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Saltatio Mortis: Licht und Schatten - Best Of 2000 - 2014

Eine Zusammenfassung von vierzehn Jahren Bandgeschichte
Wertung: ohne Wertung/10
Genre: Folk Rock/Mittelalterrock
Spielzeit: 103:53
Release: 17.06.2016
Label: Napalm Records

Eigentlich haben sie sich recht lange Zeit gelassen. „Licht und Schatten“ ist das erste Best-Of-Album der Spielmänner von Saltatio Mortis. Zehn Alben und drei Liveaufnahmen haben die Musiker bisher veröffentlicht und nun steht mit „Licht und Schatten - Best Of 2000 - 2014“ das erste Sammelwerk in den Läden. Bevor wir uns der Frage widmen, ob diese Scheibe sinnvoll ist, schauen wir uns mal an, was der Silberling zu bieten hat.

Das ist nämlich gar nicht so wenig. Knapp 104 Minuten umfasst die Doppel-CD und sie birgt 25 Lieder. Die Spielmänner klotzen also wie gewohnt. 22 der Songs sind bereits veröffentlicht worden und wurden für die Best-Of neu herausgeputzt. Drei Stücke sind komplett neu und wurden hinten an die Zusammenstellung angehängt.

Die Zusammenstellung der schon veröffentlichten Songs darf man als eine Mischung der besten Songs von Saltatio Mortis verstehen. Man muss aber nicht der gleichen Meinung wie die Band sein. Die Truppe hat nämlich mehr zu bieten als ihre Topseller. Ohne Zweifel bekommt man mit der Doppel-CD schon einen recht geschmeidigen Überblick über das Schaffen der Barden.

Hier die besten Stücke aufzuzählen, wäre ein bisschen sehr doof, es geht ja um eine Best-Of. Trotzdem kann man Anspieltipps mit auf den Weg geben. Und zwar sind das alle Stücke, die klangtechnisch überarbeitet wurden. Ganz klar, die Originalaufnahmen haben ihren eigenen Charme, keine Frage. Der neue, bessere Sound hat aber auch etwas. Vor allem Songs wie der „Spielmannsschwur“ können im aufpolierten Gewand durchaus überzeugen.

Schnell kann man dem fatalen Trugschluss erlegen, dass man hier ein Liveset der Spielmänner hört. Nicht wegen dem Sound, aber die Setlist würde schon gut für ein Konzert von SaMo passen. Und einige der Songs auf dieser Zusammenstellung sind oder waren auch Dauerbrenner bei den Konzerten der Spielleute.

Es müssen noch ein paar Worte verloren werden zu den Bonustracks auf CD zwei. Diese haben nämlich im ersten Moment für eine Schockstarre beim Bearbeiter dieses Textes gesorgt. Wenn man sich lange und relativ intensiv mit Saltatio Mortis auseinandersetzt, dann bleibt das Fazit, dass sich die Formation längst von einer Reenactment-Mittelalter-Bande zu ernstzunehmenden Spielleuten mit durchaus auch tiefgründigen und politischen oder mehr sozialen Themen entwickelt hat. Hier liegt die Überraschung nicht begründet. Vielmehr ist es der Sound der neuen Songs, der im ersten Moment ein bisschen verstört. Im Vergleich zu früher treten nämlich die akustischen Instrumente noch ein bisschen weiter in den Hintergrund. SaMo klingen hier deutlich mehr nach Rockband als jemals zuvor. Ob sich hier schon ein Weg in die Zukunft abzeichnet, das kann man aus nur drei Songs nicht ableiten. Jedenfalls darf man gespannt sein, denn eines hatten Saltatio Mortis noch nie: Stillstand.

Das ist kein Verbrechen und schlussendlich hat man sich als Hörer einfach an die neue Soundgewandung gewöhnt. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, hört man auch die unverstärkten Instrumente wieder klar und deutlich. Ab hier kann man auch wieder völlig entspannt die Texte geniessen, die uns die Strassenpropheten mal wieder in unmissverständlicher Weise um die Ohren hauen.

Braucht man die Platte nun, oder nicht? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Grundlegend ist die Platte nichts für Leute, die mit Folk-Elementen nichts anfangen können. Das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Am besten aufgehoben ist das Werk in den Händen derer, die zwar schon mal ein Konzert der Band besucht haben oder auch ein paar Songs kennen. Hier bekommt man dann ein paar sehr gute Gründe, die Diskografie der Barden einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

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