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Sahg: Sahg II

Die modernen heavy 70's
Wertung: 8.5/10
Genre: Heavy Rock
Spielzeit: 48:40
Release: 28.03.2008
Label: Regain Records

Sahg werden aufgrund namenstechnischer Wirrungen noch immer in die extremere Schublade gesteckt, was angesichts der Herkunft einiger ihrer Mitglieder sicherlich auch eine gewisse Berechtigung hat. Allerdings scheint die These, dass Black Sabbath-Jünger die Band noch nicht für sich entdeckt haben, weil sie einem dementsprechenden Irrtum unterlegen sind, gar nicht mal so unberechtigt – und hoffentlich bald zugunsten der drei Norweger richtig gestellt.

Diese nämlich knüpfen auf ihrem schlicht „II“ betitelten neuen Album genau dort an, wo sie vor zwei Jahren bereits für reichlich Aufruhr sorgen konnten. Mächtige 70’s-Riffs mit massivem Stoner-Einschlag trumpfen im Gros der neun neuen Kompositionen auf und schieben in die teils ausladenden Arrangements immer wieder Reminiszenzen an den klassischen Iommi-Sound der späten Siebziger. Aber auch Led Zeppelin-Anhänger werden auf „II“ sehr gut bedient, einmal wegen der vielen coolen Gitarreneffekte, zum zweiten aber auch wegen der allgemein tollen Arbeit auf der Lead-Gitarre, die sich in Songs wie „Wicked Temptress“ und dem zähen „Escape The Crimson Sun“ sehr schnell als Schlüsselelement im Bandsound herauskristallisiert.

Dennoch ist die Vorgehensweise auf dem zweiten Sahg-Album vergleichsweise straight, zumindest wenn man die teils epischen Strukturen solcher Songs wie „Star-Crossed“ oder „By The Toll Of The Bell“ ins Visier nimmt. Hier spielen die Norweger einerseits mit richtig satten Grooves, entwickeln aber gleichzeitig eine Art beschwörerischen Sound, der das Ganze unheimlich lässig erscheinen lässt. So ist im Allgemeinen das Gros der Songs sehr entspannt, fast schon relaxt. Selbst ein schwermütiger Longtrack wie „Monomania“, dessen psychedelische Elemente erst einmal sperrig erscheinen, klingt in seiner Gesamtheit locker und befreit und nimmt der Musik jegliche, erzwungene Heavyness.

Woran es „II“ noch mangelt, ist ein echter Übersong, der die noch verbliebenen Grenzen sprengt und das starke Basis-Fundament schließlich explodieren lässt. Eine Uptempo-Nummer wie „Pyromancer“ käme hierfür in Frage, hat aber nicht die coolen Hooks, die für einen Megahit erforderlich wären. Die wiederum hätte das inoffizielle Sabbath-Tribute „Echoes Ring Forever“, jedoch fehlt es ihm ein wenig an Durchschlagskraft.

Derlei Kleinigkeiten sollen die überzeugenden Eindrücke jedoch nicht reduzieren. Auch ohne Pauken und Trompeten ist der zweite Release des norwegischen Trios eine echte Wucht und neben der neuen Audrey Horne-Scheibe vielleicht das Beste, was der europäische Heavy-Rock-Zirkus im Jahr 2008 aufbieten kann.

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