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Root: Heritage Of Satan

Erstaunlich gut produzierte Mischung aus Black und Dark Metal
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal, Dark Metal
Spielzeit: 42:32
Release: 28.10.2011
Label: Agonia Records

Black-Metal-Bands gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, wie es bei fast jedem Genre derzeit der Fall ist. Übersättigung noch und nöcher, Musikliebhaber können sich da das Beste vom Besten rauspicken. Da muss man sich als Band schon etwas ungewöhnlicher präsentieren, um einigermaßen positiv aufzufallen. Root bringen da mit ihrer Mischung aus Schwarzmetall und Dark Metal schon eine gute Basis mit ins Rennen, zumal Sänger Big Boss nicht halb so grobschlächtig klingt wie sein Name vermuten lässt. Im Gegenteil, der Mann hat einiges drauf, sowohl was den aggressiveren als auch den leicht opernhaften Part angeht, ohne in rosaroter Tuckigkeit zu verenden.

Übrigens sind die Tschechen keineswegs, wie man bei der Einleitung meinen könnte, junges Gemüse im Metalsektor. Bereits seit 1987 verbreiten sie nicht unbedingt Angst und Schrecken, geben sich aber zumindest dem Venom-beeinflussten Black Metal hin und haben damit immerhin neben vier Demos schon acht Full-Length-Scheiben auf den Tisch gehauen. Nummer neun hört auf den einladenden Namen „Heritage Of Satan“ und stellt seit Oktober 2011 nach vier Jahren Pause das erste Neuwerk des Fünfers dar.

Entgegen der gängigen Meinung, dass Englisch die einzig akzeptable Sprache ist, in der überhaupt gesungen werden sollte, bedienen sich Root direkt bei „In Nomine Sathanas“ auch durchaus mal ihrer Muttersprache. Das klingt nicht nur viel böser, sondern auch authentischer, und unterstützt wird das Feeling noch durch die einfache Tatsache, dass Big Boss nicht rumkreischt wie ein sterbendes Rind, sondern einfach nur eine Art Sprechgesang vollzieht. Es errinnert ein bisschen an den Type O Negative-Beitrag zum Roadrunner-Allstars-Sampler seinerzeit und kommt direkt auf die schwarze Liste der Anspieltipps.

„Revenge Of Hell“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, ein bisschen düsteren Rock’n’Roll kann man hier auch ausmachen; allein die Leadgitarre zwingt einen geradezu dazu, sich im Rhythmus zu bewegen, da darf man auch schon vor lauter Begeisterung vergessen, dass man sich eigentlich gerade in den eigenen vier Wänden befindet. Gut ist dabei, dass die Nachbarn mittlerweile resistent oder stocktaub geworden sind. Das Quintett versteht es aber genauso gut, den ausrastenden Hörer mit einem fast sanften Akustikgitarrenoutro wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

„Son Of Satan“ überrascht mit der Kombination aus rasanten Gitarren und Drums, die stilecht vor sich hinscheppern, und der tiefen Sangesstimme von Big Boss, dessen angenehmes und leicht monotones Organ über dem Song schwebt wie eine düster-schöne Wolke. Beim ersten Hören wird man so von den Gitarren erschlagen, dass einem der Gesang fast entgeht, dabei steht er eigentlich direkt im Vordergrund. So muss intelligentes Songwriting klingen, auch wenn die Vocals sicherlich nicht unbedingt den Geschmack der breiten Masse ansprechen.

Gegen Ende wird ein wenig nachgelassen, „Greetings From The Abyss“ beispielsweise verbreitet ein Old-School-Kellerfeeling, das nicht so recht zur Grundausstattung der Tschechen passen mag. Das finale „The Apocalypse“ kommt der Sache zwar mit den ausufernden Gitarrensoli schon wieder etwas näher, kann den Standard aber auch nicht ganz halten. Trotzdem: „Heritage Of Satan“ sollte bei jedem, der ansatzweise auf die Kombi von Black Metal und getragenen, düsteren Elementen steht, im Schrank stehen. Hier zeigt sich zumindest der Individualismus der Truppe.

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