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Sacrifice: The Ones I Condemn

Überzeugendes Comeback 16 Jahre nach der letzten Studioscheibe
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 45:56
Release: 22.01.2010
Label: Cyclone Empire

Die Thrasher Sacrifice können auf eine recht umfangreiche Discographie zurückblicken – bereits 1984 erschien das erste Demo und lediglich ein Jahr später der erste Longplayer „Torment In Fire“; man startete also in etwa um die gleiche Zeit wie die Kollegen aus der Bay Area. Der große Durchbruch gelang den Kanadiern aber im Gegensatz zu eben jenen kalifornischen Bands irgendwie nie so richtig, sodass sie sich 1993 auch wegen mangelnden Erfolgs auflösten.

16 Jahre nach der letzten Platte „Apocalypse Inside“ sind Sacrifice nun aber mit einem neuen Album zurück im Musikgeschäft – und „The Ones I Condemn“ ist ein Comeback, das sich wahrlich hören lassen kann. Schnell zeigt sich, dass die Jungs nichts an Energie eingebüßt haben und immer noch mächtig angepisst klingen. Es scheint, als hätten sie nach anderthalb Dekaden Pause wieder so richtig Bock auf die Band und guten Thrash Metal der alten Schule. Bereits im Opener jedenfalls werden nach einem im Midtempo gehaltenen Intro mit harmonischen Gitarren die Worte „We will prevail“ herausgebrüllt, bevor dann so richtig aufs Gaspedal gedrückt wird. Dieses nur etwa zweiminütige Stück ist allerdings lediglich der Auftakt für ein Metzelinferno – beim Titeltrack nämlich, der sogleich an zweiter Stelle folgt, schreit sich Frontmann Rob Urbinati nach allen Regeln der Kunst die Seele aus dem Leib, während die Gitarrenriffs in Geschwindigkeitsregionen à la Slayer vorstoßen. Hier werden keine Gefangenen gemacht und amtliches Headbangen ist garantiert – auch und besonders, wenn in der Mitte des Stücks ein wenig mehr auf Groove gesetzt wird.

Dieser spielt beim sich anschließenden, vom Tempo etwas moderateren „Give Me Justice“, das in der Strophe ein wenig an Kreator und im Chorus (der sich wunderbar mitgrölen lässt und live ein echter Bringer sein sollte) an Exodus erinnert, eine wesentlich größere Rolle, während sich „The Great Wall“ in bester Slayer-Manier immer mehr an Tempo steigert.

Spätestens hier fällt auf, dass Sacrifice keine Band ist, die tausend Riffs in einem Song unterbringt und somit vor Komplexität strotzt, sondern dass die Jungs es offensichtlich bevorzugen, lediglich ein, zwei Riffs zu nehmen und diese innerhalb eines Stückes zu bearbeiten. Dies allerdings gelingt bestens und derartige Direktheit ist gerade im extremen Metalbereich häufig ja ohnehin viel effektiver und die Attitüde wirkt so noch rotziger. Interessiert ohnehin keinen – bei solch hammermäßigen In-die-Fresse-Riffs wie in „Atrocity“, „Hiroshima“ oder „Ultimate Power Corrupts“ (geradezu eine Hymne!) sollte sowieso jeder nur am Fäusteschütteln und Abrocken sein und sich nicht mit der Komplexität des Songaufbaus beschäftigen.

Außerdem gibt es mit den etwas längeren Stücken „Tetragrammaton“ und „Desolation Alive“ dann auch zwei Ausnahmen von der Regel, wo man in einigen etwas ruhigeren Stellen teilweise auch ein wenig melodischer zu Werke geht. Für melodische Momente und Abwechslung sorgen jedoch auch die hin und wieder eingestreuten Harmoniestimmen der Gitarren. Des Weiteren hat man sich für „The Devil’s Martyr“, einen Song, der für meinen Geschmack doch ein bisschen zu frappant an Slayer erinnert, Jed Simon (Zimmers Hole / Strapping Young Lad) und Dave Hewson (Slaughter) ins Studio geholt.

Alles in allem ist Sacrifice mit „The Ones I Condemn“ also ein gelungenes Comebackalbum geglückt. Das Ganze bietet natürlich nichts Neues, aber das hat auch niemand erwartet und etwas anderes als Old-School-Thrash wollte ganz ehrlich doch auch niemand von den Kanadiern hören. Das Album macht von vorne bis hinten Spaß, ist gut produziert und bietet als Bonus noch eine Liveversion des Bandklassikers „Soldiers Of Misfortune“.

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