastigerer Tonfall. Dadurch bekommt die Platte einen fast schon trotzigen Unterton. Diese Tatsache passt auch perfekt zur textliche Aussage des Albums. Denn, musikalisch sind Saltiatio Mortis zwar eine Ecke härter geworden, aber der wirkliche Unterschied zum Vorgängerwerk liegt in der textlichen Arbeit.

Jetzt muss man nicht zu viel ausholen, denn jeder, der die Band auch nur am Rande kennt, der weiß, dass die Spielmänner noch nie mit ihrer Meinung hinter der Hand gehalten haben. Das dürfte auch schon ein Grund sein für die große Sympathie, die den Musikern entgegenschlägt. Bei "Zirkus Zeitgeist" haben Saltatio Mortis ihre eigenen Ketten gesprengt und sagen jetzt nicht mehr, was sie denken. Sie schreien es heraus. Dieser Umstand ist so ergreifend, dass man sich als Hörer kaum erwehren kann mitzuschreien. Damit schließen die Spielleute den Kreis zu ihrem eigentlichen Auftrag: Die Menschen aufzurütteln und ihnen den Spiegel vorzuhalten. Auf "Zirkus Zeitgeist" erledigt die Gruppe diesen Job besser als je zuvor und Saltatio Mortis waren vorher schon ziemlich gut in dieser Branche.

Ein weiteres Kapitel sollte man aber noch der Musik widmen, denn mit steigender Anzahl an Hördurchgängen wird natürlich auch das Gehör feinfühliger. Dabei fällt auf, dass Saltatio Mortis musikalisch immer anspruchsvoller werden. Am auffälligsten zu beobachten ist diese Veränderung bei Sänger Alea, der während der letzten Alben schon immer mehr aus seiner Stimme herauskitzelte und nun bei "Zirkus Zeitgeist" noch ein Stückchen besser seine Melodien zu Preise gibt. Sogar Basser Bruder Frank hat einen soloähnlichen Auftritt bei "Nachts weinen die Soldaten" und kann endlich mal ein bisschen auf den Putz hauen. Schade, dass der Bass sonst meist weit im Hintergrund steht, denn Bruder Frank beherrscht sein Instrument mindestens genauso gut wie seine Mitstreiter ihres und es würde bestimmt Spaß machen, ein bisschen mehr von ihm deutlich hören zu können.

Dass die Band den Nerv ihrer Fans getroffen hat wird unmissverständlich klar, als die Platte gleich mal direkt auf Platz eins der Albumcharts eingestiegen ist.

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