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Rome: To Die Among Strangers

Stimmige EP als Wegzehrung zum neuen Album
Wertung: 9/10
Genre: Neofolk/Dark Ambient
Spielzeit: 23:35
Release: 15.05.2009
Label: Trisol Music Group GmbH

Erst letztes Jahr ließen Rome mit ihrem Album „Mensch Masse Material“ zum letzten Mal von sich hören; jetzt verkürzen sie die Wartezeit auf ihr kommendes Werk „Flowers From Exile“ mit einer auf 999 Exemplare limitierten EP namens „To Die Among Strangers“. Von den vier Tracks, die das luxemburgische Düsterfolk-Duo darauf präsentiert, werden Kenner zwei bald als alte Bekannte identifizieren, handelt es sich dabei doch „nur“ um Remixes bereits veröffentlichter Titel; namentlich „Reversion“ vom Album „Nera“ und „Wir Götter Der Stadt“ von „Mensch Masse Material“.

Wirklich neues Material bekommt der Hörer hingegen mit dem Opener, der den Namen der EP trägt, geboten: Eine geschlagene Akustikgitarre, ein monotones Schlagzeug und düstere Hintergrundelektronik begleiten Jerome Reuters sonore Stimme, die in sich gekehrt und doch eindringlich wirkt. Eine herzzerreißende Geige bildet nach kurzer Zeit den Konterpunkt zum Gesang und kreiert eine Atmosphäre der Einsamkeit, die den Songtitel perfekt unterstreicht und die Exilthematik von „Flowers From Exile“ glaubhaft vermittelt. Ein gelungener Ausblick, der klar nach mehr verlangen lässt.

Statt weiteren Neuerungen schließen sich allerdings zunächst die Neubearbeitungen von „Reversion“  und „Wir Götter Der Stadt“ an, die sich deutlich organischer und weniger Industrial-lastig als die Originale präsentieren und daher gut mit „To Die Among Strangers“ harmonieren. Das geschlossene Soundbild sorgt für eine gewisse Konsistenz und erweckt den Eindruck, als wollten Rome hier Altes mit Neuem zusammenbringen. Negativ als Lückenfüller fallen die Remixe jedenfalls nicht auf, denn das akustischere Gewand steht den Songs; das Klangbild des Openers wird stimmig fortgeführt.

In eine etwas andere Kerbe schlägt der vierte und letzte Track der Scheibe: „Mourir A Madrid“ beginnt mit Meeresrauschen und zaubert langsam ein apokalyptisches Ambient-Kopfkino hervor, das mit Soldatenchören und Marschrhythmus die martialische Stimmung, in die sich Rome gerne kleiden, in beklemmender Weise greifbar macht. Statt Gesang beherrscht die tiefe Stimme eines Erzählers den Song, der sich vom anfänglichen Bombast zum perfekten Soundtrack für eine Spukschlossführung wandelt. Für das optimale Hörerlebnis gilt hier: Augen schließen, genießen und dabei (un)wohl fühlen.

Fazit: Auch wenn eine EP mit alten und neuen Songs im Verhältnis 1:1 irgendwie nach schnellem Geld riecht – ganz so einfach machen es Rome sich selbst und ihren Hörern nicht. Die wirklich stimmige und auf den Opener zugeschnittene Bearbeitung des alten Materials zeigt, dass hier durchaus Wert auf Kohärenz und Stimmigkeit gelegt wurde. Zusammen mit dem gelungenen frischen Material ist diese EP als Wartezeitüberbrückung bestens geeignet. Schade nur, dass sie – laut Informationen von Seiten der Band – bereits vor der Veröffentlichung ausverkauft war. Bleibt nur das Warten auf den 26. Juni – dann erscheint „Flowers From Exile“.

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