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Rocketchief: Rise Of The Machine

Schnörkelloser Rock zwischen Althergebrachtem und Neuem
Wertung: 8/10
Genre: Rock'n'Roll
Spielzeit: 58:04
Release: 16.04.2010
Label: Fastball

Ganz auf unnötigen Schnickschnack verzichten die Münsteraner Rocketchief mit ihrem Debüt „Rise Of The Machine“ - hier regiert dreckiger Rock 'n' Roll der härteren Sorte, denn obwohl man sich stark an alten Helden der 70er orientiert, schreckt man nicht davor zurück, dem Gemisch einen zeitgemäßen und heftigen Sound zu verpassen. Einen Innovationspreis wird dieses Album sicher nicht gewinnen, aber dermaßen spielfreudig und ehrlich wie diese Recken mit ihrem Erstling präsentiert sich in der heutigen Musiklandschaft nicht mehr jede Band.

Obwohl der treibende Rock der Band meistens eher gradlinig anmutet, verhindert man durch dezent eingesetzte Stoner- und Blues-Rock-Einflüsse, dass die Mélange zu einseitig wird – diese fügen sich hervorragend in das Gesamtbild ein und bereichern „Rise Of The Machine“ ungemein. Ansonsten rockt man kompromisslos drauf los, wobei insbesondere die nahezu perfekte Produktion hervorsticht und mit tiefen, kraftvollen Gitarren punktet. Auch am Mikrofon lässt sich Frontmann Freddy nicht lumpen und fährt ein abwechslungsreiches Spektrum an Gesängen auf, bei denen von seinen typischen rauen Vocals bis hin zu an Elvis erinnernden Stimmleistungen und sehr klarem Gesang alles vertreten ist.

„Get Lost“ gibt ohne viel Zögern die Marschrichtung vor und kommt als rasender Track mit zwingendem Refrain und immer wieder eingestreuten Gitarrensoli daher. Der nächste Song „Start It Right“ zeigt sich dann noch eine Spur melodiöser und arbeitet geschickt eine leichte Blues-Rock-Schlagseite ein, bevor „White Death“ dann mit latenten Stoner-Einflüssen das Album fortsetzt. Treibende Strophen treffen auf einen eher langsamen Refrain, bevor gegen Ende sogar cleane Gitarren mit jeder Menge Wüsten-Flair sowie ruhiger und emotionaler Gesang ertönen. „Swamplord“ präsentiert sich als eines der härtesten Stücke auf „Rise Of The Machine“: die Gitarren klingen vor allem im großartigen Chorus dermaßen heavy, dass wohl kaum jemand ruhig auf seinem Stuhl sitzen bleiben wird.

Die Blues-Rock-Elemente werden beispielsweise in „Devil In My Mind“ verarbeitet – in dem hervorragenden Song beweisen die Musiker eindrucksvoll, was sie aus ihren Instrumenten herausholen können und veredeln das Stück zu einem der Highlights des Albums. Noch viel deutlicher als bei „White Death“ zeigen sich die Stoner-Einflüsse beim Track „In Summer (There Is Dancing)“, der mit ungewohntem und sehr variablem Gesang sowie wummernden Basslines aufwartet und gegen Ende ein umwerfendes Solo präsentiert. Generell hat sich die Band auf der kompletten CD nicht einen einzigen Ausrutscher geleistet – ob nun das eingängige, mit reichlich Rock-‘n‘-Roll-Feeling ausgestattete Stück „My Name Will Rise“ oder das fast schon gotisch angehauchte „Nebris“, das als einziger Song beweist, dass die Formation auch schwermütigere Töne anschlagen kann.

„Spaghetti At Midnight“ läutet dann die letzten Klänge des Albums ein und fährt als Schlusspunkt noch einmal alles auf, was die Band zu bieten hat. Zurück bleibt der Eindruck, ein bodenständiges, aufs wesentliche reduziertes Rock-Album gehört zu haben, dass sich so nicht jeder aus dem Ärmel schütteln kann. Sollte es gelingen, die Genre-fremden Einflüsse noch auszubauen und unter Umständen noch weitere hinzukommen zu lassen, ist Rocketchief eine Band, mit der man in Zukunft definitiv noch zu rechnen hat. Empfehlenswert für jeden, der einmal wieder ein rundum gelungenes Album hören will, das sich ganz auf die Grundzutaten der harten Musik verlässt.

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