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Saltatio Mortis: Manufactum II

Stimmungsvolle Wiedergabe der Mittelaltermarkt-Konzerte
keine Wertung
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 66:37
Release: 30.04.2010
Label: Napalm Records

Handgemachtes ist immer noch am besten, soll man meinen. Ob die auf „Manufactum II“ dargestellte akustische Seite von Saltatio Mortis wirklich ihre beste ist, ist eine Frage des eigenen Geschmack. Eindeutig kann man aber sagen, dass die Stimmung, die die Mannheimer Spielleute auf ihren mittelalterlichen Konzerten verbreiten, nur auf einem Live-Album wie diesem zur Geltung gebracht werden kann.

Denn auf den 17 Songs, die wohl zumindest größtenteils vom Mittelalterlich Spectaculum in Telgte stammen, bekommt man – neben der Musik – die Aktivität des Publikums durchaus gut mit, sei es nun bei den recht kurz gehaltenen, im Wortlaut ein wenig gestelzt-altertümlich gehaltenen Ansagen oder mitten in den Liedern bei der „rhythmischen Publikumsbeteiligung“.

Einige der verwendeten Songs tauchen zwar schon auf dem Live-Vorgänger „Manufactum“ auf, es wird wieder mit dem „Merseburger Zauberspruch“ eröffnet und auch „Dessous Le Pont De Nantes“ und das „Palästinalied“ werden gegen Ende noch einmal verwendet, allerdings sind diese stets (völlig) anders umgesetzt als noch vor fünf Jahren.
Die diesjährige Songauswahl ist im Vergleich auch weniger auf instrumentale Stücke zugeschnitten – sechs reine Instrumentalstücke stehen elf Sonst mit Gesang gegenüber.
Auf die CD haben es auch einige Tracks geschafft, die bislang auf keinem Studioalbum zu finden waren und insofern nur live angehört werden konnten.

Darunter findet sich zum Beispiel der einzige Song mit Gasteinwirkung, der von Alea und William von Rapalje zusammen gesungene, der reine Vokaltrack „Loch Lommond“, der mit seiner langsamen, getragenen Natur einen willkommenen Gegensatz zu den sonst im Großteil schnelleren Nummern der Band bietet - schnellere Songs wie „Le Corsaire“, bei dem Alea auf französisch das Leben von Piraten besingt oder aber „Dr. Eisenhans“, einem Instrumental, das durch Geschwindigkeit und Machart zum Tanzen einlädt.

Mag man bei einem Live-Album durchaus mit „Qualitätsverlusten“ in spielerischer und/oder soundtechnischer Hinsicht rechnen, so ist dies – trotz der Open Air-Aufnahme auf einem Mittelaltermarkt – bei „Manufactum II“ überhaupt nicht der Fall: Qualitativ ist das Album auf höchstem Niveau, auch das Mixing stimmt und die Zuschauerreaktionen sind zwar präsent, nehmen aber nicht überhand.

Insgesamt ist „Manufactum II“ eine lohnende Investition für Mittelalter-Fans, vor allem insofern, als dass es laut Aussage von Saltatio Mortis auf absehbare Zeit keine akustischen Studioalben mehr geben wird und es so keine andere Möglichkeit gibt, einige der Songs auf CD zu besitzen. Einen vollwertigen Ersatz für eine live miterlebte Mittelaltershow der Band kann das Live-Album zwar nicht bieten, aber sie ist so nah dran wie möglich.

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