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Rootwater: Visionism

Metal feat. Rap & Folk meets Gothic Rock + Mittelalter
Wertung: 7/10
Genre: Crossover
Spielzeit: 60:25
Release: 08.03.2010
Label: Mystic Production

Rootwater stammen aus dem oftmals etwas vorurteilbelastetem Land der Autodiebe – Polen – und zeigen sich dabei jedoch gar nicht wie der Ruf des Landes – grau und trist nämlich. Vielmehr bedienen sich die Mitglieder dieser Metal-Formation an allen erdenklichen Genres und Instrumenten.

Nach einem majestätischen Intro schmettern mit einer ansehnlichen Breitseite die Riffs des Tracks „Venture“ dem Hörer entgegen, die von wuchtigen und basslastigen Passagen bis hin zu tragenden Passagen reichen. Der Gesang ist teilweise geschrien, allerdings stellt der Sänger erst im Refrain sein wahres Gesangstalent mit einer poppigen Gothic Rock-Hookline, die an Downscarred erinnert, unter Beweis. Ebenfalls eine ähnlich süße Passage weist der folgende Song „Living In The Cage“ auf, dazu gesellt sich außerdem eine alternative Note, die an Nu Metal der Marke Limp Bizkit erinnert – doch damit nicht genug, bereits das nächste Stück namens „Closer“ wird ergänzt durch orientalisch anmutende Chöre.

Balladesker als zuvor geht man bei „Frozenthal“ zu Werke – ein gewisser mittelalterlicher Einfluss ist schwer zu leugnen, wenn er auch nur am Rande zu erkennen ist bei dieser Gewalt an Bereichen, die den Sound von Rootwater ausmachen. Ebenfalls ruhiger, allerdings auf eine komplett andere Art und Weise, mutet das Lied „Realize“ an, bei dem vielschichtige Chöre die frisch ausgepackte Akustikgitarre begleiten, welche zeitgleich von orientalischen Streichern untermalt wird. Soviel zur ersten Hälfte des Albums – noch weitere Beispiele an interessanten Experimenten und Soundspielereien würden hier den Rahmen sprengen, daher kurz: Rootwater bedienen sich wahrhaftig rücksichtslos an allen nur erdenklichen Genres, so treffen Power Metal-Riffs auf zugegeben dezentere Metalcore-Breakdowns, garniert mit Rap-Passagen und Gothic Rock-Melodien. Zur Abwechslung gibt es dann Ausflüge und Klänge des Morgenlands, während bereits im nächsten Track die Saiteninstrumente an den Nagel gehängt werden und der Dudelsack, Tröten aus dem Folk oder gar ein Akkordeon ausgepackt wird.

Die Nu Metal-Einflüsse erscheinen ab und an ein wenig hektisch, bieten jedoch einen äußerst unterhaltsamen Kontrast zu den bittersüßen Gothic Rock-Melodien, die immer wieder an das letzte Album „The Flower And The Fall“ der deutschen Gothic Rocker Downscarred zu erinnern scheinen. Beendet wird dieses so fesselnde Album mit dem Bonustrack „Haydamaka“, der typisch polnische Sounds mit Screams, Clap-Rhythmen, Blasinstrumenten und noch zahlreichen anderen Klängen kombiniert, bis sich der Song irgendwann in einem riesigen Klangberk verschiedenster Genres verliert.

Jeder, der experimentelle Musik mag ist mit dieser CD gut beraten – Fans anderer Genres, speziell des Gothic Rocks, Crossovers und Thrash Metals können ebenfalls ein Ohr riskieren, sollten sich vor dem Kauf jedoch bewusst sein, dass ihnen dieses Album eventuell nur stellenweise zusagen wird.

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