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Rush: Snakes & Arrows

Ein Fest für Augen und Ohren
Wertung: 9.5/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 221:00
Release: 24.11.2008
Label: Eagle Rock

Zwei Jahre ist es inzwischen her, dass Rush auf großer „Snakes & Arrows“-Tour waren. Marketingtechnisch perfekt ausgeklügelt wurde die Tournee zweigeteilt. Im ersten Teil wurde auch dieses Konzert in Holland aufgenommen, so dass man CD, DVD und Blu-ray zum zweiten Anlauf schon kaufen und somit die passende digitale Begleitung zum Konzert besitzen konnte. Egal, die Fans interessiert das eh nicht, da es sich um einen „Must Have“ handelt und der Rest wird eher nicht auf einem Konzert gewesen sein. Die vorliegende Blu-ray zeigt, dass dies ein recht grober Fehler war. Das kanadische Trio zeigt sich in bester Laune und Verfassung.

Wie verrückt die Drei aus Übersee sind, kann man allein daran erkennen, wenn man sich die Bühne anschaut: Da, wo normalerweise eine große Lautsprecherwand hinter Geddy Lee steht, stehen drei Hähnchengrills, frisch bestückt mit sich drehenden Gummiadlern. Auf der Lautsprecherreihe von Alex Lifeson stehen Dinosaurierfiguren und am Bühnenrand wurde sein Platz mit lauter Barbiepuppen verziert, die Infozettel hochhalten, vom Stonehenge-Gedächtnismitbringsel auf Geddys Keyboard ganz zu schweigen.

Das Konzert beginnt leicht skurril mit einem Video, in dem sich die Band auf Komiker-Art darzustellen versucht. Ist Geschmacksache, dieser Einstieg ist aber insgesamt doch recht lustig geraten. Ohne Pause beginnt das Trio dann mit „Limelight“ und man wird quasi von dem tollen Bild überwältigt. Auch wenn es sich nur um 1080i Material handelt, so ist man selbst auf großen Bildschirmen einfach nur begeistert. Ein wenig Korn wird immer mal wieder in dunklen Abschnitten sichtbar, aber das ist so gering, dass es nun wirklich nicht stört.

Der Sound wird entweder in PCM 2.0 oder als 5.1 HD Master ausgegeben. Ersteren kann man durchaus unbeachtet lassen, denn das, was da für die 5.1-Anlage rausgehauen wird, ist fast schon unglaublich für ein Konzert. Absolut klar und transparent kommt hier jede Note von jedem Instrument klar und sauber aus den Kalotten der Lautsprecher. Das hat schon höchste Studioqualität und wird natürlich einer Band wie Rush nur gerecht. Natürlich können die Bandmitglieder nicht wild über die Bühne hopsen und die große Show mit Manneskraft erzeugen, aber das würde auch nicht zu ihrer Musik passen. Deshalb gibt es unter anderem auch drei große Videoleinwände, die teilweise mit tollen Effekten fast schon ein dreidimensionales Erlebnis generieren.

Eigentlich ist jeder Titel in diesem audiovisuellen Ereignis ein Anspieltipp, allerdings will ich hier auf extrem hohem Niveau mal trotzdem noch scharf ausradieren. „Mission“ ist dann das erste Highlight, bevor dann bei „Freewill“ zum ersten Mal das Ausmaß der gigantischen Lightshow erahnt werden darf. Zum Song „The Main Monkey Business“ kommt dann im Hintergrund der Hähnchenbräter auf die Bühne und bestreicht das Geflügel, damit es nicht zu sehr austrocknet auf dem Grill. Oh Mann, was haben die Kanadier nur für einen Humor.

Deutlich uninteressanter ist der eingestreute „Home Shopping TV“-Videoclip. Richtig gelungen ist dann aber die visuelle Umsetzung des Stückes „The Larger Bowl“, welches auf den Videoleinwänden sozialkritische Bilder zeigt und somit die Intensität des Songs deutlich zu steigern vermag. Man muss aber klar stellen, dass die Band es irgendwie schafft, nicht in der multimedialen Show unterzugehen, nein, man lauscht den Kanadiern und sitzt gefesselt vor dem Fernseher und versucht, keine Sekunde der Show zu verpassen. Auch wenn eigentlich ja nicht so viel passiert auf der Bühne, so fesselt dieses Spektakel ungemein.

