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Saitenfeuer: Kein Zurück

Fast schon dem Mainstream unterworfen
Wertung: 5.5/10
Genre: Deutschrock
Spielzeit: 47:00
Release: 23.08.2013
Label: Better Than Hell Records / Edel

Was die Jungs von Saitenfeuer auf ihrem letzten Album "Auf und davon" fabriziert haben, mag zwar nicht die größte Offenbarung in Sachen Deutschrock gewesen sein, aber immerhin ein anständiges Werk, mit dem man die nationale Konkurrenz ein wenig ärgern konnte. Ein Jahr später fehlen dem Quintett aus Leipzig allerdings leider die entscheidenden Argumente; die Luft ist schnell raus, die Songs sind zäh und kaum mehr angriffslustig, und ein bisschen Kitsch ist auch mit drin, wenn die Ostdeutschen in einigen der 13 neuen Stücke das Tempo bewusst herausnehmen. Das ist eigentlich schade, denn viele der vorgebrachten Ideen sind im Ansatz gar nicht mal so verkehrt.

Dass "Kein Zurück" jedoch vor allem am fehlenden Biss und der meist sehr gebügelten Produktion mehr zu knabbern haben wird als am grundsätzlichen Songwriting, sollte die fünf Herrschaften im Nachhinein ärgern. Denn vor allem der Rahmen des neuen Albums ist stark angepasst und fast schon dem Mainstream unterworfen. Letzteren gibt es zwar mittlerweile auch längst in der Deutschrock-Szene, jedoch wird dort größtenteils schärfer geschossen als es Saitenfeuer hier überhaupt erst versuchen wollen.

Selbst wenn es mal ein bisschen flotter zugeht wie im Opener "Bis ins Herz" oder im ganz ordentlichen "Komm mit mir" hört man nicht die Entschlossenheit heraus, die eben gerade diese Tracks benötigen würden. Und wenn man dann die Geschwindigkeit auf Sparflamme kocht und mehr auf Melodien und Atmosphäre setzt, fehlen die Späne, das Dreckige und leider auch der letzte Kick, der die Songs attraktiv gestalten würde. "Lass uns endlich wieder" und "Wir reisen durchs Land" sind schlichtweg lahm und passende Beispiele für den qualitativen Zwiespalt, den man auf "Kein Zurück" des Öfteren durchlebt.

Am Ende lassen "Saitenfeuer" auf ihrem neuen Album deutlich Federn und erlahmen vor allem mit ihrer viel zu klar polierten Produktion. Würde man musikalisch in eine andere Richtung tendieren und sich nicht zwingend an pathetischen Deutschrock-Geschichten aufhalten, könnte man das Ganze sicher aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Doch im sich anbietenden, unvermeidbaren Vergleich zu den vielen zuletzt aufgestiegenen Bands dieser Szene haben Saitenfeuer mit ihrer musikalischen Light-Variante definitiv das Nachsehen.

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