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Rotting Empire: Sui Generis

Fetter Todesstahlbatzen aus Bayern
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 43:26
Release: 06.07.2012
Label: Rebirth The Metal Productions

Leicht werden es Rotting Empire nicht haben, kommen sie nicht nur aus Deutschland, sondern aus der vom Rest der Republik eher belächelten Bayern-Area. Das scheint das Quintett aber so gar nicht erst zu jucken, sind sie doch anscheinend mit genug Selbstbewusstsein ausgestattet und nennen nach zwölf Jahren Bandgeschichte ihr Debüt „Sui Generis“ – „einzigartig in seinen Eigenschaften“. Recht selten dürfte tatsächlich sein, dass eine Band erst nach zwölf Jahren aus den Hufen kommt, die meisten Bands streben da schon deutlich früher nach death-metallischem Ruhm. Gut, diese Bajuwaren aus Siegenburg (gleich noch ein Hinweis? Anm.d.Red.) hatten schon für fünf Jahren ihre EP „Images Of War“ am Start, was aber wohl eher auf lokaler Ebene von Bedeutung war.

Als großer Pluspunkt von „Sui Generis“ stellt sich schnell heraus, dass Rotting Empire auf technischen Firlefanz verzichten und eine songwriterische Entspanntheit, soweit man beim Death Metal überhaupt davon reden kann, zu Tage fördern, was sicherlich auch daran liegt, dass sie nun seit knapp fünf Jahren in der gleichen Besetzung agieren können. Flüssige Übergänge bei den Tempowechseln, kein gewolltes „Ich zeige, was ich drauf habe“ sondern eine eher banddienliche Gesamtleistung der Sache wegen liefern die fünf Bayern ab, was aber auch wiederum nicht heißen soll, dass hier „Stumpf ist Trumpf“ gelten würde.

Das Intro bereitet nur bedingt auf das vor, was da kommt, auch wenn sich im Hintergrund eine bedrohliche Kulisse aufbaut, die aber von der dominierenden Klampfe mit einem leicht noch beruhigenden Unterton auf die falsche Fährte führt. Schon aber mit „In This Cold Life“ liefern sie dann ein schweres Riffmassaker ab, wobei sie hier locker von stark stampfenden, schwermütigen Rhythmen auch in deutlich hastiger davon preschende Parts wechseln, was, wie oben schon erwähnt, richtig flüssig herüberkommt. Fronter Danny hört sich dabei zu Beginn fast wie ein Maurice Swinkels an, was sich aber im Verlaufe der Songs dann auch wieder gibt.

Der Titeltrack „Sui Generis“ steht ebenfalls als Beleg dafür, wie spielerisch diesem Quintett die Tempoveränderungen fallen, da wird von mächtigem Powerdrumming über groovige Parts auch schnell mal in den fünften Gang geschaltet und die Doublebasskeule herausgeholt, dazu dann ein sehnsuchtsvolles Gitarrensolo und fertig ist ein weiterer Anspieltipp. „Metal is the air we breathe…“, so Danny in “No Cure”, da dürfte er einmal mehr aus der todesmetallischen Seele sprechen, ausgestattet mit einer gehörigen Wucht an Groove, wobei aber auch hier mal ein bisschen derber geprügelt werden darf. „Nailed To The Cross“ glänzt dagegen eher mit starkem Groove, einigen Downbeat-Anklängen und zwischendurch auch kurz einem Klampfenlauf, der so aus dem Amon Amarth-Umfeld stammen könnte. Bei „In Remembrance“ täuscht der ruhige Anfang ebenfalls ein wenig über die mächtige Todeswalze hinweg, das regnerische Ende flößt dagegen später einen Hauch von Melancholie ein.

Es ist schon erstaunlich, was die Bayern Rotting Empire da fabriziert haben, eine feiste musikalische Ohrschelle geht an viele weitere Death-Metal-Bands, die sich immer wieder zu sehr in technischen Details verstricken. Dabei ist es doch immer wieder ein fettes Riff, eine tief in den Magen tretende Songidee, die Lust auf mehr macht, dieser lockere Umgang zwischen schnellen und langsamen Parts, die wie von Zauberhand von allein entstehen und hier überhaupt nicht aufgesetzt wirken. „Sui Generis“ ist natürlich nicht die Neuentdeckung des Death Metals, aber wenn man wissen möchte, wie eine Zusammenfassung aus schnörkelloser Riffpower aussieht, dann gehört dieses Album ganz sicher zu den Favoriten. Rotting Empire dürften über die Landesgrenzen hinaus noch ein Geheimtipp sein, was sich aber schon mit diesem Debüt geändert gehört. Voller Überzeugung gibt es dafür feiste acht Punkte und die Vorfreude auf die nächste Langrille mit auf den Weg.

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