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Sahg: Sahg III

Nicht schlecht, aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas
Wertung: 7/10
Genre: Doom / Stoner Rock
Spielzeit: 42:18
Release: 27.08.2010
Label: Indie Recordings

In der norwegischen Szene geht es ganz schön inzestuös zu: King Ov Hell, damals noch Bassist bei Gorgoroth, die Gitarristen Ice Dale (Enslaved, i) und Thomas Tofthagen gründeten 2002 Audrey Horne, letztes Jahr wurde Ov Hell mit unter anderem King Ov Hell und Ice Dale ins Leben gerufen – und auch bei Sahg sind alle drei wiederum involviert: Tofthagen und King Ov Hell als Gitarrist beziehungsweise Bassist, und Ice Dale als Co-Produzent bei vorliegender dritter Scheibe.

Und meistens besteht ja die Gefahr, dass bei Bands, die zu einem Großteil aus demselben Line-up bestehen, letztlich immer die gleiche Musik herauskommt – nicht so bei den an genannten Projekten beteiligten Herren; da wird mal Black Metal (Gorgoroth, Ov Hell), mal Classic Rock (Audrey Horne), oder im Falle von Sahg eine Mischung aus Doom, Classic- und Stoner Rock zelebriert, man hat also durchaus einen weitläufigen musikalischen Horizont.

Für sich gesehen ist das, was Sahg spielen, dennoch nicht wirklich innovativ, der Black Sabbath-Einfluss ist überdeutlich, zumal Frontmann Olav Iversens Stimme in manchen Momenten sogar an Ozzy Osbournes quäkiges Organ erinnert. Dennoch bekamen die ersten beiden Alben, schlicht „I“ und „II“ betitelt, überwiegend ziemlich gute Kritiken – doch warum auch nicht, so lange handwerkliches Können vorhanden ist und Arrangements und Songwriting stimmen?

Mit der dritten Scheibe bleibt man der Tradition treu und hat sie ganz simpel „III“ benannt, ganz so, wie es viele Größen des Classic Rock, unter anderem die mächtigen Led Zeppelin, einstmals mit ihren Alben taten – möglicherweise ist dies eine Anspielung darauf, vielleicht fiel den Jungs aber auch einfach nicht besseres ein. Ehrlich gesagt, habe ich die ersten beiden Veröffentlichungen der Band noch nicht gehört, aber nimmt man die Lobeshymnen auf diese Scheiben als Basis, muss man nüchtern konstatieren, dass das dritte Werk zumindest eine kleine Enttäuschung geworden ist. Zwar ist das Ganze ordentlich produziert, die Gitarren klingen sehr schwerfällig und pumpen in bester Stoner-/Doom-Rock-Manier, und die Songs sind für sich gesehen nicht schlecht, aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas.

Der Quasi-Opener „Baptism Of Fire“ rockt amtlich, das mit sechseinhalb Minuten längste Stück „Mother’s Revenge“ pendelt gelungen zwischen doomigen, ordentlich drückenden Power-Riffs und melancholischen Melodien und wurde mit den dezent eingesetzten Keyboards zudem hervorragend arrangiert, die mit wummernder Hammondorgel ausgestattete Achterbahnfahrt „Downward Spiral“ wird ihrem Titel mehr als gerecht, und der sehr psychedelische Abschlusstrack „Spiritual Void“ (unheimlich cooler Titel, der wäre doch eigentlich mal eine viel bessere Alternative als Albumname gewesen) ist durch seine verdrogte Atmosphäre ebenfalls als recht stark zu bezeichnen.

Und trotzdem wirkt die Chose an vielen Stellen auch irgendwie zu bemüht, zu verkrampft – ohne dass man es so richtig erklären könnte. Vielleicht ist es die Abwesenheit eines wirklichen Hits, der richtig zündet und zum Mitsingen auffordert. Versteht mich aber bitte nicht falsch: „III“ ist trotzdem ein hörenswertes Album geworden, von Musikern gemacht, die ihr Handwerk definitiv verstehen – aber letzteres war ja wohl sowieso jedem klar, wenn man sieht, bei welch namhaften Combos die Jungs sonst noch spielen. Sieben Punkte sind immer noch absolut gerechtfertigt, Unentschlossene sollten vor dem Kauf aber vielleicht lieber noch mal reinhören.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann