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Ruxt: Running Out Of Time

Solides „okay, geht so“
Wertung: 5,5/10
Genre: Hard Rock / Melodic Metal
Spielzeit: 55:04
Release: 10.10.2017
Label: Diamonds Production

Erst 2016 gegründet und mit „Running Out Of Time“ schon das zweite Full-Length-Eisen draußen, nachdem sie schon 14 Songs auf dem Debüt „Behind The Masquerade“ verbraten hatten? Ruxt aus dem Küstenmoloch Ligurien sind da wohl Schnellkomponierer oder bei ihren anderen Bands kaum ausgelastet: Sänger Matt Bernardi, der einmal bei der Coverband Purplesnake am Mikro stand, Gitarrist Stefano Galleano, der vor einer Dekade bei den nicht mehr existenten Angels In Black auf einer Promo in die Saiten hieb, Gitarrist Andrea Raffaele, ebenfalls vor urlanger Zeit bei Angels In Black aktiv war sowie aktuell bei den Power Metallern Athlantis ist, dazu Bassist Steve Vawamas, auch mal bei Angels Of Black oder Shadows Of Steel aktiv gewesen bzw. noch bei Athlantis, Bellathrix und Mastercastle eingebunden, sowie Drummer Alessio Spallarossa von Mastercastle und Sadist. Warum diese ganze Aufzählung? Nun, hier wird doch schnell klar, welche Querverbindungen und Vitamin Bs zur Bandfügung Ruxt geführt haben.

Das Problem der zweiten Langrille wird dann aber leider auch schnell deutlich: Stampfender Hard Rock hier, nicht weh tun dort, dazu noch zweieinhalb balladeske Ausflüge, und fertig ist eine unverkrampfte Zeitreise, der eben die Ecken fehlen, und der Höhepunkt ist fast jedes Mal Matts Gesang. „Legacy“ gehört zu der Ausnahme Up-Tempo-Rocker mit gelegentlichem Double-Bass-Einsatz, Matt singt auch mal in höheren Lagen krisenfest und behält sein angerautes Organ, doch das war es dann auch schon mit der härteren Herrlichkeit.

Das Konzept bleibt sonst gleich: Stampfender Hard Rock wie in „Queen Of The World“, dazu ein paar dezente Keyboards, ein bisschen Herzschmerz hier, ein wenig Sehnsucht dort und damit halt irgendwie zeitlos, aber eben auch nicht zwingend, hier allerdings mit einem interessanten Riff. Schon der einleitende Titeltrack „Running Out Of Time“ macht also früh die Marschroute klar: Erst der Herzschlag, dann das Uhrticken zum Intro, ein Prise Pretty Maids-like Keyboards, aber sehr ruhig und deutlich in den Hintergrund geschoben, und schon stampfen sie ihren handwerklichen guten Hard Rock durch die Lauscher.

„Let Me Out“ ist hörbar von Whitesnake beeinflusst, gehört hier aber zu den stimmigeren Nummern, in „Leap In The Dark“ schimmert auch mal der Hammond-Orgalsound durch, ganz mies aber wird es bei „In The Name Of Freedom“, wenn Ruxt Innenstadt-Peruaner-like mit der Panflöte den Stimmungskiller herauskehren und die balladeske Nummer um whitesnakschen Leichtschmachtrausch ausbaldowern. Mit „Scars“ dazu ein immer wieder mit balladesken Passagen durchwobener Rocker, bei dem allemal die Leadgitarre interessant klingt, die aber mit dem Gesang nicht mithalten kann, oder zum Schluss die Powerballade „Heaven Or Hell“ mit der schön dominanten Leadgitarre. Und wenn das nicht reicht, dann kommt mit „My Star“ endlich auch die Nummer ins Repertoire, die eben so mancher Mutti den Schlüpper feucht werden lässt.

Erdiger Hard Rock mit manchen leichtmetallischen Zügen bieten die Italiener auf ihrem zweiten Studioalbum an, weniger treibend, mal balladesk, sehr ehrlich, ohne große Anbiederung und für Fans, die von Gotthard über Krokus bis Whitesnake sich wohl fühlen. Großer Pluspunkt dürfte dabei Sänger Matt sein, der mit seinem zumeist rauen Organ dem manchmal zu glatten Rockkompositionen dann doch die eine oder andere Kerbe beifügt. Handwerklich sicherlich im grünen Bereich, allerdings fehlt der große Ohrwurm, der in dieser Musiksparte unabdingbar ist.

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