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Saltatio Mortis: 10 Jahre Wild Und Frei

Es ist praktisch nicht möglich, die Stimmung eines Livegigs noch besser auf DVD zu bannen
Wertung: 9.5/10
Genre: Mittelalter Rock, Mittelalter Folk
Spielzeit: 251:00
Release: 01.04.2011
Label: Napalm Records

Live-DVDs sind immer eine spannende Geschichte. Auf die Produktionscrew kommt die Aufgabe zu, in der Regel ein einziges, nicht wiederholbares Konzert so zu filmen und den Ton aufzunehmen, dass daraus eine kleine Scheibe werden kann, die möglichst viel der Atmosphäre des entsprechenden Abends transferiert. Oft scheitert diese Aufgabe schon am Sound, der entweder schon schlecht aufgenommen wurde oder nachträglich zu Tode produziert wird. Es gibt nichts schlimmeres als einen offensichtlichen Spielfehler, der dann overdubbed wurde. All das wurde der DVD von Saltatio Mortis nicht angetan. Der Rundling klingt ehrlich und nach einem Livegig, der es ja auch nun mal war. Natürlich haben die Mittelalterrocker nicht irgendein Konzert mitgeschnitten, für den entsprechenden Gig wurde ein Konzert in der historischen Stadthalle Wuppertal abgehalten, die kurz zuvor renoviert wurde. Die Halle unterstreicht die Stimmung des außergewöhnlichen Konzerts deutlich und die Kamerafahrten durch die Zuschauer alleine bieten schon eine atemberaubende Kulisse. Die Fans sind auch genau in der richtigen Lautstärke mit auf die DVD gebannt, was den Eindruck, genau in der Mitte zu stehen, nochmals unterstreicht.

Doch natürlich gehört zu einem guten Konzert mehr als nur eine schöne Location und viele gut aufgelegte Fans. Mit der Band und ihrer Songauswahl steigt und fällt der ganze Abend. Saltatio Mortis haben zu ihrem zehnjährigen Bestehen eine Melange aus alten und neuen Stücken vorbereitet, die stellenweise schon lange nicht mehr von der Band gespielt wurden. Als ob das noch nicht ausreichen würde, haben die Spielleute noch einige Weggefährten dazu überreden können, an dem Abend für einige Songs mit auf der Bühne zu stehen. Neben früheren Mitstreitern (Toron Trommelfeuer, Johanna von der Vögelweide und Cordoban der Verspielte) hat die Gruppe sich auch Verstärkung aus befreundeten Bands dazugeholt. Mit auf den Brettern stehen die Szenegrößen Bodenski, Frau Schmitt und Eric Fish von Subway To Sally, Dr. Pest von Die Apokalyptischen Reiter, Victor Smolski von Rage und die Rockröhre Doro Pesch. Während dieser Lieder merkt man der Band und vor allem Frontmann Alea oft an, wie begeistert und überwältigt sie selbst von der Kulisse, dem Publikum und dem Ambiente des Abends sind.

Natürlich lassen es sich die Spielleute nicht nehmen, all ihre großen Stücke zu spielen. Höhepunkte gibt es während des Konzertes mannigfaltig. Der Titel „Daedalus“ mit Eric Fish im Duett geht tief unter die Haut, ebenso wie „Salome“, das Alea mit Doro gemeinsam singt. Die rührende Ansage zu „Nichts bleibt mehr“ wird auch vielen Anwesenden in Erinnerung bleiben, da Alea ehrlich erzählt, wie er sich mithilfe dieses Songs immer wieder aufrappeln kann. Bemerkenswert ist auch, wie Alea mit nur einer einzigen Armbewegung das Publikum zum Brüllen bringt. Natürlich gibt es auch die inzwischen obligatorische Crowdsurfeinlage, die auch richtig gut in Szene gesetzt wurde. Die Wall Of Death bei „Wir Säen Den Wind“ scheitert allerdings ganz primitiv an der nicht vorhandenen Bereitschaft der Zuhörer gegeneinander anzulaufen. Trotzdem oder gerade deswegen gehört der Titel zu den Höhepunkten auf dem Silberling. Beendet wird das Konzert wie immer mit dem „Spielmannsschwur“ der ein wirklich gelungenes Konzert gebührend ausklingen lässt. Die Band klingt wie der Titel der DVD lautet: Wild Und Frei!

Außer dem Konzert gibt es auch noch Backstagematerial zu sehen, das tiefe Einblicke in den Produktionsablauf der DVD bietet. Zwischen das Material sind auch immer wieder Auszüge aus Interviews mit verschiedenen Bandmitgliedern eingebunden.

Neben der DVD enthält die Digipackversion auch noch eine CD, auf der 17 ausgewählte Stücke des Konzerts zu hören sind. Übernommen wurde der Originalsound der DVD, somit ist auch auf der CD die enorme Kraft des Konzertes zu hören.

Saltatio Mortis haben mit „Wild Und Frei“ ein Werk abgeliefert, das jeder, der auch nur annähernd etwas mit Mittelalterrock und Live-DVDs anfangen kann, mindestens einmal gesehen haben sollte. Je nach Möglichkeit am besten richtig laut.

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