Wenn die Scheinwerferknubbel über der Bühne herunterfahren, hat man fast den Eindruck, es kämen UFOs hereingeschwebt. Aber das ist nicht alles, auch an den Seiten und im hinteren Teil der Halle sind genügend Scheinwerfer untergebracht, so dass nicht nur die Bühne, sondern die komplette Halle in das passende farbige Licht gerückt wird, sobald dies vonnöten erscheint. Bei „Dreamline“ wird dann die Lasershow aktiviert und verzaubert den Zuschauer. Das würde nur halb so gut wirken, wenn die Bildqualität nicht derart stark wäre.

Mit „Subdivisions“ wird dann das nächste Highlight gezockt und die Fans sind begeistert, wenngleich diese insgesamt gesehen doch recht zurückhaltend reagieren. Das ändert sich auch bei „Witchhunt“ nur wenig, obwohl eine nicht zu verachtende schlichte Flammenshow geboten wird. Nicht verschweigen darf man dann das unglaublich Solo von Neil Peart bei „De Slagwerker“. Ein absoluter spieltechnischer Wahnsinn, was da abgeliefert wird. Kein Wunder, dass er schon viele Auszeichnungen gewonnen hat. Er gehört definitiv immer noch zu den Besten seines Faches. Dies beweist er auch kurzweilige acht Minuten lang.

„Hope“ ist dann der Part von Gitarrist Alex Lifeson, bevor mit „Distant Early Warning“ das nächste musikalische Highlight folgen darf. Der Hähnchenbrater darf im Hintergrund nun im Hühnchenkostüm gegen das Austrocknen des Gaumenschmauses sorgen. Selbst South Park zieht dann kurzerhand per Videoclip in die Show mit ein, bevor dann nach „The Spirit Of Radio“ und „Tom Sawyer“ erstmal Schluss ist. Ganz klar, dass das Publikum richtig Lärm macht und die Band zurück klatscht und brüllt.

Der Zugabenblock wird mit „One Little Victory“ eröffnet. Der auf der Leinwand fliegende Drache speit Feuer und löst Feuersäulen auf der Bühne aus. Und natürlich wird dann beim leider letzten Song „YYX“ nach über einhundertsechzig Minuten (!) noch einmal mit großer Lasershow aufgewartet. Welch ein Fest für Augen und Ohren.

Das nicht zu knappe Bonusmaterial zeigt mit dem autorisierten Bootleg, welch großen Einfluss doch die Bildqualität auf diese Veröffentlichung hat. Deutlich schlechter geht zumindest der visuelle Reiz deutlich abgeschwächter in die Runde. Aber das tolle „The Trees“ bekommt dennoch seine Auszeichnung als Anspieltipp. Die Outtakes kann man eher vergessen oder man muss genau den Humor der Band teilen. Zwei Songs gibt es in anderen Schnittversionen des Videos und „Red Sector“ wird in Stereo von der R30-Tour gezeigt.

Fazit: Rush haben einen wirklich guten Tag erwischt und beeindrucken mit einer großen, perfekt inszenierten Show. Ich muss gestehen, dass ich immer noch überwältigt bin von der Musik und der Show. Selten ergänzen sich diese beiden Teile. Oftmals kaschiert der visuelle Part musikalische Qualitäten. Hier ergänzt sich beides auf höchstem Niveau. Selbst die Bilder im Booklet der Blu-ray sind qualitativ schlechter als das Video. Wenn man unbedingt etwas kritisieren will, dann, dass kein Song vom „Presto“-Album dabei ist oder generell gerne noch eine weitere Stunde älteres Material gezockt hätte werden dürfen. Andererseits stellt sich auch die Frage, wie viele Bands überhaupt über zweieinhalb Stunden Konzerte geben. Und wenn wir schon am Motzen auf höchstem Niveau sind, dann ist das Booklet zu nüchtern geraten und hauptsächlich eine Aufzählung der an der Tour beteiligten Arbeiter ist enthalten. Tja, wenn das alles ist: 9,5 fette Punkte.

Bildformat: 1080/50i

16:9

Tonformat:

DTS-HD Master Audio (48khz/24bit)

PCM 2.0

Region: 0 (Worldwide)

FSK: 6

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