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Saints Of Ruin: Nightmare

Experimentierfreudiger Goth-Pop mit viel Luft nach oben
Wertung: 6.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 49:56
Release: 14.05.2010
Label: Echozone

Die Saints Of Ruin aus Kalifornien konnten sich auf diversen Konzerten schon eine loyale Anhängerschaft auf ihrem Kontinent erspielen und wollen nun mit ihrem Debüt „Nightmare“ auch international den Durchbruch schaffen. Dazu setzt man auf eine Mischung aus Gothic Rock und den Power-Pop-Vocals der Sängerin Ruby Ruin und gibt sich auch gerne mal experimentell. Obwohl jedoch viele gute Ideen vorhanden sind und auch am Mikrofon eine recht gute Leistung geboten wird,  ist das Songwriting noch nicht ausgereift genug, um auf Dauer mitreißen zu können.

Die meiste Zeit über steht der Gesang von Ruby im Vordergrund, die Gitarren spielen größtenteils eine eher unterstützende Rolle. Dass die Dame Potential hat, ist unverkennbar, jedoch wird dieses längst nicht voll ausgenutzt. Die sehr eingängigen Gesangsmelodien setzen sich zwar schnell im Ohr fest und werden auch durch unterschiedliche Stile relativ variabel gehalten, auf lange Sicht fehlen aber die ganz großen Momente im Gesang, denn wirklich spektakuläre Leistungen gibt es selten bis gar nicht zu hören. Trotzdem hat die poppige Stimme von Ruby durchaus ihren Reiz, vor allem da sie sich meistens gut in die Musik einfügt. Abseits des reinen Rock-Fundaments setzt man auch gerne mal Keyboards, elektrische Sounds und sogar ein Didgeridoo ein, so dass für Abwechslung gesorgt ist.

Beginnen tut das Album mit dem Goth-Pop-Stück „Ashes“: Relativ simple Riffs treffen auf den melodischen Gesang, der im Ohrwurm-Refrain besonders einprägsam erschallt. „Dying Time“ zeigt sich dann anschließend ähnlich einfach gehalten, bietet aber immerhin einige großartige Hooklines und einen starken Chorus. Das Concrete Blonde-Cover „Bloodletting“ stellt dann das erste wirkliche Highlight auf dem Album da und wartet als düstere Interpretation des Originals mit verführerischem Gesang und Orgel-Klängen auf, ohne sich von der ursprünglichen Version zu weit zu entfernen. Mit dem Titelstück „Nightmare“ haben Saints Of Ruin auch eine finstere Ballade an Bord, die mit ihrer unheimlichen Atmosphäre die CD angenehm auflockert. Weiterhin melancholisch gibt man sich auf mit dem Anti-Kriegs-Song „End Of Days“, in dem es auch Unterstützung in Form einer akustischen Gitarre zu hören gibt – trotz allem erscheint das Ganze durch das eher durchschnittliche Songwriting ein wenig eintönig, obwohl gute Ansätze durchaus vorhanden sind.

Eine kleine Überraschung bietet „Be My King“: In den Strophen wird fast ausschließlich auf elektronische Klänge samt dazu passendem Beat in düsterer Stimmung gesetzt und der bisherige Stil somit fast komplett über Bord geworfen – im Refrain jedoch erklingt wieder das klassiche Instrumentarium und die mit Abstand poppigste Melodie des Albums, die jeder Power-Pop-Band gut zu Gesicht stehen würde. Sicherlich ein gewöhnungsbedürftiger Song, aber auch definitiv interessant und solide umgesetzt. Das eingangs erwähnte Digderidoo gibt es dann im eher schwachen Stück „A Murder Of Crows“ zu hören, das aber immerhin ein gelungenes Gitarren-Solo am Start hat. Der „Halloween Song“ führt das Ganze dann wieder aufwärts und wartet mit einer herrlich düster-ironischen Atmosphäre auf, die durch spaßige Keyboard-Klänge und den mit Lalala-Chören großartigen Refrain erzeugt wird. Auch „Never Go Away“ weiß als ruhiges, sehr düsteres Stück zu gefallen und zeigt, dass das Songwriting auch mal gut funktionieren kann, denn gegen Ende wird dank einem weiteren guten Solo und männlichen Gesang deutlich an Dramatik zugelegt.

„Dark Night“ vertraut dann wieder auf die übliche Formel des poppigen Gothic Rocks, hält aber ebenfalls wieder männlichen Gesang bereit, während der letzte Song „The Darkening“ in eine ganz andere Kerbe schlägt. Hier stehen ausnahmsweise einmal die Gitarren im Vordergrund und bieten einige harte Riffs und sogar ein paar Growls sind im Hintergrund zu vernehmen. Obwohl das Stück im Kontext des Albums durchaus sehr interessant ist, kommen doch zu viele Wiederholungen vor, um hier von einem Hit sprechen zu können.

„Nightmare“ ist ein ambitioniertes Debüt, das in vielen Passagen zeigt, dass eine Menge Potential in der Band steckt, jedoch oftmals an den zu simplen Songstrukturen samt häufigen Wiederholungen scheitert. Auch der Gesang Ruby Ruins ist sicherlich ausbaufähig, denn die wirklichen Gänsehaut-Momente sind noch nicht wirklich zu hören. Trotzdem hat die Formation mitsamt ihrer Frontfrau viele interessante Ideen in ihr erstes Werk eingearbeitet und versucht sich so von der Konkurrenz abzuheben – mit ausgeklügelteren Songs wäre hier sicherlich noch viel Luft nach oben, aber auch so ist „Nightmare“ definitiv kein schlechtes Album, auch wenn man hier keine Offenbarung in diesem Gerne erwarten darf.

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