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Saltatio Mortis: Manufactum

Eine gute Gelegenheit, seinen musikalischen Horizont zu erweitern
Wertung: 8/10
Genre: Mittelalterliche Musik
Spielzeit: 51:44
Release: 31.01.2005
Label: Napalm Records

Dass das Mittelalter noch immer existiert, wissen wir seit Corvus Corax; dass es rockt allerdings erst seit Saltatio Mortis. Und hier rocken nicht die bekannten harten Elemente aus der Rockmusik, sondern allein die traditionellen Instrumente, wie Dudelsäcke und Trommeln. Beim Betrachten der bisherigen Veröffentlichungen erkennt man schnell, dass akustisch-mittelalterliche CDs sich mit Alben, die sich rockigen und elektronischen Klängen bedienen, abwechseln. Nachdem es sich bei "Erwachen", erschienen Anfang 2004, um einen Tonträger der zweiten Sorte handelt, unterstreicht die neuste akustische Veröffentlichung "Manufactum – Live auf dem Mittelaltermarkt" dieses System der sich abwechselnden Publikationen. Damit zeigen sich die Mannheimer Spielleute konsequenter als Bands wie In Extremo, welche sich vollständig auf die neumodischen Klänge mit mittelalterlichen Einflüssen spezialisiert haben. Auch ist die Gründung eines zweiten Projektes, wie bei Corvus Corax und Tanzwut (zwei Projekte der gleichen Musiker) nicht nötig.

Das Album "Manufactum – Live auf dem Mittelaltermarkt" wird ab dem 31.01.2005 erhältlich sein und 23 Tracks enthalten. Bei 13 dieser Tracks handelt es sich um Lieder, die restlichen 10 enthalten Ansagen von Schlagzeuger Lasterbalk der Lästerliche und dem Quotenadligen Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein. Mitgeschnitten wurde der Auftritt, der im Rahmen des Mittelalterlich Spectaculum stattfand, im August letzten Jahres.

Die gespielte Setlist ist eine bunte Mischung aus den Tracklists der beiden bisher erschienen mittelalterlich-akustischen CDs "Tavernakel" (2001) und "Heptessenz" (2003), die hauptsächlich aus traditionellen Melodien bestehen.

Rein instrumental ist die CD jedoch nicht. Lieder wie "Desous le pont de Nantes", welches von mehreren der Musiker gleichzeitig gesungen wird, oder das schnelle "Leporina Venatio" sind die Stücke, die Abwechslungen zu den sonst meist instrumentalen Liedern bieten.

Insgesamt kommen die Klänge der Percussions sehr kraftvoll und teils auch bassig aus den Boxen. Die hellen und lebendigen Klänge der Sackpfeifen rufen eine deutliche Kontrastwirkung hervor, wie beispielsweise in "Chaperon Rouge". Gerade "In Taberna", gesungen von Alea dem Bescheidenen, ist ein Beweis dafür, dass der Spruch "Mittelalter rockt!" mit dem Saltatio Mortis wirbt, wahr ist. Aggressive und schnell stampfende Trommelklänge in den letzten Takten des Liedes unterstreichen die Aussage.

Wer sich Spielmann nennt, der sollte nicht nur Musik machen, sondern das Publikum auch anderweitig unterhalten. Dies setzen bei Saltatio Mortis vor allem die amüsanten Ansagen zwischen den Liedern, in denen das Publikum fortwährend in die Show eingebunden wird, in die Tat um.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Saltatio Mortis hier eine recht gute Auswahl an Songs auf die CD gebannt haben. Anfangs fehlt mir persönlich zwar irgendwie der Gesang, dieser wird jedoch in der zweiten Hälfte der CD verstärkt verwendet. Auch zu Hause meint man die Atmosphäre des Mittelaltermarkts hautnah spüren zu können, allerdings sind einige Sprüche aus dem Publikum (wie zum Beispiel „Alea, ich will ein Kind von dir“) doch etwas nervig. Eine nette Geste ist die Vorstellung aller Crew-Mitglieder mit Bild und teils kleinen Erläuterungen über ihre Tätigkeit im beiliegenden Booklet.

Gerade für Fans der modernen Klänge, welche sich hin und wieder mittelalterlichen Klängen bedienen, ist Manufactum – Live auf dem Mittelaltermarkt eine gute Gelegenheit, seinen musikalischen Horizont zu erweitern, indem man seine Aufmerksamkeit auch einmal mehr auf die Wurzeln der Musik richtet.

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