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Sabaton: Coat Of Arms

Das besondere Etwas fehlt
Wertung: 7.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 39:45
Release: 21.05.2010
Label: Nuclear Blast

Jeder, der in den letzten Jahren den raketenhaften Aufstieg von Sabaton verfolgt hat, wird sich denken können, wie ihr neues Album „Coat Of Arms“ klingt. Natürlich bleiben die Schweden ihrer Marschroute treu, die ihre Alben „Attero Dominatus“, „Primo Victoria“ und vor allem „The Art Of War“ so beliebt und erfolgreich hat werden lassen. Episch, perfekt produziert und extrem eingängig werden auch auf „Coat Of Arms“ diverse Kriegsgeschichten zum Besten gegeben. Diese unverhohlene Begeisterung für dieses heikle Thema hat in der Vergangenheit schon zu diversen Missverständnissen bezüglich der politischen Einstellung der Band geführt. Sabaton verstehen sich aber lediglich als Geschichtenerzähler und möchten beispielsweise nicht die Gräueltaten des Nazi-Regimes gut heißen. Das mag man sehen, wie man will

Hierzulande reagiert man auf dieses Thema naturgemäß etwas empfindlicher. Auch ich bin nicht begeistert davon, wenn ich auf einen Song wie „Wehrmacht“ stoße. Den Vogel schießt die Band aber mit „The Final Solution“ ab. Das Wort „Endlösung“ steht für nichts Anderes als eines der schlimmsten Verbrechen der Geschichte und obwohl ich der Band abnehme, unpolitisch zu sein, habe ich mit diesem Lied meine Probleme. Der fröhliche Power Metal der Schweden (auch wenn es in diesem Fall eher Midtempo ist) verbunden mit Textzeilen wie „Enter The Gates – Auschwitz Awaits“ wird nicht nur mir sauer aufstoßen.

Aber genug von diesem Thema, rein musikalisch gesehen gibt es nicht viel zu meckern. Wer allerdings von Keyboards Ausschlag bekommt, sollte schon lange wissen, dass Sabaton nichts für ihn/sie sind. Selten kommt es vor, dass die Gitarren mal für sich alleine stehen, meistens wird hier die volle Breitseite Bombast aufgefahren. Der Titeltrack „Coat Of Arms“ bietet alles, was Fans lieben und alle anderen hassen. Keyboard–Fanfaran kombiniert mit stampfenden Rhythmen und einem unwiderstehlichen Chorus sprechen dafür, dass die nächsten Konzerte wohl mit diesem Song eröffnet werden. Die Band weiß eben, wo ihre Stärken liegen und dazu gehört auch ohne die Frage die unverkennbare Stimme ihres Sängers Joakim Brodén. Er mag zwar nicht viele Tonlagen beherrschen, aber seine Stimme ist einzigartig.

Überraschungen bleiben natürlich Mangelware, soviel sollte klar sein. Dafür bietet die erste Hälfte des Albums noch weitere Kracher wie das kurze „Midway“ oder das leicht an „The Price Of A Mile“ erinnernde „Uprising“. Für letzteres dreht die Band übrigens gerade einen Videoclip, wie ihr unseren News entnehmen könnt. Sehr stark sind auch „Screaming Eagles“, der schnellste Track von „Coat Of Arms“ und das (für Sabaton-Verhältnisse) vielschichtige „Aces In Exile“.

Auf der anderen Seite hat sich auch unüberhörbar ein wenig die Routine eingeschlichen. War auf dem Vorgänger „The Art Of War“ noch nahezu jeder Song ein Hit, hat sich heutzutage einiges an Durchschnittsware eingeschlichen. Die bereits kritisierten „The Final Solution“ und „Wehrmacht“ sind musikalisch längst nicht so streitbar, wie ihre Texte. Sabaton versuchen zwar, etwas düsterer zu klingen, gelingen will ihnen das aber nur bedingt. „Wehrmacht“ ist sogar richtig langweillig geworden. „Saboteurs“ und „White Death“ sind weitere Belege dafür, dass es der Band vielleicht ganz gut getan hätte, nach der letzten Tour nicht direkt wieder ins Studio zu gehen. Denn auch der Versuch, mit „Metal Ripper“ einen Nachfolger von „Metal Crüe“ und „Metal Machine“ zu schreiben, kann getrost als fehlgeschlagen angesehen werden

Fazit: Es ist wie bei Motörhead oder AC/DC – man weiß, was man bekommt. Mal gelingt es den entsprechenden Musikern innerhalb ihrer selbst gesetzten Grenzen starke neue Songs zu schreiben, mal sind ihre neuen Alben „nur“ gut. „Coat Of Arms“ ist kein Highlight in der Diskographie, aber die Fans wird es absolut zufrieden stellen. Mir persönlich sind einige gute Songs zu wenig, um mehr als 7,5 Punkte zu vergeben.

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