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Rockbitch: Motor Driven Bimbo

Ein kleines und unnachahmliches Meisterwerk
Wertung: 8.5/10
Genre: Sexual Crossover Trash
Spielzeit: 53:20
Release: 18.05.1999
Label: Steamhammer/SPV

Au weih! Womit soll man zu schreiben beginnen, wenn es um Englands Skandal Export Nr.1 mit dem klangvollen Namen Rockbitch geht? Im Grunde genommen erst mal soviel, dass diese „lesbische Hardcore- und sadomasochistische Trashcombo“ wohl mit zu den zensiertesten Acts ihres Heimatlandes zählt und dort mit ihrer explosiven Mischung aus trashigen Rocknummern und extremen Hardcore-Bühnenshows nicht nur für einen Skandal sorgten und bei Leibe wahrlich nicht nur den Engländern die ultimative Schamesröte ins Gesicht trieb: Rockbitch bestehen im Grunde wie eben schon erwähnt fast nur aus Frauen, die entweder rein lesbisch oder zumindest bisexuell veranlagt sind. Lediglich „The Beast“ ist als einziges männliches Mitglied dieser Combo angehörig und übernimmt den Part des (völlig passiv agierenden) Gitarristen. In den Texten der Gruppe geht es nicht um soziale Themen und ebenso wenig wird man Pathos-lastige Inhalte wiederfinden können. Im Grunde geht es in den Texten hierbei wirklich immer nur um das Eine: Sex sells! Und zwar je heftiger, desto besser.

Ganz unverblümt, deutlich und provokant geht es in den Liedertexten der Combo rein um das eigene Trieb- und Sexualleben mit all seinen Facetten und dies so ziemlich fast ohne Tabus. Eben genau so, wie sich letztendlich auch Rockbitch live auf der Bühne präsentierten. Im Grunde waren ihre Live-Shows sogar immer gefragter als alles andere, was mit der Band zu tun hatte. Denn hier wurde dem geneigten Zuschauer und Voyeur alles geboten, was er „schon immer mal sehen wollte“ (wer schon mal ein Live-Konzert bzw. eine Konzertaufzeichnung gesehen hat, wird wissen was ich damit meine): Seien es nun urinale (Lesben-)Liebesspiele auf der Bühne, deftige SM-Shows (u.a. mit Peitschenhiebe in den Intimbereich der nackten „Bühnensklavin“) oder gar das unverblümte Masturbieren auf der Bühne mit etlichen Gegenständen und Hilfsmitteln. Hier gab es also wirklich (fast) nichts, was es nicht gab!

Kein Wunder also, dass diverse Live-Konzerte im prüden England untersagt und letztendlich gar verboten wurden. Anders ging es der Band aber auch nicht in anderen EU Ländern. Auch in Deutschland wurden einst sehr strenge Konzertauflagen gemacht inkl. einer Freigabe erst ab 18 Jahren. Lediglich im liberalen Holland konnten ungehindert sämtliche Live-Auftritte und Konzertfilme aufgeführt und vertrieben werden (zudem schon frei ab 16 Jahren, der in Holland höchsten Altersfreigabe).

Aber nun doch auch mal ein paar Worte zum vorliegenden (und einzigen!) CD Output der Band: Rockbitch musikalisch in eine Schublade stecken zu wollen, ist nicht nicht einfach, wenn nicht sogar unmöglich. Was sie aber definitiv sind, ist „trashig“! Schranzende Bass- und Elektrogitarren wurden dem geneigten Hörer ebenso um die Ohren gehauen, wie der rotzige und keifende „Gesang“ von Frontfrau Julie und ihrer Backgroundsängerin Babe. Musikalisch bewegt man sich irgendwo in den Gefilden von Metal, Crossover, Punk-Rock und klassischen Elementen, welche zu einem wüsten Mix verarbeitet werden, bei dem u.a. auch gerne mal elektronische Elemente zum Einsatz kommen dürfen (wie z.B. in “Lucifer“ und “Essex girl“). Und über all diesem befindet sich der Atem des puren und reinen (Sexual-)Triebes.

Sei dies nun in Verbindung mit blasphemisch-provokanten Hintergründen (“The chruch“, “Sex and the devil“ und “Bride of christ“) oder in Form einer puren und deutlichen Hingabe der Sklavin an seine Herrin, wie zu hören in “Diva“ oder der Hitsingle “Eveline“, von der es sogar einen Videoclip gibt, der wohl aber noch nie bei einem hiesigen Musikkanal ausgestrahlt wurde (fragt sich nur, warum eigentlich? *lach*). In “SNAFU“ geht es textlich sogar recht deutlich und aggressiv um die Symbiose „Sex and Violence“... Und ebenso bietet das Ende von “Bride of christ“ einige doch recht verdächte „Tätschel- und Stöhngeräusche“. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch an dieser Stelle, dass es in dem Stück “Essex girl“ um einen ganz deutlichen Seitenhieb in Richtung England geht, in dem jene Engländer auf Grunde ihrer übertriebenen Prüderie doch recht wüst veralbert und verpönt werden.

Das Rockbitch Universum ist also etwas ganz eigenes, dem man entweder etwas abgewinnen kann oder nicht... Inhaltlich gesehen sollte man in jedem Falle keine Berührungsängste haben, was die sexuelle Komponente angeht, welche u.a. sogar die Live-Performances von Bands wie Umbra et Imago oder Die Form verdammt alt aussehen lassen, was die explizite und pornographische Darstellungen anbelangt. Musikalisch bietet uns das Album zwar sehr viel Abwechslung in Form der reichhaltig dargebotenen Stilelemente, aber es ist wirklich immer eine große, gewaltige und zynische Portion an Trashelementen dabei, die wohl sicherlich nicht jedermann liegen wird.

Letztendlich wird “Motor Driven Bimbo“ wohl für die einen ein kleines und unnachahmliches Meisterwerk bleiben. Für die anderen aber sicherlich die plumpste und mit vulgärste Platte aller Zeiten. *lach* Und bitte nicht vergessen: "Fuck me... I´m english!“ ;)

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