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RPWL: The RPWL Experience

Schwere Kost
Wertung: 6/10
Genre: Prog/Art Rock
Spielzeit: 67:5
Release: 29.02.2008
Label: InsideOut Music GmbH

Oje, Coverbands sind ja so eine Sache für sich. Einerseits belächelt man sie angesichts mangelnder Kreativität und auf der anderen Seite bestaunt man die hingebungsvolle Manie, welche die Musiker in der Regel entwickelt haben. Macht sich eine solche Band dann selbstständig und schreibt eigene Songs, so lässt sich das Spiel mit dem lachenden und dem weinenden Auge fortführen. In der Regel meckert man, dass die Musik nicht eigenständig genug klinge, aber wenn die Truppe dann doch einen anderen Weg einschlägt, kritisiert man die Entfernung zu den alten Helden und der Intention, die Band einst zu gründen. RPWL aus Freising starteten als Pink Floyd-Coverband und trotz großer Eigenständigkeit hört man immer noch ganz deutlich heraus, woher der Wind weht.

RPWL sind vier Männer, deren Nachnamen mit den Buchstaben P, W und L beginnen. Das R hat die Band leider schon verlassen. Im Jahr 2000 veröffentliche man das erste Album, um damit eine regelmäßige Veröffentlichungspolitik und Europatourneen zu starten. Fans von Pink Floyd und Porcupine Tree wird das sicherlich gefreut haben, stellt doch der Sound von RPWL eine Symbiose aus eben diesem alten und dem neuen Prog dar. 2008 ist nun also das Jahr, in dem das Quartett wieder einmal eine Langrille raushaut, und zwar mit dem Namen „The RPWL Experience“. Man spielt mit Psychedelic, mit Progressive, man will Art Rock, aber auch mal ein wenig Alternative, Zitate und Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Man startet mit vertracktem Riff, das so auch von Tool stammen könnte, in die Platte, um kurz darauf ein Bruch zu begehen und brav und gezügelt weiterzuspielen. Der anklagende Text passt zwar nur bedingt zur instrumentalen Grundstimmung, aber die Wechsel von weich zu hart und der Einsatz der A-Gitarre machen das wieder wett. Ein kleines Solo hier und ein wenig Elektronik dort laufen auf ein verfrickeltes Finale mit Rückblick hin, bevor der Zehnminüter sein Ende findet. „Breath In, Breath Out“ dagegen zeichnet sich durch Geradlinigkeit aus und das relativ gleichförmige „Where Can I Go“ besticht nur durch die Backgroundsamples.

Das umarrangierte Bob Dylan-Cover „Masters Of War“ überwältigt auch nicht gerade und plätschert eher vor sich hin, dies allerdings ohne auf irgendeine Weise störend zu wirken. „This Is Not A Prog Song“ soll die Abrechnung der Band mit den bösen, bösen Presseleuten sein. Sehr ironisch kommt's daher und in Verbindung mit der positiven Atmosphäre und dem poppigen Charakter definitiv ein Highlight. Das Outro des Songs beinhaltet übrigens noch eine ungeahnte Wendung, sehr schön. „Watch Myself“ wirkt sehr getragen und verträumt, worauf dann der stampfend beginnende Ohrwurm „Stranger“ wunderbar die Brücke zwischen hart und zart schlägt. Einige futuristisch anmutende Instrumentenexperimente lockern den Song ungemein auf und auch die Klarheit im Text machen ihn zum Knaller der Platte.

„River“ präsentiert sich leider als unspektakuläre Weichspülmucke ohne Höhepunkte, was aber gleich darauf von „Choose What You Want To Look At“ mit schönem Rock ausgeglichen wird. Die Jungs ziehen das Tempo an, hauchen ins Mikrofon und spielen auch mal Riffs, zu denen sich mit dem Kopf nicken lässt, ohne dabei aber ihre eingängige Attitüde zu verlieren. Lyrisch behandelt man hier explizit das Nichtreflexieren vieler Medienkonsumenten der heutigen Zeit. Der Rausschmeißer „Turn Back The Clock“ fungiert leider wirklich als solcher und verschreckt den Hörer mit den kitschigen, zum Teil elektronisch erzeugten Klängen eher, als dass man sanft entlassen wird.

Auf fast 70 Minuten bringt es das neue Album von RPWL, welches übrigens auch in einer Special Edition CD, als Download und auf Vinyl erhältlich sein soll. Die vier Deutschen Prog/Art Rocker schaffen es leider nicht, das Niveau konstant zu halten, sodass es zwar einige echte Highlights gibt, andere Tracks aber nur so daherplätschern. Die „RPWL Experience“ könnte auf jeden Fall für Fans von Pink Floyd und Porcupine Tree interessant sein, in jedem Fall ist es aber „schwere Kost“.

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