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Rituals Of The Oak: Hour Of Judgement

Ein Doom-Hammer der Extraklasse.
Wertung: 9.5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 46:22
Release: 27.11.2009
Label: NSP / Eyes Like Snow

Mit Rituals Of The Oak stellt sich hier eine erst im letzten Jahr gegründete Band vor. Das allein wäre zwar recht zügig, aber dennoch nicht wirklich etwas Besonderes. Die Band zockt traditionellen Doom Metal - auch nichts besonderes, erstmal. Die Band stammt aus Australien - das ist schon mal etwas außergewöhnlich für die Musikrichtung. Man hat eine Frontfrau, auch recht ungewöhnlich, denn im Doom Metal ist das noch eher die Seltenheit. Die Band ist richtig stark - was dem Ganzen die Krone aufsetzt.

Kräftig und mit deutlich melancholischen Touch bahnt sich die Gitarre von Shane Linfoot ihren Weg. Das klingt schon mal richtig gut und dann erklingt Sabine Hamads Stimme. Ohne jeglichen Kitsch oder Süßstoff legt sie los, getragen und ohne jegliche Extreme passt sich ihr Klang perfekt an die Stücke an, ohne aber die herausragende Rolle aus der Hand zu geben. In der Tradition der für Doom Metal fast schon goldenen 70er Jahre tangiert man Gruppen wie Black Sabbath, Trouble, Reverend Bizarre oder ihre Labelgenossen von The Wandering Midget. Zäh fließen die Noten aus den Lautsprechern und trotzdem kippt der Kopf vor und zurück. Mit viel Gefühl wurden hier Melodien erschaffen, die zwar melancholisch, aber trotzdem niemals weinerlich klingen.

„Drown The Wood In Blood” ist sozusagen der Quickie der Band, denn mit seinen gerade mal fünfdreiviertel Minuten Spieldauer ist es der mit Abstand kürzeste Song, das merkt man auch direkt am etwas angezogenen Tempo, welches auf das Midtempo abzielt. Der tolle Gesang erhebt auch diesen Song zu einem weiteren Highlight. Sabine Hamad erklimmt damit den Thron der besten Newcomersängerinnen dieses Jahres in meiner persönlichen Wertung. Ihre Stimme ist variabel, in der Regel eher tief oder mittenlastig und überzeugt durch die immerwährende Ausdruckskraft. Was für ein Refrain, der zwar nicht unbedingt zum Mitsingen einladen kann, aber derart prägnant herüber kommt, dass man ihn nicht mehr aus dem Schädel bekommt. Auch wenn ich absolut kein Freud vom Ausfaden bin, hier passt das sehr gut.

„Standing In The House Of Suffering” kann nicht auf die Hörer bezogen sein, denn die befinden sich eher im siebten Doom-Himmel. Nathaniel Smith sorgt an seinem Schlagzeug für den langsamen Takt, der von Matthew Shriffers Bass mit zusätzlicher Schwere belegt wird. Ein packendes, düsteres Stück zähflüssigen Metals, welches auch ein ausgedehntes ruhiges Teilstück beinhaltet, das für zusätzliches Entzücken beim Rezensenten sorgt. Wie soll man das besser machen? Eigentlich fast schlicht und einfach gehalten, aber dennoch aufregend und überwältigend, eben einfach nur ohne Schnickschnack.

„Childhoods End“ geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter und das ist auch gut so. Sabine brilliert am Mikro und Shane sorgt für die passende Gitarre. Unglaublich, dass diese Band erst ein Jahr zusammen sein soll. Da passt wirklich alles und man kann nur hoffen, dass sie mal eine Tour in Deutschland spielen werden. Für das 2010er Doom Shall Rise Festival sind sie auf jeden Fall schon mal bestätigt!

„The Spell Of Doom“ erweist sich dann als extrem schwerfälliger Ender mit dem schon vielfach gelobten überragenden Gesang. Zum Ende hin dürfen dann auch die beiden Saiteninstrumente nochmal ein wenig mehr Rampenlicht erhaschen und das nur zurecht. Da ist die Taktfrequenz des eigenen Herzen deutlich schneller das das musikalisch Dargebotene. Schade nur, dass in den ganz ruhigen Passagen ein gewisses Grundrauschen vorhanden ist, welches ein kleines bisschen störend wirkt, aber das macht die gefühlvolle Gitarre wieder wett. Da drückt man doch sofort die Repeat-Taste und wundert sich, dass schon 45 Minuten vergangen sind.

Fazit: Eine große Überraschung aus dem Land der Kängurus. Ich kann noch nicht einmal genau festmachen, warum die Band mich derart von den Socken haut, aber sie tut es und das ist das Wichtigste. Überragende Vocals, viel Gespür für Melodien, die technisch einwandfrei dargeboten werden, einfach klasse. Rituals Of The Oak, willkommen im Recall zu meinen Favourite Bands. Erwähnen sollte man auch, dass es diese Scheibe auch als streng limitiertes Doppel-Vinyl gibt.

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