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Running Wild: Shadowmaker

Kein „Ready for boarding“, eher ein Schatten ihrer selbst
Wertung: 4.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 50:17
Release: 20.04.2012
Label: Steamhammer/ SPV

Kaum ein Album dürfte von der True-Metal-Old-School-Fraktion so sehnlich erwartet werden wie die neue Running Wild-Scheibe – auch wenn sich die Hamburger Truppe weit vor ihrem Abschied schon längst ins Abseits gestellt hat (z.B. Angelo zum Gruße). Natürlich war der Wacken-Gig ein gefundenes Fressen für alle Fans, trauerten doch nicht wenige einer Zeit hinterher, wo Running Wild noch zur Speerspitze der deutschen Szene gehörten.

Seit Monaten wird jetzt schon via Facebook & Co. das neue Album rauf- und runterdiskutiert – da gibt es verbal wegen des Artworks eins auf die Fresse, da werden die hohen Erwartungen deutlich verschriftlicht, aber auch der eine oder Fan outet sich mit seiner tiefen Zuneigung zu den Piraten-Metallern. Über das Cover mit dem Batman-Totenschädel wird hier erst gar nicht eingegangen, soll doch der bisher bekannte Ausschnitt nur Teil eines großen Ganzen sein, was allerdings aus der vorliegenden Datei nicht hervorgeht. Dafür sind alle zehn Tracks der „Reunion“-Platte vorhanden, die knapp über 50 Minuten laufen und für die Rock’n’Rolf nur wenig Komponierzeit benötigte. 

Tja, wäre er mal ein paar Stunden, Tage und Wochen länger mit seinen Ideen schwanger gelaufen, so hätte sich der halbgare Wust vielleicht doch noch in eine annehmbare Platte verwandelt – so hilft hier noch nicht einmal der Kuss der gekaperten Prinzessin. Schon allein der Albumopener „Piece Of The Action“ (nein, keine Coverversion der Meat-Loaf-Schnulze) hört sich so RW-untypisch an, dass man bei der ersten Hörproben noch gar nicht weiß, ob man sich über eine Weiterentwicklung des klassischen Sounds freuen oder den Silberling zu den anderen Versagen schnipsen soll, die draußen ein nicht mehr einsames Dasein in des Nachbarn Baumrinde fristen. Aber was heißt auch Weiterentwicklung? Mit dem Opener segeln sie viel eher im Billy-Idol-Fahrwasser als einen eigenen Trend zu setzen. 

„Me & The Boys“ (wie war das noch mal mit dem Esel und ich?) muss ebenfalls als Totalausfall gewertet werden – Text und Riffs stammen aus dem Setzkasten für übrig gebliebene Ideen. „Kick the beat“ – ja warum halten sie sich denn nicht daran und mixen hier Twisted Sister unter? Aber RunningWild mussten gar nicht erst nach Übersee schielen, denn mit „Into The Black“ guttenbergen sie das Riffing von Cruizzen – sicherlich eine vielen Leuten völlig unbekannte Truppe, und auch Rolf dürfte im Normalfall von ihnen nicht gehört haben, aber sogar der Gitarrensound hört sich wie eine Eins-zu-eins-Kopie an.

Jetzt werden sich einige fragen: Ja, gibt es denn so gar nichts Positives zu vermelden? Sind die die The-Pit.de-Schreiberlinge so voller Vorurteile und wollen „Shadowmaker“ einfach nur populistisch verreißen? Natürlich nicht! Der Uptempo-Namensgeber „Shadowmaker“ ragt ein wenig hervor und weiß durchaus mit einem langen Gitarrensolo zu gefallen, auch wenn hier natürlich der Gesang wieder dem Schema F folgt. Ein bisschen mehr punkten können Running Wild mit dem mehr als sieben Minuten langen Rausschmeißer „Dracula“ – hierfür hat der RW-Bandkopf auch wieder etwas mehr Zeit beim Zusammenstellen investiert, schon fast progressiv, möchte man meinen.

Nach den vollmundigen Ankündigungen Ende letzten Jahres („bestes Album, was ich jemals geschrieben habe“) kommen nun die ersten Relativierungen („eines der besten Alben…“), eine Tour für 2012 wird erst gar nicht angedeutet, da die Reaktionen der Fans abgewartet werden sollen – das spricht nicht gerade für die eigene hundertprozentige Überzeugung. Rock’n’Rolf will mit „I Am Who I Am“ anecken? Ja sicher, das kann man doppelt und dreifach unterstreichen, doch werden viele Fans nicht den Text zitieren, sondern sich eher das schüttere Haar in Verzweiflung ausreißen. Anstatt „Ready for boarding“ muss man feststellen, dass Running Wild mit ihrem Comeback ein Schatten ihrer selbst sind (und diese Feststellung wird in der Fangemeinde ebenfalls anecken).

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