Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Room Next Door: Apocalypse Later

Ohne Identität, aber mit einigen Lichtblicken
Wertung: 5.5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 39:01
Release: 01.01.2010
Label: For King And Country Records

Die meisten Bands haben mal klein angefangen – so auch Room Next Door, deren Bekanntheit sich bisher hauptsächlich darauf beschränkte, an diversen lokalen Bandcontests mit einigem Erfolg teilgenommen zu haben. Wer eine solche Veranstaltung schon einmal besucht hat, weiß, dass die Teilnehmer oft einen bestimmten Stil zu spielen pflegen und ihre eigene Identität noch nicht gefunden haben. So ähnlich verhält es sich auch mit dem Debüt von Room Next Door, die ihre Mischung aus Alternative Rock und Einflüssen aus den Siebzigern noch etwas gesichtslos präsentieren.

Als Newcomer sei es der Truppe noch verziehen, dass die Suche nach dem eigenen Stil noch nicht abgeschlossen ist, denn immerhin lässt sich bei den technischen Fähigkeiten der Musiker immer wieder aufblitzendes Talent erkennen. Obwohl das Songwriting noch nicht allzu ausgereift ist und meistens nur 08/15-Riffs samt eher austauschbaren Refrains geboten werden, macht das Ganze durch das groovende Bass-Spiel und die netten Lead-Gitarren-Melodien durchaus Spaß. Am Mikrofon ist der Eindruck da schon sehr viel zwiespältiger – zwar setzt der Frontmann seine Stimme recht vielseitig und manchmal auch gekonnt ein, doch fallen auch des Öfteren einige schiefe Töne auf und nicht immer haftet dem Organ ein allzu eigener Charakter an. So lässt sich trotz erkennbaren Potentials meistens nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Songs eher uninspiriert klingen.

„No King“ leitet das Album im Vergleich zu den weiteren Stücken noch relativ ungewöhnlich ein: Rotziger Rock trifft auf den räudigen, rauen Gesang und simple, aber spaßige Riffs – nicht gerade die anspruchsvollste Kost, aber durchaus spaßig. „Losing Magic“ orientiert sich anschließend eher am Classic Rock und kommt mit melodischem Gesang daher, der aber gerade im Refrain nicht immer perfekt sitzt. In „Get Out Of It“ darf auch mal ins Mikro gebrüllt werden, doch obwohl der Song aggressiv herüberkommen soll und einige nette Bass-Linien geboten werden, will das Stück nicht so wirklich mitreißen. Ganz anders ist da schon „Sounds Of Revolution“ - eine recht ansprechende Melodie wird geschickt in flotte Akustik-Passagen und einige härtere Parts gehüllt und mit deutlich mehr Groove als bei den vorangegangenen Stücken versehen. „No Way Out“ beginnt ähnlich, kann aber trotz Western-Flair und einem netten Solo nicht mit dem vorherigen Track mithalten.

Der Rest des Albums erscheint eher belanglos, seien es nun rockigere Nummern wie „Popstars“ oder die Ballade „Lovegirl“, der Funke will nicht so wirklich überspringen, zu sehr fehlen einprägsame Hooklines oder zumindest ein Ohrwurm-Refrain. Ein paar Lichtblicke gibt es dennoch, denn ab und zu gelingt es Room Next Door, sich vom Durchschnitt zu lösen: „Short Life“ ist Rock 'n' Roll im ursprünglichen Sinne in Reinkultur und begeistert mit starker Lead-Gitarre und einem geschmeidigen Wechsel zu einem Jahrmarkt-Rhythmus, während das unterhaltsame Stück „Potato Man“ mit einem Augenzwinkern vorgetragen wird und dank des spaßigen Gesangs zu den besseren Leistungen der Newcomer gezählt werden darf.

„Apocalypse Later“ ist ein Debüt, wie es die meisten Proberaum-Bands zustande bringen – simpler Radiorock mit Classic-Rock-Schlagseite in durchschnittlicher Ausführung; nicht schlecht, aber eben auch relativ gesichtslos. Letztendlich sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass sich die Band noch in einer sehr frühen Phase befindet und durchaus die Möglichkeit hat, einen eigenen Stil zu finden und diesen zu perfektionieren. Gerade aufgrund der soliden technischen Fähigkeiten der Beteiligten und einigen überraschend guten Songs wie „Sounds Of Revolution“ oder „Short Life“ lässt sich erahnen, dass vielleicht doch das Potential, mehr als nur der Gewinn bei lokalen Wettbewerben zu erreichen in der Truppe steckt.

comments powered by Disqus

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging