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Running Wild: Black Hand Inn

Ein kleiner Abschiedsgruß an Running Wild
Wertung: 10/10
Genre: Speed/ Power Metal
Spielzeit: 65:48
Release: 19.10.1994
Label: Noise Records

Aus aktuellem Anlass entstand dieses Review. Wir ihr unserer Newssektion entnehmen könnt, werden Running Wild auf dem Wacken Open Air 2009 ihr letztes Konzert spielen. Damit verlässt eine der dienstältesten deutschen Metalbands die Bühne – Grund genug, eines ihrer Vorzeigewerke einer genaueren Betrachtung zu unterziehen. Denn obwohl die letzten Veröffentlichungen teils auf heftige Kritik stießen und auch sonst einiges durch den Blätterwald ging (Stichwort: Angelo Sasso), darf man nicht vergessen, dass die stetig wechselnde Mannschaft um Rock'n Rolf mehrere Alben rausgehauen hat, die ihresgleichen suchen. Man konnte Running Wild immer ein wenig wegen ihres Piraten-Images und dem Kostümfimmel von Rolf Kasparek belächeln, doch an der Klasse von beispielsweise „Death Or Glory“, „Pile Of Skulls“ oder „Blazon Stone“ gibt es nichts zu rütteln. Welches Werk ist aber das Beste? Das wird wohl jeder anders sehen, bei mir persönlich ist es (wer hätte es gedacht?) das 1994 erschienende achte Studioalbum „Black Hand Inn“.

Damit stehe ich sicherlich nicht alleine, denn neben dem exzellenten Songmaterial punktet „Black Hand Inn“ auch mit einer druckvollen Produktion, einem interessanten Konzept und durch den damals neu in die Band gekommenen Jörg Michael, der für viele Fans der beste Drummer der Bandgeschichte ist. Somit ist es kein Wunder, dass „Black Hand Inn“ heute einen völlig verdienten Klassikerstatus genießt.

Zuerst ein paar Worte zur Geschichte: Kurz zusammengefasst geht es um John, der von der Inquisition als Hexer angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Der Ort seiner Hinrichtung trägt fortan den Namen „Black Hand Hill“, da von John lediglich eine verkohlte Hand übrig blieb. Jahre später errichtet ein hellseherisch begabter Freibeuter an jenem Ort das „Black Hand Inn“ und John kehrt als Geist zurück. Dies führt schließlich dazu, dass der Freibeuter den Untergang der Menschheit prophezeit, was eindeutig von Nostradamus Prophezeiungen und den Thesen von Zecharia Sitchin inspiriert ist.

Musikalisch gibt es natürlich Running Wild pur. Ein kraftvoller Mix aus Speed und Power Metal, bei dem jeder Song einen Chorus besitzt, der sich im Kleinhirn einnistet und dieses nicht mehr so schnell verlassen wird. Vermutlich liegt diese hohe Qualität darin begründet, dass Rock'n Rolf damals eine komplette Band um sich hatte und Running Wild nicht so wie später, quasi ein Soloprojekt von ihm waren. So entstanden Hymnen wie der Titeltrack, welcher wohl neben „Under Jolly Roger“ der am häufigsten gespielte Running Wild Song auf Metalpartys ist. Einzelne Songs hervorzuheben verbietet sich eigentlich, denn diese Scheibe ist von vorne bis hinten ein Volltreffer. Da gibt es mit „The Privateer“ noch einen weiteren Klassiker zu vermelden, der auch textlich als Nachfolger von „Under Jolly Roger“ herhalten kann. Oder wie wäre es mit der besten Leistung von Jörg Michael beim einem der schnellsten Songs „The Phantom Of Black Hand Hill“? Alternativ kann ich auch den Mid Tempo Stampfer „Mr.Deadhead“ empfehlen. Lediglich „Freewind Rider“ erachte ich als minimal schwächer als den Rest der Platte, die von einem 15 Minuten langen Longtrack gekrönt wird. „Genesis (The Making And The Fall Of Man)“ spielt geschickt mit Variationen im Tempo und offenbart keltische Einflüsse und gregorianischen Gesang. Zusammengehalten wird diese monströse Viertelstunde von einem (wieder mal) anbetungswürdigen Chorus.

Jeder weiß, dass Running Wild ähnlich wie Manowar ein zweischneidiges Schwert sind. Viele erachten das Auftreten beider Bands als ein wenig lächerlich, aber niemand (!) kann ihren Bandklassikern ihre Genialität absprechen. „Black Hand Inn“ ist eine perfekte Mischung aus Härte und Melodie und darf in keiner Sammlung fehlen! Falls jemand dieses Kracher noch nicht sein eigen nennt, sollte er nach der remasterten Version Ausschau halten. Diese enthält neben Linernotes von Rock'n Rolf und einem verbesserten Sound, auch noch die starken Bonustracks „Dancing On A Minefield“ und „Poisoned Blood“.

In diesem Sinne: Danke für alles, Running Wild und Rolf Kasparek, viel Erfolg bei den zukünftigen Projekten.

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