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Saltatio Mortis: Sturm aufs Paradies

Stürmt nicht das Paradies, stürmt die Bühnen!
Wertung: 9.5/10
Genre: Mittelalterrock
Spielzeit: 50:28
Release: 02.09.2011
Label: Napalm Records

Über die letzten Jahre haben sich die Spielleute von Saltatio Mortis von einer Straßen- und Undergroundband zu einem der Top Acts des Genres Mittelalterrock gemausert. Die mannigfaltige Bühnenpräsenz der Combo, die hochqualitativen Outputs und nicht zuletzt wohl auch der charismatische Frontmann Alea haben bewirkt, dass Saltatio Mortis nach und nach an Ruhm zugelegt haben. Außerdem pflegen nur sehr wenige Gruppen eine so enge Verbindung zu ihren Anhängern. Die haben dieser Tage wieder Grund zum Feiern, denn die Spielleute erfreuen mit einem neuen Album: "Sturm Aufs Paradies".

Das ist - wieder einmal - grundlegend sehr rockig ausgefallen. Songs wie „Ode an die Feindschaft“ oder auch „Eulenspiegel“ können wunderbar als Belege hierfür herangezogen werden. Doch auch von einer ungewöhnlich ruhigen Seite präsentieren sich Saltatio Mortis: „Gott würfelt nicht“ ist ein sehr melancholischer und tiefgehender Song, der die Seele berührt. Die hintergründigen Texte waren schon immer Teil der Band, dieser Song betritt textlich aber eine ganz neue Ebene, da er sich sehr sozialkritisch und direkt auf ein momentan bestehendes Problem bezieht und nicht über eine fiktive Darstellung die Augen zu öffnen versucht.  

Mit „Orpheus“ wird aber gleich wieder in altbekannter Manier verfahren. Hier greifen Saltation Mortis wieder einmal ein Märchen beziehungsweise eine Legende auf und stecken sie in ein auffällig rockiges Gewand. Gastsängerin Julia Vukelic bereichert den Track dazu mit ihrer wunderbaren Stimme.

Mit „Fiat Lux“ wird's noch einmal sozialkritisch; diesmal beschäftigt man sich mit der Atomenergie und ihren katastrophalen Folgen. Die Spielleute sind erwachsen geworden und kommen leider auch nicht mehr daran vorbei, der Welt den Spiegel vorzuhalten. Wie schön ist dann doch auch wieder eine Nummer wie „Der letzte Spielmann“, die mit fettem Punkbeat vorwärts drückt und hoffentlich auch bald im Liveprogramm der Band auftauchen wird.

Saltatio Mortis haben sich mit „Sturm aufs Paradies“ nicht neu erfunden, aber weiterentwickelt. Die Lieder sind noch mehr ausgearbeitet, der Sound der Scheibe ist rockiger und gleichzeitig noch sauberer und die Atmosphäre dichter als je zuvor. Im Gegenzug erwartet die Hörer eine textliche Tiefe, wie man sie von der Band bisher nicht kannte. Anhänger der Combo sollten die Scheibe eigentlich längst zu Hause haben und alle anderen, die mit der Musikrichtung auch nur annähernd etwas anfangen können, sind gut beraten, wenn sie den Rundling zumindest einmal probehören. Im Prinzip macht man aber auch nichts verkehrt, wenn man das Teil einfach gleich einpackt, denn so umfassend gut waren Saltatio Mortis bisher noch nie.

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