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Rob Zombie: Venomous Rat Regeneration Vendor

Die beste Zombie-Scheibe seit langer Zeit
Wertung: 7,5/10
Genre: Industrial Rock
Spielzeit: 38:42
Release: 19.04.2013
Label: Zodiac Swan / Universal

Der schmale Grat, auf dem sich Rob Zombie in den vergangenen Jahren bewegte, erforderte langsam aber sicher mal eine Explosion – andernfalls drohte dem einstigen Übervater des Industrial-Rocks das endgültige kreative Aus. Selbst ein ordentliches Album wie der zweite Teil von "Hellbilly Deluxe" konnte nur bedingt an die musikalischen Glanztaten anknüpfen, die der bärtige Meister Zeit bei White Zombie respektive zu Beginn seiner Solokarriere in Reihe servierte.

Inwiefern Zombie genau diesen Druck gespürt hat, ist natürlich reine Spekulation. Fest steht jedoch: Mit "Venomous Rat Regeneration Vendor" hat der Altmeister zumindest einmal eine Scheibe eingespielt, die sich nicht ausschließlich auf dem Fundament seiner Vergangenheit stützt. Statt sich ein weiteres Mal großzügig selbst zitieren (was freilich auch in einzelnen Passagen der neuen Platte geschieht), lässt der gute Rob es zeitweilig erstaunlich rockig zugehen, pumpt natürlich hier und dort einen satten Schuss industrialisierte Elektronik in seine Songs, präsentiert sich aber in vielen Teilen nicht mehr ganz so berechenbar wie auf den letzten drei Platten. Und genau das hat er seinem langjährigen Kompagnon und Konkurrenten um die Krone, Brian Warner aka Marilyn Manson im erneuten Vergleich voraus.

Während dessen letzte Scheibe "Born Villain" mal wieder zu sehr in den Glam abdriftete, nimmt sich der Schöpfer des "The Lords of Salem"-Kinostreifens das Recht heraus, dreckig, laut und fies zu bleiben. Bestes Beispiel: Das exquisite Cover des Grand Funk Railroad-Gassenhauers "We're An American Band", das geradezu perfekt in die Werkschau der Horror-Legende hineinpasst. Aber auch die neuen Eigenkompositionen gehören streckenweise zum besten Stoff, den Zombie in der vergangenen Dekade komponiert hat: "White Trash Freaks" und "Rock And Roll (In A Black Hole)" mögen diesbezüglich zwar typische Aspiranten des klassischen White Zombie-Sounds bleiben, doch immerhin knattern sie schnörkellos durch die Boxen und halten das Hitpotenzial von "Venomous Rat Regeneration Vendor" ebenso aufrecht wie das leicht durchgeknallte "Dead City Radio And The New Gods Of Supertown" und das herrliche "The Girl Who Loved The Monsters". Natürlich – und das ist man ebenfalls gewohnt – muss sich der frische Silberling auch wieder mit zwei, drei Lückenfüllern abgeben. Der Opener "Teenage Nosferatu Pussy" ist trotz des denkwürdigen Titels kein Kickstart, "Lucifer Rising" und "Trade In Your Guns For A Coffin" ferner keine ganz großen Leuchten.

Doch in der Summe muss man Rob Zombie attestieren, dass das Gesamtpaket wieder stimmt und eines seiner besten Alben als Solomusiker just veröffentlicht wurde. "Venomous Rat Regeneration Vendor" ist sicher kein "Hellbilly Deluxe", über weite Strecken aber dennoch recht nah dran am einzigen wirklichen Klassiker dieses Gruselliebhabers.

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