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Ruins: Front The Final Foes

“Some are born to endless night”
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 44:43
Release: 30.10.2009
Label: Debemur Morti Productions

Wie viele ständige Mitglieder braucht man, um einen richtig derben Sound zu entwickeln? Vier? Fünf? Ruins meinen: nur zwei! Und das beweisen sie auch glanzvoll mit ihrem neuen Album „Front The Final Foes“, bei dem sie uns gleich zu Beginn mit derben Klängen entgegen preschen. Dabei wissen sie geschickt Black- mit Death-Metal zu kombinieren und erzeugen diesen gewissen grimmigen Sound, der energische Einlagen genauso wie bedrohlich schleppende Parts zu bieten hat.

Schon der erste Song „Breath Of Void“ gibt uns einen Eindruck davon, wie abwechslungsreich und dynamisch die Platte gestaltet ist. Bei diesem Lied besonders hervorheben möchte man dieses geniale, progressive Drum-Geholper ab 4:30 min, das einen geradezu verzückt aufhören lässt. Dies ist aber nur einer von wenigen Momenten, in denen man sich über das eigendynamische Schlagzeug freut, das immer wieder Überraschungen auf Lager hat. Denkt man schon bei den ersten drei Songs der Drummer Dave Haley habe ein ziemlich fixes Doublebass-Getrommel drauf, sollte man bei „Annihilate“ besonders aufpassen. Denn in diesem Lied überbietet er noch mal alle bisherigen (und folgenden) Einlagen und trommelt sich bei faszinierender Gleichmäßigkeit mit einem ungemeinen Speed durch die Takte. 

Wer das nicht glaubt, sollte probieren, diesen heftigen Abschnitt einmal mit den Fingern nachzutrommeln. Nach kläglichem Scheitern wird so ziemlich jeder diesem Drummer reumütig huldigen. Interessant ist auch, dass dieser Abschnitt, obwohl so leistungsstark, nicht weiter hervorgehoben wird und sich schon fast bescheiden im Hintergrund hält.

Alex Pope, u. a. an der Gitarre, steht dem aber in kaum etwas nach. Seine komplexen Riffs lassen keine Langeweile aufkommen und tragen einen großen Beitrag zu dem zerschmetternden Sound bei. Sein Gesang fügt sich durch seinen rauen und kraftvollen Stil gut ein. 

Stimmungsvoll und gleichzeitig abwechslungsreich fällt auch die gesprochene Textpassage am Ende von „The Sum Of Your Loss“ aus. Die sonst so brachiale Stimmung bekommt hier zusätzlich einen Schimmer von Verletzlichkeit und Verzweiflung eingehaucht – nicht nur durch Alex’ Stimmlage, sondern auch besonders durch den gewählten Text (Ausschnitt daraus: siehe Untertitel). Dies macht die Atmosphäre des Albums besonders reizvoll und kann angesichts der musikalischen Leistung im Bezug auf Ruins durchaus wörtlich genommen werden.

Sieht so aus als hätten wir hier mal ein Album, dass sich die volle Punktzahl verdient hätte. Hätte es auch, wäre da nicht diese Snare-Drum. Mit einem hohlen Klang, der ein wenig ans Topfschlagen aus Kindertagen erinnert, trommelt sie leider viel zu prägnant im Vordergrund herum und übertont dabei besonders beim Unterstützen der Doublebass sogar Gitarre und Gesang. Auf diese Weise klopft sie den meisten Riffs, Gesangseinlagen und was es noch alles zu bestaunen gibt dazwischen. Das zieht sich mehr oder minder durchs gesamte Album und verdirbt einem so den ersten Eindruck. Nach mehrmaligem Hören der CD gewöhnt man sich zwar daran, aber leider nur langsam.

Hat man aber erst einmal geschafft, diese Drum mehr oder weniger zu überhören, kann man sich endlich auf das Album einlassen und die spektakulären musikalischen Feinheiten behorchen. 

Im Ganzen stellt „Front The Final Foes“ dennoch ein solides und dazu fein gearbeitetes Album dar. Wer also Lust hat, seine Plattensammlung durch ein gutes Werk zu erweitern, kann mit “Front The Final Foes” im Grunde nichts falsch machen.

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