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RPWL: Wanted

Das zweite Konzeptalbum aus dem Hause RPWL
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Rock/Artrock
Spielzeit: 61:51
Release: 14.03.2014
Label: Gentle Art Of Music (Soulfood)

Was haben RPWL und Black Metal gemeinsam? Auf musikalischer Ebene sicherlich gar nichts, inhaltlich aber schießen die bayrischen Artrocker genau wie die Schwarzwurzelszene häufig und gerne gegen die Geißel der Menschheit: Religionen und Sekten. Nur dass man dabei – der Musik entsprechend – etwas weniger plakativ, geifernd und hasserfüllt, sondern mit mehr Tiefgang und Substanz zu Werke geht und statt Chaos und Zerstörung eine philosophische und friedliche Lösung anbieten möchte.

Nachdem das Quintett vor zwei Jahren mit „Beyond Man And Time“ das erste Konzeptalbum der Karriere veröffentlichte, ist man offenbar auf den Geschmack gekommen und schickt in Form der neuen Platte „Wanted“ gleich das nächste hinterher. Dabei wird im Promoschreiben die rhetorische Frage gestellt, was denn nach dem so „epochalen und hochgelobten“ Vorgängerwerk bitteschön noch kommen soll. Durchaus zu Recht, denn die 2012er Platte war in der Tat ein großartiges Album, das es jedem Nachfolger nur schwer machen kann. Und auch wenn „Wanted“ vielleicht nicht ganz an die überragende Klasse des Vorgängers heranreicht, haben die Süddeutschen definitiv ihre Stärken gebündelt und erneut eine starke Platte abgeliefert, die insgesamt etwas düsterer als „Beyond Man And Time“ ausgefallen ist.

Das durchaus dunkel gefärbte „Swords And Guns“, mit fast neun Minuten Länge gleich der erste Brocken nach dem etwas sperrigen und langen Intro „Revelation“, das eher als Ouvertüre durchgeht, zeigt diese Richtung sogleich auf und der nach einem weiteren Zwischenspiel, „A Clear Cut Line“, erklingende, eine verlorene Stimmung verbreitende Titeltrack bestätigt diese Beobachtung. Gleichzeitig offenbart sich, dass RPWL von ihren brillanten Songwriting-Fähigkeiten anscheinend nichts verloren haben: Insbesondere „Wanted“ ist trotz des wenig fröhlichen Charakters schon beinahe hymnisch geraten – die Herren verstehen es nach wie vor, sich eingängige, aber niemals platte Refrains sowie wunderschöne Melodien aus dem Ärmel zu schütteln.

Was Letzteres betrifft, sticht in erster Linie „Misguided Thought“ hervor; irgendwie so ein typischer RPWL-Track: langsam und schwelgerisch, melancholisch angehaucht, mit schwebenden Melodien, einem tollen Refrain und trotz des kritischen Textes mit unendlicher Wohlfühl-Atmosphäre gesegnet; ein Stück, das man gerne auch mehrmals hintereinander anhören möchte. „Perfect Day“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und besitzt mit den trippigen Electro-/Synthie-Einflüssen einen ähnlichen Charakter wie „Unchain The Earth“ von „Beyond…“, während es bei „Disbelief“ mit dem – wenigstens für RPWL-Verhältnisse – ziemlich schmutzig tönenden Hauptriff etwas rabiater zur Sache geht. Überhaupt zeigen sich die Bayern streckenweise ein wenig rockiger, was auch der Longtrack „The Attack“ untermauert, bei dem die Gitarren ebenfalls dreckiger als sonst klingen.  

Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch das abschließende „A New Dawn“, eine Ballade mit sowohl bitterbösem wie auch teilweise etwas naivem Text. Ich persönlich stimme zu, dass die Welt ohne Religionen besser dran wäre, aber ob dann alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre, sei dahingestellt. Trotzdem hat die Band ein interessantes und tiefschürfendes Konzept entwickelt, bei dem es darum geht, dass sie gezwungen wird, in den Untergrund zu gehen, weil sie, nachdem sie zusammen mit Freunden ein Mittel gegen geistige Unterdrückung entwickelt hat, von den organisierten Religionen verfolgt wird – daher auch der Titel „Wanted“ und das (davon unabhängig betrachtet) nicht besonders originelle oder hübsche Coverartwork, um es mal nett zu formulieren.

Wie eingangs erwähnt, kann die Scheibe nicht ganz mit dem Vorgänger konkurrieren, so besitzt beispielsweise der Longtrack nicht ganz das herausragende Niveau von „The Fisherman“, aber von einer Enttäuschung kann keineswegs die Rede sein, dazu sind die handwerklichen und songschreiberischen Fähigkeiten dieser Truppe alles in allem dann doch zu stark. Acht Punkte stehen jedenfalls immer noch außerhalb jeder Diskussion.

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