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Rogash: Malevolence

Durch und durch eine Gewaltorgie
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 38:37
Release: 26.02.2016
Label: War Anthem Records / Soul Food

Ein brachiales Death Metal Gemetzel, das versprechen die vier Jungs von Rogash mit ihrer zweiten Langrille „Malevolence“. Ausgereifter und mitreißender als das Erstlingswerk sei das Songwriting auf der neuen Scheibe. Diese Aussage gilt es nun zu überprüfen.

Einen Langspielweltrekord fährt der Silberling schon mal sicher nicht ein. Zieht man die eineinhalb Minuten für das Intro und die fast vier Minuten für das Sepultura Cover „Refuse / Resist" ab, dann bleiben noch circa 33 Minuten Spielzeit für Musik der Todesbleier. Diese gute halbe Stunde nutzen Rogash dann aber sehr kompromisslos. Von „To The End“ bis zu „Rogan Deathtrip“ gibt es konsequent auf die Mütze. Die Band variiert von Mid-Tempo-Stampfern bis hin zu High-Speed-Geprügel. Ganz selten bewegt man sich auch mal kurzzeitig im Down-Tempo-Bereich („Feed“). Die meiste Zeit wird das Gaspedal aber bis zum Anschlag durchgedrückt.

Im Großen und Ganzen steht der Band dieser Vollgastrip auch ganz gut zu Gesicht. Der Schlagwerker von Rogash beherrscht sein Handwerk und liefert eine interessante und wild klingende Grundlage für die Brutaloriffs der Gitarristen. Bei den Herren Gitarristen sei als Trivia angemerkt, dass im Line-Up nur zwei Gitarristen aufgeführt sind, also kein Bassist. Trotzdem scheint auf der Platte eine Bassgitarre zu hören zu sein.

Viel weiter im Vordergrund kann man natürlich Shouter Erik vernehmen. Trotz der Tatsache, dass Der Frontmann konsequent growlt und nur ganz selten in den Schreigesang wechselt, wirkt sein Geschrei nicht monoton. Zumindest wirkt es nicht belastend monoton. Denn wenn man dem Schreihals mal ganz genau zuhört, dann muss man schon feststellen, dass die Textzeilen meist sehr gleichbleibend dargeboten werden, von ein paar Schreien mal abgesehen. Langweilig wird der Umstand so schnell nicht. Der Shouter ist nicht zu laut gemischt und seine Zeilen betten sich wunderbar in die Gitarrenriffs ein. Somit gibt es keinen Grund für Beanstandungen. Zumindest nicht bis zu dem Punkt, an dem man sich langsam an der Scheibe satthört. Denn so eingängig das Konzept von „Malevolence“ ausgelegt ist, so stark erodiert es auch. Relativ schnell kommt man als Hörer an den Punkt, an dem es nur noch wenig zu entdecken gibt. Ab dann schwindet natürlich auch das Interesse.

Zur Sprache gebracht werden sollte auch noch das abschließende Cover von „Refuse/Resist“. Die Frage, die sich unmittelbar stellt ist: Warum macht eine Band so etwas? Warum covert man einen so überbekannten und gleichzeitig auch abgenutzten Song? Jeder, wirklich jeder Hörer wird die Rogash-Version mit der Originalversion vergleichen, ob bewusst oder unterbewusst. Und bei den allermeisten Beurteilern wird die Originalversion als Sieger hervorgehen.

Zusammengefasst kann man das Album als gelungen mit ein paar Schwächen betrachten. Genretypisch nutzt sich die Platte relativ schnell ab. Das ist nicht weiter tragisch, aber Rogash könnten sich selbst einen Gefallen tun, wenn sie sich nicht unbedingt im gleichen Gewässer tummeln würden wie tausende anderer Bands. Außerdem lassen die Saitenakrobaten dem Shouter selten ein bisschen Freiraum um sich auszutoben. Erik ist kein schlechter Mann am Mikro, aber vielleicht würde er noch mehr aus sich rausholen können, wenn er mehr Möglichkeiten hätte.

Genug gemotzt. Das Album verdient eine solide acht. Technisch darf man kaum motzen, Der Sound ist roh und trotzdem geil gemischt, die Songs donnern direkt in den Schädel und ein verhaltensauffälliger Schlagzeuger sorgt für den verrückten und passenden Background zu dieser Gewaltorgie.

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