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Rudra: Brahmavidya: Trancendental I

Hochinteressantes Konzept, durchschnittliche Musik
Wertung: 6/10
Genre: Black/ Death Metal
Spielzeit:
Release: 06.07.2009
Label: Vic Records

Bands aus Asien haben unvermeidlich einen Exotenbonus, den man sich als Europäer nur schwer abgewöhnt. Zu ungewöhnlich scheint für viele die Vorstellung zu sein, dass auch Asiaten auf Metal stehen können. Vielleicht sollte man dabei bedenken, dass gerade Japan mit Deutschland und den skandinavischen Ländern einer der größten Abnehmer für traditionellen Metal ist. Um Japan soll es hier aber nicht gehen, sondern um Singapur und einen Vertreter der dortigen Szene. Rudra spielen sogenannten Vedic Metal, was eine Mischung aus Black und Death Metal mit hinduistischen Texten ist. Die Band gilt als eine der Speerspitzen der asiatischen Szene, befindet sich schon im 17. Jahr ihres Bestehens und hat mit „Brahmavidya: Transcendal I“ ein neues Album veröffentlichungsbereit.

Wer die Musik von Rudra wirklich verstehen will, sollte sich ein wenig mit der Veda auskennen. Hierzu sei einmal Wikipedia zitiert: „Mit Veda (Sanskrit, m., ???, veda, wörtl.: „Wissen“) werden im Hinduismus die heiligen Schriften bezeichnet. Den Kern des Veda bilden die Texte der Shruti, das sind von Riskis (Weisen) „gehörte“ Texte, also Offenbarungen.“ Weiter ins Detail möchte ich nicht gehen, da ja sicher jeder weiß, wie man jene Seite bedient. Rudra haben auf ihrem Album immer wieder Stücke völlig ohne Gitarren, die nur aus vedrischen Gesängen bestehen. Diese Stücke sind aber keine bloßen Zwischenspiele, sondern ein wichtiger Bestandteil des Bandsounds. Das klingt jetzt alles sehr interessant, was es zugegebenermaßen auch ist, musikalisch wirkt das Ganze aber nur bedingt. Mit den Metalsongs werden die vedrischen Gesänge nämlich nur äußerst selten kombiniert. Es spricht zwar für den Glauben der Band, dass sie alles möglichst akurat wiedergeben wollen, aber für mit jemanden, der mit der Materie nicht vertraut ist, klingt „Barhmavidya: Transcendal I“ sehr zerfahren.

Die Metalsongs wie „Ravens Of Paradise“ unterscheiden sich nämlich nicht von denen westlicher Kollegen. Rudra gehen spürbar routiniert zur Sache und haben einige gute Stücke in Petto. Das Problem an der Sache ist nur, dass sie damit hierzulande (also in Europa) bei weitem nicht die einzigen sind. Womit wir wieder beim Exotenbonus wären, denn wenn man über diesen nicht geschickt die Werbetrommel rührt, werden Rudra in der Masse an Melodic Black/ Thrash-Bands untergehen. Man hat diesen Stil eben schon mehr als einmal zu oft gehört, auch wenn, und das soll nochmal ausdrücklich betont werden, es wirklich schlechtere Bands gibt. Denn immerhin kann man öfters die exotischen Einflüsse in den Melodien heraushören, die Vocals sind angenehm rau und dennoch melodisch und mit „Immortality Roars“ gibt es sogar ein kleines Ausrufezeichen. Dieses Lied besteht aus einer Art Sprechgesang und Percussions, verzichtet auf Gitarren und gehört dennoch zur „Metalseite“ des Albums. Hier entwickeln Rudra ein wenig Eigenständigkeit, die sie sonst eher vermissen lassen. Anderseits gibt es in ihrer Heimat wohl auch bedeutend weniger Bands, die diesem Sound frönen.

Fazit: Unterm Strich zu wenig! Es ist schön, einmal eine Band zu haben, die wirklich tiefgründige Texte hat und sich in historischer Hinsicht mal nicht auf Odin und/oder Wikinger beruft. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, denn die Metalsongs gehen zu sehr auf die Zwölf, um mit den vedrischen Gesangsstücken zu harmonieren. Das kostet der Platte einige Punkte und drückt sie hinunter ins Mittelmaß.

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