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Saltatio Mortis: Des Königs Henker

Mehr in Richtung ebenbürtiger Mitstreiter
Wertung: 9/10
Genre: Mittelalter Rock
Spielzeit: 48:0
Release: 29.08.2005
Label: Napalm Records

Es ist schon verwunderlich, mit welch niedrigem Zeitabstand die Musiker von Saltatio Mortis ihre Alben veröffentlichen. Klar, die letzte CD ("Manufactum") war ein Live-Album ohne neue Songs, doch die Veröffentlichung des Vorgängers ("Erwachen") erfolgte noch letztes Jahr und auch davor überschritt die Wartezeit nie die 365-Tage-Marke. Ebenfalls treu bleiben die Mannheimer Mittelalter-Rocker ihrer Serie, die besagt, dass sich ihre Rock-Alben stets mit den rein mittelalterlichen Akkustik-CDs abwechseln.

Mit "Des Königs Henker" legen Saltatio Mortis eine neue Medieval Rock-Scheibe vor, die sich wirklich sehen lassen kann. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Alben wurde nun fast gänzlich auf elektrische Klänge verzichtet.

Schon der das Album betitelnde Song an erster Stelle definiert die neue Richtung, in welche sich die sieben Musiker nun musikalisch zu bewegen scheinen. Die Stimme von Sänger Alea klingt düster und rauer als gewohnt. Gleiches gilt für die Musik: Die E-Gitarren glänzen durch Riffs, die auch im Metal wohl nicht fehl am Platz wären. Spätestens bei dem durch Dudelsäcke umgesetzten Hauptthema wird deutlich, dass die mittelalterlichen Instrumente trotz allem nicht an Aussagekraft verloren haben.

Beim Hören der nächsten Songs verstärkt sich der Eindruck. Während beim vierten Track "Verführer" (ein vertontes Gedicht aus der Feder von Literatur-Nobelpreisträger Herman Hesse) hintergründig stellenweise die Doublebass dröhnt, fragt man sich, was Saltatio Mortis dazu bewegt hat, von den früher viel fröhlicheren und elektrischen Klängen Abschied zu nehmen. Schlecht war die Entscheidung keinesfalls.

Den besten Beweis dafür, dass der Gesang trotzdem noch sehr emotional sein kann, liefert der durch Shouts brillierende Song "Rette Mich" oder "Vergiss mein nicht", welches durch mehrstimmigen Gesang eingeleitet wird. Zur Hälfte der Spielzeit folgt die düster-melancholische Ballade "Tote Augen".

Die Songtexte stammen abgesehen von zwei Ausnahmen von Saltatio Mortis. Neben "Verführer" ist dies "Ecce Gratum", ein Lied aus der mittelalterlichen Handschrift der Carmina Burana, welches unplugged eingespielt wurde.

Die wieder heitere, druckvolle Rockgranate "Keines Herren Knecht" markiert ein weiteres Highlight der Scheibe. Verglichen zu den Vorgängern ist die Produktion weitaus klarer und die Gesangsspur passt sich besser in die Untermalung ein.

Mit den 12 Songs bringt "Des Königs Henker" es auf eine überaus faire Länge von ca. 48 Minuten. Auf der limitierten Edition im Digipack ist ebenfalls als Track Nr. 13 eine akustische Version von Equinox (enthalten auf dem ersten Rockalbum "Das Zweite Gesicht") vorhanden.

Durch die musikalische Umgestaltung sind Saltatio Mortis einen Schritt gegangen, der sie zwar von ihrem eigenen Stil mehr in Richtung ebenbürtiger Mitstreiter rückt, aber dennoch überzeugt. Positiv zu erwähnen ist besonders die stimmliche Leistung von Sänger Alea, welcher durch seine auffällige Art inzwischen zum signifikanten Aushängeschild der Formation geworden ist. Eine klare Kaufempfehlung geht an alle, die sich als „für experimentelle Musik empfänglich“ bezeichnen.

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