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Rusty Pacemaker: Blackness And White Light

Seele vor Technik
Wertung: 6/10
Genre: Melancholic Rock
Spielzeit: 59:03
Release: 20.10.2010
Label: Solanum Records

Selten gibt es über ein Projekt so wenig in Erfahrung zu bringen wie über den Österreicher mit dem seltsamen Pseudonym Rusty Pacemaker – im Internet finden sich kaum Informationen über die Ein-Mann-Band und auch das Albumcover sowie die Liedtitel geben keinen Hinweis darauf, was hier geboten wird. Lediglich ein kleiner vermeintlicher Wink wird gegeben, indem Rusty Quorthon, besser bekannt als verstorbener Kopf hinter Bathory, als sein musikalisches Vorbild nennt. Letztendlich sagt aber auch das relativ wenig darüber aus, welchen Pfaden der Solokünstler hier folgt, denn mit der Ausrichtung des Black-/Viking-Metal-Pioniers hat „Blackness And White Light“ nur wenig zu tun.

Was schon vielmehr Assoziationen zu Quorthon weckt, ist die Herangehensweise an die Musik: Rusty hat keinerlei musikalische Ausbildung genossen und übernimmt bis auf die Drums sämtliche Parts selbst – obwohl an der Gitarre eine recht ordentliche Performance hingelegt wird, sollte man entsprechend keine technischen Meisterleistungen erwarten. Ähnlich wie bei Bathory liegt auch bei Rusty Pacemaker das Augenmerk darauf, Emotionen in der Musik auszudrücken und das auch ohne allzu spektakuläre Mittel. Allzu Metal-lastig erscheint die Ausrichtung des Projektes dabei trotz der Einflüsse nicht, denn grundsätzlich wird sehr melancholischer, schwer zu kategorisierender Rock geboten, der hauptsächlich von den schönen Gitarren-Melodien lebt – die schwermütige Atmosphäre ist es nämlich im Endeffekt, die „Blackness And White Light“ rettet. Weder besonders ausgeklügelte Songstrukturen noch eine mehr als durchschnittliche Gesangsleistung werden aufgezeigt, wobei letztere noch zusätzlich durch die etwas holprige Aussprache und Betonung an Reiz verliert. Im Gegenzug dafür jedoch zeichnet sich das Album durch ein Attribut aus, das so manche technisch überragende Truppe vermissen lässt: Leidenschaft ist hier das Stichwort, denn trotz einiger Unzulänglichkeiten merkt man zu jeder Zeit, dass in diesem Werk eine Menge Herzblut steckt.

Insbesondere die melancholische Stimmung, die sich durch die Stücke zieht, wirkt von Grund auf ehrlich und schafft eine überraschend dichte Atmosphäre. Der erste Track „Cell“ ist gleich ein Beispiel für einen der stärkeren Songs und entfaltet eine geradezu hypnotische Wirkung, die in erster Linie auf das gelungene instrumentale Fundament zurückzuführen ist. Auch der gleichförmige, merkwürdig fern erscheinende Gesang fällt hier noch nicht allzu negativ ins Gewicht und unterstützt das Ambiente des Songs, während die sehr abrupten Wechsel zwischen cleaner und verzerrter Gitarre nicht gerade elegant über die Bühne gebracht werden. Auch das mit leichtem Psychedelic-Einschlag versehene „My Way“ oder die getragene Akustik-Ballade „Waiting For Tomorrow“ machen keine schlechte Figur, insgesamt finden sich aber einfach zu wenige Raffinessen und mit diesen die Abwechslung im Songwriting, so dass viele Songs einfach nur dahinplätschern.

Ein gutes Beispiel hierfür stellt „Amok“ da, das trotz einiger netter Ideen den Hörer letztendlich nicht wirklich berührt – dem angenehm dunklen Klang der cleanen Gitarren zu Beginn und einem recht guten Solo gegen Ende stehen das Wechselspiel zwischen weiblichen und männlichen Vocals, die leider meistens eher gesichtslos daherkommen und die holprigen Tempowechsel entgegen. Auch bei dem abschließenden zehn-minütigen Stück „Mother“ ergibt sich, obwohl sich neue Ansätze wie gelegentliche Screams in der Musik finden, ein ähnliches Problem und in der langen Spielzeit wird kaum Dynamik entwickelt. Dass das auch besser geht, beweisen immerhin Tracks wie der Titelsong „Blackness And White Light“, der mit Einsatz von Trommeln, Flüstern und den Klängen einer geisterhaften Spieluhr eine dichte Atmosphäre erschafft und sich deutlich über dem Durchschnitt bewegt.

„Blackness And White Light“ ist ohne Frage ein Werk, das sich nur schwer bewerten lässt – trotz aller Makel und Schwächen ist doch zu jeder Zeit spürbar, dass eine jede Menge Herzblut und Arbeit in diesem Album steckt, was sich zumindest insofern bezahlt macht, dass die emotionale Komponente der Musik sehr authentisch wirkt und auch die Atmosphäre stimmt. Ohne Frage muss am Songwriting noch viel gefeilt werden und gerade beim Gesang besteht Nachholbedarf, doch auch so ist Rusty Pacemakers Debüt für Freunde des melancholischen Rocks durchaus einen Probedurchlauf wert, sofern man sich an den Macken wie den ungeschickten Wechseln zwischen einigen Parts und der gelegentlichen Monotonie nicht stört. Auch wenn das musikalische Konstrukt noch wackelt, sollte hier in Zukunft noch Luft nach oben sein, denn ein Händchen für gute Gitarrenmelodien und dichte Atmosphäre kann man dem Österreicher nicht absprechen – so bleiben sechs wohlverdiente Punkte, die das Debüt dank der Seele über dem Durchschnitt halten.

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