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Ruins Of The Past: Ruins Of The Past

Eine echte positive Überraschung in der Kategorie "Ein-Mann-Projekte"
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic Metal, Doom Metal, Death Metal
Spielzeit: 54:19
Release: 01.10.2017
Label: Darkest Age Productions

Okay, wir kennen Ein-Mann-Bands zur Genüge, in denen ein einsamer Musiker sich mehr schlecht als recht mit allen Instrumenten inklusive Gesang herumschlägt, womöglich noch mit der Produktion und nur zum Zwecke des Albumartworks fremde Hände an sein Baby lässt. Was der Berliner Tobias Jäpel mit Ruins Of The Past aufzieht, spottet allerdings jeder Beschreibung: Instrumente und Gesang? Check. Lyrics? Klar. Aufnahme und Mixing? Sicherlich. Artwork? Kann der Mann auch. Dass bei so einer spärlichen Besetzung und derartig mannigfaltigen Aufgaben auch mal alles etwas länger dauert, beweist dann das selbstbetitelte Debüt, das anscheinend tatsächlich sieben Jahre brauchte, um fertig zu werden. Wenn ein Mann alleine da überall seine Finger im Spiel hat, muss ja sicherlich auch die Qualität leiden – oder?

Mitnichten, wie uns die neun Songs mit beinah einer Stunde Laufzeit zeigen. Hier wird nämlich jeder eines Besseren belehrt, der a) nichts von Ein-Mann-Combos hält und b) der sicheren Überzeugung ist, wer sich dem „Symphonic“-Irgendwas verschreibt, schwebe auf kitschig-ausgelutschten Keyboardpassagen dahin. Derlei Probleme scheint man auf „Ruins Of The Past“ nicht zu kennen. Alles wirkt wohl durchdacht, ohne steril oder verkopft zu klingen, Langeweile kommt so schnell erst mal nicht auf und sogar die beiden Instrumentals sorgen nicht etwa für eine gute Gelegenheit, mal schnell den Kühlschrank zu plündern oder den Abwasch zu machen, sondern passen sich sorgsam in die todesmetallisch-doomige Soundgefüge ein.

Tatsächlich startet das instrumentale „Preludium“ schon recht episch, mit unter zwei Minuten wird hier nicht lange gefackelt, keine Gitarrensoli ausgewalzt, sondern einfach ein schöner Einstand in das Album angeboten, das mit dem recht kitschig betitelten „Ocean Of Tears“ dann richtig loslegt und mit überraschend gutem, mit ein bisschen Hall verziertem Death-Metal-Gesang aufwarten kann, der über den Melodien thront. Das Tempo wird durch deutlich tighteres Drumming immer mal wieder angezogen, sodass auch Headbanger hier auf ihre Kosten kommen können – ein schöner Song, der zwar ein bisschen Keyboard beinhaltet, aber Gott sei Dank nicht davon leben muss.

„The Fallen Empire“ kommt dann schon mit deutlich mehr Wumms aus den Boxen, und bei „Luciferian Messiah“ muss man erst mal über den grandiosen Titel hinwegkommen, bevor sich doomig-todesmetallische Klänge und vor allem finstere Vocals vor dem geneigten Hörer ausbreiten. Immer wieder webt der Alleingänger geschickt Melodien ein, die nicht ein einziges Mal an der Kitschgrenze entlangschrammen – das muss man unter dem Banner „Symphonic Metal“ auch erst mal hinbekommen, noch dazu auf sieben Minuten Länge.

Der gute Mann schafft es, ein Instrumentalstück wie „Ashes“ gleichzeitig irgendwie unheilschwanger und romantisch klingen zu lassen; „Apnoea“ fügt sich dann dank einiger Tempowechsel nicht ganz so nahtlos an wie noch „Ocean Of Tears“ an den Opener, verbreitet aber eine derartig weitläufige und offene Atmosphäre, dass man den Track auch gut in den Soundtrack zu einem Epos wie „Herr der Ringe“ hätte integrieren können.

Ruins Of The Past sind tatsächlich eine positive Überraschung in der Riege der „Ein-Mann-Kapellen“, und überhaupt im Symphonic-Sektor. Sieben Jahre Wartezeit auf ein Debütalbum sind zwar nicht von der Hand zu weisen, dafür scheint „Ruins Of The Past“ aber in allen Einzelheiten durchdacht und liebevoll zusammengefügt. Ein dickes Lob an Tobias Jäpel für eine schöne Platte, die sicherlich noch weiterhin im heimischen Player rotieren wird.

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