Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Saidian: Evercircle

Qualitativ guter Melodic Power Metal
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Power Metal
Spielzeit: 56:02
Release: 29.05.2009
Label: Blistering Recoords / Edel

Die deutsche Metalband Saidian bringt mit „Evercircle“ den Nachfolger von „Phoenix“ und somit ihr drittes Studioalbum auf den Markt. 

Die vier Jungs bieten dem geneigten Hörer Melodic-/ Power-Metal der alten Schule, wenn sie auch erst seit 2004 bestehen, könnten sie einigen Genre-Größen schon fast das Wasser reichen.

Der Opener „Out Of The Shadows“ bietet genau das, was man von dieser Musikrichtung erwarten würde: Flottes Tempo, voller Klang, gut eingearbeitete Backingvocals und Keyboardklänge, interessante Gitarren-Solos und den typischen Gesang. Zu den Vocals sei noch zu sagen, dass Sänger Engel seine Stimme gut unter Kontrolle hat und auch nur selten in ganz hohe Lagen entschwindet. Man setzt vor allem auf Melodie und Atmosphäre, durch das Keyboard und die chorartigen Einschübe wird zudem ein gewisser Grad an Bombast erreicht, man achtet jedoch darauf, nicht zu übertreiben. Das flotte Grundtempo verdankt der Song vor allem der treibenden Rhythmusfraktion, überwiegend den Drums, welche eindeutig die Marschrichtung vorgeben.

Mit „Tokyo“ hat sich sogar der erste Coversong mit aufs Album geschlichen. Ursprünglich von der gleichnamigen Band Tokyo, später auch als Craaft bekannt, wird dem Stück aus dem Jahre 1981 neues Leben eingehaucht. Leider schafft es der Track nicht so zu überzeugen. Man hat hier nicht mehr den Fokus auf den Gesamtklang gelegt, wie beim Opener, sondern stellt den Gesang klar in den Vordergrund und schraubt die Instrumente dynamisch gesehen stark zurück. Zwar hat der Titel, trotz spärlichen Songwritings - aber dafür können in dem Fall Saidian ja nichts - noch einen gewissen Reiz, die ausgefüllte Atmosphäre fehlt jedoch.

„Solomon‘s Dance“ kann sich nach einem leider etwas schwachen Intro, welches sich durch das Keyboard und einen sehr getragenen Klang auszeichnet, jedoch stark steigern und entwickelt sich zu einem überraschenden Song mit eingängigem Rhythmus, welcher auf eine interessante Weise umgesetzt und hervorgehoben wird, sowie hoher Ohrwurmqualität.

Dann kommt das, was man auf wohl jedem Longplayer dieser Spielart finden kann: Eine Ballade, hier vertreten durch „Once In My Dreams“. Nach dem Intro durch die Akustikgitarre bekommt man einige schöne Keyboardläufe zu hören, bevor dann Piano und etwas dunklerer Gesang einsetzten, um ihre Geschichte zu erzählen.

Weiterhin bietet „Evercircle“ noch einige rockige Stücke, wie „Stroke Of Genius“, „Sign In The Sky“ und das treibende „Moonlight‘s Calling“, welches stellenweise ebenfalls als Halbballade gekennzeichnet werden kann. Einzig befremdlich mutet der Einstieg zu „Pale Moon Rider“ an, scheint man hier doch etwas zu stark elektronisch ans Werk zu gehen. Episch und bombastisch wird es noch mal beim Schlusstrack „Halos for Everyone“, welches auf der Zielgeraden zur Unterstützung der Drums noch ein paar Glockenschläge mit einbaut.

Im Allgemeinen bieten Saidian das, was man von Bands wie Helloween, Edguy und bis zu einem gewissen Grad auch von Sonata Arctica und Rhapsody Of Fire kennt. Sie vereinen rockig metallische Gitarren und Drums mit klaren Keyboardpassen/ -läufen, starken Vocals und garnieren das Ganze mit einer kleinen Portion Bombast und einem großen Part Eingängigkeit, Ohrwurmqualität und Atmosphäre. Jedoch schaffen sie es, immer wieder gute Gitarren-Solos und Riffs einzubauen und kommen dabei nicht in Gefahr, ins Progressive abzurutschen. Schade ist nur, dass das Album im Mittelteil einen qualitativen Hänger hat, der erst mit den letzten beiden Stücken wieder behoben wird.

Fazit: Saidian bieten mit „Evercircle“ Melodic Power Metal auf hohem Niveau. Sie veröffentlichen ein starkes Album, welches zwar viele Anleihen der Genre-Größen hat, dies aber auf eine gute Art und mit viel Qualität vorgetragen wird. Würden die vier noch etwas mehr Eigenständigkeit und Individualität mit einbauen, dürfte die Formation auch erfolgstechnisch bald noch höher greifen könne, das Potenzial haben sie auf alle Fälle.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna