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Rock S'Cool

Eine sehr vorbildliche Zusammenstellung
Wertung: 99/10
Genre: Diverse
Spielzeit: 120:0
Release: 16.06.2006
Label: Steamhammer/SPV

Als Metalfan kommt man ja eigentlich gar nicht an dem Namen Nuclear Blast vorbei. Die mittlerweile sehr große Firma vertreibt neben CDs und Shirts auch eine eigene DVD Reihe, auf der man sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen die neuesten hartmetallischen Videoclips ansehen kann. Und genau in diese Sparte wollen noch auch SPV vorstoßen. In zwei Wochen wird das Hannoveraner Label eine DVD Kompilation mit dem Namen „Rock s'Cool“ veröffentlichen, auf der sich allerdings nur Bands befinden, die auch bei ihnen unter Vertrag sind bzw. waren. Obendrein ist das Ding voll gestopft mit Extras wie I-Pod-Videos (da kann ich nicht viel zu sagen, ich besitze so etwas nicht) und der Möglichkeit, in über 1000 Samples hinein zuhören. Das ist vor allem sehr nett, wenn einem eine der Bands gut gefällt, man sie aber sonst nicht kennt. Auf diese Art kann man sich zumindest einen kleinen Überblick über die Musik verschaffen, auch weil oft mehrere Alben der Bands zur Auswahl stehen.

Was soll man nun weiter zu so einer DVD sagen? Ich werde einfach mal ein paar Anspieltipps geben, bei denen sich das Video drehen auch wirklich gelohnt hat. Den Anfang machen Motörhead mit ihrer Sex Pistols – Coverversion „God Save The Queen“, in dessen Video die Band auf einem typischen britischen Bus durch London fährt und später (natürlich) ein Konzert gibt. Highlights sind das moshende Queen – Double und der Anblick von Lemmy ohne Bart. Ebenfalls von Motörhead ist „Whorehouse Blues“, einer der absoluten Kracher des bärenstarken letzten Albums „Inferno“. Die Band hat offensichtlich ein Faible für Doubles entwickelt, denn in diesem Clip tummeln sie sich zuhauf. Während Lemmy und seine Mannen ihren Blues auf der Bühne eines Stripclubs (natürlich gibt es haufenweise Frauen zu sehen, die zumindest leicht bekleidet sind) spielen, wird der Laden von Leuten wie „Tony Blair“ oder „Eminem“ bevölkert. Genial!

Was im Übrigen auch für „Impossible Brutality“ von Kreator gilt. Der Song, der von der allgemeinen Abstumpfung durch die Medien handelt, wird optimal unterstützt. Der Clip kann einen schon zum Nachdenken bringen und das ist sicherlich auch das Ziel gewesen. Durch eine weniger reale, aber dafür bunt animierte Welt donnert der „Terror Train“ vom Demons & Wizards. Zwischendurch sieht man auch immer wieder die Köpfe dieses Projekts. Blind Guardians Hansi singt mit einem ungewohnt ernsten Gesicht, während Iced Earths Jon Schaffer seine Gitarre wie in den guten alten Zeiten bearbeitet. Insgesamt ein ganz sehenswerter Clip mit Impressionen aus der Welt des "dunklen Turms".

Wesentlich poppiger klingen die mir ansonsten unbekannten Saga, deren „Money Talks“ mich stimmlich wie musikalisch an U2 erinnert. Not bad, but not my cup of tea. Bei U2 bleiben wir dann auch, denn Sepultura haben deren Song „Bullet The Blue Sky“ gecovert und dazu noch mit einem netten Video, dessen „Story“ aus einem durch eine Stadt rennenden Derrick Greene besteht, versehen. Aber es hat was, denn Sepultura haben schon oft optisch ansprechende Clips abgeliefert, was auch das ebenfalls enthaltene „Mindwar“ beweist. Empfehlenswert sind auch Fozzy, um WWE/WCW und auch ECW Wrestler Chris Jericho, der sich mittlerweile verstärkt auf seine Band konzentrieren will. Singen kann er auf jeden Fall, auch wenn der Song nicht gerade das beste Lied vom letzten Album ist. Der Clip, der von einem gelähmten Mann handelt, der eine Treppe hoch kriecht und dabei viele interessante Menschen trifft (!) ist zumindest mal was Neues.

Das gleiche kann man auch über „Down“ von Rage behaupten, dessen Sinn sich mir immer noch nicht ganz erschlossen hat. Sonst gibt es noch die üblichen „Band steht irgendwo herum und spielt ihr Lied“ Videos, wie z.B. von Mob Rules (in einer Lagerhalle) oder Biohazard (natürlich in New York). Bei Iced Earths „The Reckoning“ übt sich Ripper Owens im lustigen Schattenboxen und Priests „Burn In Hell“ ist leider nur von der „Live In London“ DVD übernommen und kein eigenes Video.

SPV legen mit dieser DVD eine ansprechende Mischung an Musikstilen vor, bei der für jeden etwas dabei sein sollte. Im Gegensatz zu Nuclear Blast ist auf dieser DVD nur Material von Bands vertreten, die bei SPV unter Vertrag bzw. mal gestanden haben. Das erklärt natürlich, warum einige Clips schon ein wenig älter sind („God Save The Queen“ stammt aus dem Jahr 2000). Aber was soll’s, solange die Qualität stimmt. Kombiniert mit der Möglichkeit, in viele Songs hinein zuhören und dem versprochenen „lukrativen Preis“ lohnt sich diese DVD auf jeden Fall. Darüber hinaus wird SPV von Juni bis August jeweils ein ausgewähltes Album der Künstler zu einem besonderen Preis anbieten.

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