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Russkaja: Energia!

Kollektivgefühlbewusstseinserweiterung!
Wertung: 7,5/10
Genre: Ska Punk/Balkan Metal/Neo Folk/Polka
Spielzeit: 39:50
Release: 05.04.2013
Label: Napalm Records

Die dritte Scheibe bringen die Folk-Ska-Rock-Österreicher-Russen Russkaja auf den Markt. Nach „Russian Vodoo“, dem recht erfolgreichen Vorgängeralbum, liegt die Messlatte hoch für den aktuellen Langspieler „Energia!“. Und tatsächlich, im ersten Hördurchgang klingt die Platte stellenweise etwas sperrig und einige Längen scheinen sich auch eingeschlichen zu haben.

Zeit für den zweiten, den aufmerksamen Durchgang - der Auftakt, der direkt mit dem Titelsong erfolgt, kommt kraftvoll daher. „Energia“ ist ein schneller Song, der in für die Band typischer Ska-Polka-Rock-Manier daherkommt. Ein starker Chorus wird mit melodiösen Textpassagen kombiniert. Dazu sind die Lyrics in einem Kauderwelsch aus Englisch, Russisch und Deutsch gehalten. Russkaja wie man sie kennt eben. Nebenbei bemerkt wird der Song seine volle Blüte höchstwahrscheinlich erst live entwickeln. Erfahrungsgemäß zünden die Titel alle live noch mal deutlich besser als auf Platte. Hat man sich mit dem Titelsong angefreundet und tänzelt gerade durch die Wohnung, dann kommen die nächsten zwei Songs wie ein eiskalter Regenguss. Es gibt genau gar nichts an „Barada“ und „Radost Moja“ auszusetzen, aber die Platzierung nach dem treibenden Einführungssong wirkt bremsend.

Ab dem wieder deutlich schnelleren „Autodrom“ verfällt das Album in eine Achterbahnfahrt. Es geht geschwindigkeits- und stimmungstechnisch immer wieder auf und ab. Jetzt ist das auch kein Problem mehr, die Partystimmung hat sich inzwischen aufgebaut und auch die ruhigeren Songs können sich schön entfalten. Einen richtig schwachen Titel gibt es auf dem Silberling auch: „Ajajaj“ beginnt mit einer richtig guten Idee, verliert sich aber dann innerhalb kürzester Zeit in der Belanglosigkeit. Das ist nicht die Qualität, die Russkaja normalerweise abliefern.

Im Gegenzug haben die selbsternannten Russen auf „Tanzi Tanzi“ ein richtig fettes Gitarrenriff verbaut und der abschließende Titel „Sorry“ zeigt die Band von ihrer dramatisch-ruhig-melancholischen Seite. Auch diese steht der Truppe richtig gut und „Sorry“ wirkt ausgereift und trotz aller Andersartigkeit gut in die Platte integriert.

Die Frage, ob das Album nun der große Wurf ist, kann nicht so mir nichts, dir nichts beantwortet werden. Eines ist sicher, Russkaja sind sich selbst treu geblieben. Allerdings bemerkt man auch eine gewisse Entwicklung in Richtung eher mainstreamtauglicher Songs. Die Band gibt etwas weniger Gas, füllt die Lücke aber mit einem großen Plus an Melodien. Dem Album fehlen die ganz großen Hits, dafür ist es durchgängig gut hörbar und kann trotzdem mit ein paar Songs dienen, die sich im Gehirn festsetzen. „Energia!“ ist ein gut hörbares Album, das vor allem die bereits bestehende Fanbase ansprechen wird. Neueinsteiger in Sachen Russkaja können mit dem Silberling allerdings auch nichts falsch machen. 

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