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Ross The Boss: Hailstorm

Zu hohe Erwartungen stören den Gesamteindruck des guten Albums
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 45:47
Release: 29.10.2010
Label: AFM

Zwei lange Jahre ist es jetzt her, dass der wohl beste Gitarrist, den Manowar jemals hatte, mit seinem Debüt daher kam. Höchste Zeit für neues Futter für die hungrige Metalmeute, das nun in Form von „Hailstorm“ vorliegt. Gerade, weil Manowar immer mehr Fans vergraulen mit mehr Erzählungen als Musik auf ihren Platten oder wenn sie ein und denselben Song sechzehn Mal in unterschiedlichen Sprachen verwursten. Genau da setzt das Prinzip Hoffnung bei Ross The Boss an, man wünscht sich ein echtes Metalalbum wie es die selbsternannten Kings of Metal schon seit zwanzig Jahren nicht mehr hinbekommen haben.

„I.A.G“ ist ein kurzes Intro mit osteuropäischem Flair, welches so auch früher bei seiner alten Band hätte veröffentlicht werden können. Das wird dann noch deutlicher unterstrichen, als „Kingdom Arise“ erklingt. Das ist Metal aus der Frühzeit der Metalkönige. Schade, dass Patrick Fuchs nicht ein ebenso dominantes Organ hat wie Eric Adams hat. Aber hier wird wenigstens wieder kräftig gerockt. Ein mehr als gelungener Auftakt.

„Dead Man`s Curve“ besticht mit einer tollen Gitarrenmelodie, die da mehrmals hervorstechen darf. Dazu der eingängige gelungene Refrain und ein weiteres positives Ausrufezeichen ist gesetzt. So darf es gerne weiter gehen, da bekommt das Haupthaar ordentlich Frischluft und der Nacken darf auf Betriebstemperatur aufheizen.

Der Titeltrack kann da trotz schöner Vocalline nicht mithalten. Das wirkt wie ein wenig erzwungener Pathos in einem eher gewöhnlichen Power Metal-Track. Live könnte das sogar richtig gut funktionieren. Schlagwerker Matthias Mayer verrichtet hier einen hervorragenden Job.

„Burn Alive“ zeigt dann mal wieder die außergewöhnliche Klasse von Ross „The Boss“ Friedman. Unglaublich, was er da spielt. Dazu ein fast schon ein wenig nach Sleaze Rock klingender Gesang – aber das meine ich nicht negativ - und fertig ist ein zwar hier etwas unerwarteter Song, der es aber definitiv in sich hat. Von den Metalkönigen ist nicht mehr viel zu hören, aber auf „Fighting The World“ wäre der Track ein Highlight gewesen.

„Crom“ ist dann ein recht schwacher Versuch, eine richtige Hymne zu schreiben. Musikalisch gut präsentiert, fehlt hier aber eine deutlich pompösere Produktion und ein etwas herausstechenderer Refrain. Pathos kann man nicht erzwingen. Leider schreitet „Hailstorm“ dann auch mit „Behold The Kingdom“ den eingeschlagenen Weg weiter. Da kann auch der gut gezockte Bass von Carsten Kettering das Ruder nicht herum reißen. Ross spielt auf hohem Niveau, aber irgendwie wollen die Songs nicht so zünden wie damals.

„Great Gods Glorious“ ist dann ein nettes Instrumental, welches so aber auch niemand vermissen würde, wenn es nicht da wäre. Ein gewisser Klassik-Charme fließt zwar mit, aber das allein macht noch keinen großen, glorreichen Göttersong.

„Shining Path“ ist da dann schöner Weise aus einem anderen Holz, äh Metall. Mit einem Mischmasch aus Judas Priest in den Strophen und mehr Manowar-Anteil im Refrain wird hier zusätzlich dem gemeinen rockenden Heavy Metal gefrönt. Das klingt interessant und irgendwie cool. Hat man so noch nicht gehört.

„Among The Ruins“ beginnt sehr balladesk, um dann immer mehr zur epischen Hymne aufzusteigen. Hätte man hier doch einen Sound wie zum Beispiel auf „Sign Of The Hammer“ verwendet, dann hätte es hier wirklich zu Großem gereichen können. Der heldenhafte Aspekt geht leider vollständig unter. Aber auch so genügt es ohne Frage zu den besseren Titeln des Albums.

„Empire`s Anthem“ macht da schon ein wenig mehr Spaß. Vor allem schließt sich der Kreis mit den musikalischen Anleihen zu Beginn des Albums. Ein episches Powerballaden-Finale wie man es sich auf den letzten beiden Manowar-CDs nur gewünscht hätte.

Fazit: Ross The Boss ist musikalisch stärker als seine Vorgängerband es derzeit ist. Wenn man nun eine deutlich fettere, aber trotzdem diffizilere Produktion hinbekommen hätte, wäre man nah am großen Erfolg. Der an sich gute Gesang kann sich aber natürlich nicht mit Eric messen. Und hier im Fazit wird eigentlich klar, wo der Hase im Pfeffer liegt. Allein der Bandname verführt den Hörer, immer nur an eine Band zu denken. Und genau diese Hoffung wird nur bedingt erfüllt. Die Erwartungen sind zu hoch und die Band hat fast keine Chance, sie zu erfüllen. Wenn man das mal alles weg lässt, dann bleibt ein solides, gutes Album, mehr leider nicht.

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